Die Befreiung der Muslima von ihrem Willen

13. Mai 2016 - 14:04 | | Politik | 10 Kommentare
Urteilt beendet Kopftuchverbot für Lehrerinnen -   mhobl - CC BY-ND 2.0
Urteilt beendet Kopftuchverbot für Lehrerinnen - mhobl - CC BY-ND 2.0

Die AfD hat auf ihrem letzten Parteitag beschlossen, dass sie sich nun vor allem gegen den Islam stellen möchte. Im Fokus des rechten Flügels der Partei stehen dabei nicht nur Minarette und Moscheen, sondern auch Burka und Kopftuch. So gibt es Stimmen, die sich für ein Burka-Verbot aussprechen wollen, im Namen der Frau so sagen sie, doch mit Emanzipation hat das nichts zu tun.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Burka-Verbot für zulässig erklärt und offenbart damit ein merkwürdiges Verständnis von Religionsfreiheit.
2011 hat Frankreich ein Gesetz erlassen, dass das Tragen von Burkas in der Öffentlichkeit verbietet. Denjenigen Frauen, die auf der Straße oder anderen öffentlichen Plätzen den Ganzkörperschleier Burka oder den Gesichtsschleier Nikab tragen, droht ein Bußgeld von 150 Euro. Zudem können sie zum Besuch eines Kurses in Staatsbürgerkunde verpflichtet werden.
Gegen dieses Gesetz hatte eine französische Muslima geklagt, weil sie darin eine Form der Diskriminierung sieht. Das Gericht hat dem widersprochen und geurteilt, dass die Burka eine Barriere zwischen ihrer Trägerin und der Umwelt errichte und somit das Gefühl des Zusammenlebens in einer Gesellschaft untergrabe, weswegen das Verbot angemessen sei.
Eben diese Meinung unterstützt der Frankfurter CDU-Kreisvorsitzende Uwe Becker, der nun auch ein Burka-Verbot für Deutschland fordert und damit auf den Zugang der antimuslimischen Stimmungsmache aufspringt.

Das Verbot dient nicht den muslimischen Frauen

Begründet wurde das Gesetz sowohl in Frankreich als auch in Belgien mit dem Schutz von muslimischen Frauen vor Unterdrückung und einer besseren Integration in die Gesellschaft. In der Realität hat es wenig damit zu tun, denn eine Gesellschaft, die Frauen zwingt ein bestimmtes Kleidungsstück abzulegen, ist nicht frei.
Den muslimischen Frauen, die die Burka oder den Nikab freiwillig tragen, wird mit einem solchen Verbot nicht geholfen, da sie ihrer Freiheit der Religionsausübung beraubt werden und ihnen gleichzeitig auch gesagt wird, dass sie nicht frei sein können, solange sie diese tragen.
Gleichzeitig stehen diese Frauen vor der Frage, ob sie ihr religiöses Gewand nun ablegen und sich dadurch unwohl und diskriminiert fühlen, ob sie die Gefahr eingehen, eine Strafe zu zahlen, oder nur im äußersten Notfall die Wohnung verlassen. Alle drei Möglichkeiten stellen keine Perspektive dar, die es den Frauen erlaubt ihrem eigenen selbstbestimmten Lebensweg nachzugehen, stattdessen wird es ihnen aufgelegt, wie sie sich zu kleiden haben.

Emanzipation kann nicht aufgezwungen werden

Ähnlich schlecht, wenn nicht noch schlechter, gestaltet sich die Situation für Frauen, die die Burka nicht freiwillig tragen. Diesen wird die letzte Möglichkeit genommen, sich aus eigenem Antrieb gegen die Unterdrückung zu stellen. Gleichzeitig entfällt die Möglichkeit, bei Beratungsstellen Hilfe zu suchen, arbeiten zu gehen oder sich in Schulen und Universitäten weiter zu bilden.
Das Burka-Verbot hat nichts gemein mit der Emanzipation von Frauen, denn Emanzipation kann nicht aufgezwungen werden. Erst recht nicht, wenn sie von Menschen auferlegt wird, die eigentlich der Ansicht sind, dass der Islam das generelle Problem ist, wie es bei der konservativen Partei in Frankreich der Fall war, die das Gesetz erfand.
Unsere Aufgabe ist es, muslimischen Frauen zur Seite zu stehen, wenn sie für Emanzipation kämpfen und das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung zu verteidigen.
Denjenigen, die zum Tragen des Burka gezwungen werden, helfen wir am besten, indem wir für die Errichtung von mehr Frauenhäusern streiten, Bildungsangebote schaffen und ihnen die soziale Unabhängigkeit von Ehemann und Familie absichern. Wenn sie Unterstützung wollen, soll die Gesellschaft ihnen diese geben – aber nicht indem man ihnen die Möglichkeit nimmt, sich selbst zu emanzipieren, oder auch einfach nur, das Haus zu verlassen.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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10 Kommentare

