USA: Donald Trump und der antimuslimische Rassismus

12. Dezember 2015 - 16:17 | | Politik | 0 Kommentare
By Michael Vadon [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

In den USA mehren sich die Überfälle auf Muslimminnen und Muslime dramatisch. In Palm Springs, Kalifornien, wurde gestern eine Bombe auf eine Moschee geworfen, welche die Front des Hauses in Flammen setzte. Zuvor wurden Musliminninnen, die ein Kopftuch tragen, auf offener Straße mit Schusswaffen und Steinen attackiert. Die Vereinigten Staaten kämpfen nun mit dem Produkt der medialen Hetze, die durch Donald Trump und seine Verbündeten gegen Muslime geschürt wird.

Der Pressesprecher der Feuerwehr in Palm Springs bestätigte bereits früh, dass der Brand absichtlich gelegt wurde und der Qualm das gesamte Gebäude beschädigt habe. Als direkte Antwort betete die muslimische Gemeinde öffentlich auf dem Bürgersteig. Sie setzte ein Zeichen gegen den neuen Terror und Ausgrenzung. Es ist bereits der 63 Angriff auf eine Moschee in den USA in diesem Jahr. Besonders dramatisch nahmen die Angriffe nach Donald Trumps aussagen über Muslime, den Islam und Terrorismus im Fernsehen zu. Der republikanische Politiker, der in den Vorwahlen versucht der Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden, heizt die Stimmung seit Monaten an. So gibt es seit den Anschlägen von Paris mindestens zwei Angriffe gegen Musliminnen oder muslimische Einrichtungen. Der Sender CNN hat dazu eine gute Grafik erstellt.

Zuvor am Tag Musliminnen attackiert

Kurz bevor der Brandanschlag in Palm Springs stattfand, gab es zwei gewaltsame Übergriffe auf Musliminnen. Eine Frau wurde Opfer eines Driveby in East Tampa – ein Auto vor an ihr vorbei und es wurde beim Fahren das Feuer auf sie eröffnet. In New Tampa warfen unbekannte Steine und andere harte Gegenstände aus einem Auto auf eine kopftuchtragende Frau. Der Rat der amerikanisch-islamischen Beziehungen äußerte unlängst seine Besorgnis über diese Entwicklung. „Ich habe so etwas noch nie gesehen“, wird der Vorsitzende Ibrahim Hooper zitiert.

Demokraten, Gewerkschafter und Linke wehren sich

Die Republikaner dürfen nun nicht überrascht über die Gewalt sein, schließlich waren sie es, die die Dämonen weckten. Es vergeht kein Tag, an dem Donald Trump nicht mit einer antimuslimischen und rassistischen Bemerkung auffällt wie z.B. dem Vorschlag, ein Einreiseverbot für Muslime zu verhängen oder für alle Muslimminnen Kennzeichnungspflichten einzuführen. Demokraten, wie jene der Occupy Bewegung, aber auch Linke aus verschiedenen Spektren, wehren sich gegen die Zunahme des Rassismus. Bernie Sanders, der wohl progressivste Kandidat bei den Vorwahlen, weist alle Äußerungen Trumps als aggressiv und rassistisch zurück: „Vor einigen Monaten waren alle Mexikaner angeblich Vergewaltiger und heute sollen wir alle Muslime hassen. Das machen wir in den USA nicht mit!“

Im amerikanischen Magazin Jacobin Mag überlegt Corey Robin, was die Menschen in den USA tun sollten, sollte Donald Trump tatsächlich gewählt werden. Zu einer Lösung kommt er nicht. Er ist sich nur in einem sicher: Es wäre eine Katastrophe, eine große.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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