  • 1
    Ollinger sagt:

    Wer möchte schon dieses Ding bei 30 Grad im Hochsommer tragen?
    Die Wahrheit sieht doch so aus, dass es den Frauen von der Religion aufgezwungen wird.
    Wer hier lebt, sollte sich hier auch integrieren. Dazu gehört auch bis zu einem gewissen Grad die Anpassung an den europäische Kleidungsstil.
    Ich kann euer Gequake von Religionsfreiheit und Einschränkung usw. nicht mehr hören. Das sind alles Vorwände, um weiterhin die muslimischen Frauen zu unterdrücken und klein zu halten.
    Wie heuchlerisch von euch angeblichen „Menschenrechtlern“ darüber überhaupt zu diskutieren.
    Die muslimischen Männer dürfen machen, was sie wollen, trinken Alkohol, rauchen, tragen kurze Hosen, vögeln europäische leicht bekleidete Frauen und wollen aber, dass ihre eigene Frau vermummt durch die Gegend rennt und die Klappe hält.
    Ihr seid alles andere als Menschenrechtler. Ihr unterstützt die Unterdrückung der Frauen.
    Beschämend und falsch!

  • 2
    günter sagt:

    es lebe die anti-Logik. ihr schreibt
    eine Gesellschaft, die Frauen zwingt ein bestimmtes Kleidungsstück abzulegen, ist nicht frei.
    dann ist wohl eine Gesellschaft frei, die Frauen zwingt ein bestimmtes Kleidungsstück zu tragen?
    wenn das verbot des schleiers nichts zur Emanzipation beiträgt wie ihr behauptet, dann vielleicht das tragen des schleiers?
    stellt am besten die wirren endlosserien ein.

    • 2.1
      Julius Jamal sagt:

      Frauen soll selbst entscheiden was sie tragen, ganz einfach

      • 2.1.1
        günter sagt:

        genau das geht in isl. ländern nicht. desw. kann man nur Demos gegen den schleierzwang unterstützen, aber keine gegen angebl. kopftuchverbot hierzulande- eine solche demo, von pseudolinken unterstützt, sah ich mal hierzulande, als Reaktion auf ein urteil das einer musl. Lehrerin das tragen religiöser Symbole im Klassenzimmer untersagte. da demonstrierten dann musl. Frauen, die in ihrem land nicht gegen kopftuchzwang demonstrieren dürfen gegen kopftuchverbot, flankien von ihren männern. ohne diese hier würden vermutl. viele ablegen.

      • Julius Jamal sagt:

        doch in vielen arabischen Laendern geht das, aber wenn du meinst Saudi-Arabien ist dein Vorbild, dann viel Spass

  • 3
    Meh sagt:

    „Ähnlich schlecht, wenn nicht noch schlechter, gestaltet sich die Situation für Frauen, die die Burka nicht freiwillig tragen. Diesen wird die letzte Möglichkeit genommen, sich aus eigenem Antrieb gegen die Unterdrückung zu stellen. Gleichzeitig entfällt die Möglichkeit, bei Beratungsstellen Hilfe zu suchen, arbeiten zu gehen oder sich in Schulen und Universitäten weiter zu bilden.“

    Wieso soll das der Fall sein? Der Autor lässt leider Erklärungen vermissen.

    Persönlich hab ich mit mir gerungen, um eine Antwort auf die „Burka-/Niqab-Frage“ zu finden;
    Denn ich finde einerseits, dass der Staat sich nicht darum zu kümmern habe, wie Leute sich kleiden.
    Aber andererseits gibt es trotzdem Gesetze, die dort eingreifen – und zwar sinnvoll.
    So darf niemand mit Hakenkreuzbinden am Arm rumlaufen, weil dies eine Zugehörigkeit zu eine Bewegung darstellt, die unser freiheitlich demokratischen Grundordnung entgegensteht.
    Und genauso verhält es sich mit der Ganzkörperverschleierung:
    Sie verdeutlicht anschaulich eine Ablehnung gegenüber der europäischen Gesellschaft aus, von daher darf auch keine Akzeptanz erwartet werden.

  • 4
    günter sagt:

    @jamal
    dann zähle bitte alle diese länder auf.
    da kein isl land eine Demokratie ist, ist der unterschied zu den saudi´s soo positiv und gigantisch auch nicht.
    trotzdem: ausgerechnet mir Saudi-arabien als vorbild zu unterstellen ist schon ziemlich dreist, kleiner. nach meinem posting über Marx&engels strictly gegen den Islam gehen euch wohl die Argumente aus die niemand je teilte.

    • 4.1
      Ollinger sagt:

      Reiner Verzweiflungakt!
      Das sind keine Argumente. Die Wahrheit kommt immer ans Licht. Es ist bloß eine Frage der Zeit. Die isl Länder sind sowas von mittelalterlich, dass man nur darüber traurig sein kann. Das hat nichts mit Religionsfreiheit oder ähnlichen Dingen zu tun. Ihr seid rückständig und menschenverachtend, hochgradig aggressiv und intolerant allen anderen gegenüber. Im Prinzip seid ihr die Nazis der arabischen Welt! Ich wünsche mir so sehr, das eure hässliche Fratze bald auf der ganzen Welt zum Vorschein kommt und ihr alle enttarnt seid und die Maske fällt.

    • 4.2
      günter sagt:

      sieht so aus daß Julius jamal lieber nicht „die vielen arabischen länder“ benennen wollte, in denen Frauen angebl. frei wählen können ob sie kopftuch bzw. schleier tragen wollen oder nicht.
      selbst wenn es ein land gäbe, wo solch eine freie Wahl rein theoretisch im gesetz -also auf dem papier- stünde, wäre die frage ob die Bevölkerung dies zulassen würde. es kommt ja selbst in deutschen großstädten vor, daß Frauen aus isl.ländern ohne kopfbedekung von Landsleuten dafür angegriffen werden. ich beobachtete mal in einer westdt. Großstadt an einer Straßenbahnhaltestelle wie türk(inn)en auf eine junge Türkin mit nicht bedeckten langen blonden zöpfen losgingen- eine alte Türkin zerrte ihr so brutal an den haaren, daß ich dachte, gleich hat die Fanatikerin ihr die zöpfe ausgerissen.
      das ist der irrationale, brutale, oft auch linke ermordende menschentypus den der Islam erzeugt und der hier von pseudolinken unter „Religionsfreiheit“ durchgewunken wird.

      keines der länder die sich in der Vergangenheit sozialistisch nannten -wie fälschlich auch immer- hätte eine isl. masseneinwanderung zugelassen.
      kuba oder das riesenreich china haben noch keinen einzigen Syrer aufgenommen.

      • 4.2.1
        Ollinger sagt:

        Ich bin ganz deiner Meinung.
        Ich verstehe ja, dass man Angst vom rechten Ruck hat, aber das ist der falsche Weg!
        Solange der Islam sich nicht neu erfindet und demokratische Grundprinzipien mit hinein nimmt, wird sich auch nichts an die allgemeine Situation ändern. Der Koran ist rückständig, genauso, wie es die Bibel einmal war. Er muss überarbeitet und zeitgemäß angepasst werden. Aber das verstehen diese Fanatiker nicht. Ich bin mir sicher, dass das auch viele junge Araber denken und auch wollen.
        Nur Mut, es ist Zeit etwas zu ändern. Lasst euch nicht von den rückständigen islamischen Predigern diesen veralteten Schwachsinn aufzwängen!
        Viva la Revolution!