Berlinerin zeigt Courage und konfrontiert Beatrix von Storch!

12. November 2016 - 09:56 | | Politik | 9 Kommentare
Foto © Aufstehen gegen Rassismus

Der Wahlsieg Trumps hat viele Menschen in Deutschland geschockt und die Frage aufgeworfen, wie man mit dem rechten Aufstieg umgeht. In Deutschland ist die Partei der Rechten die AfD, wie man mit ihr umgeht bei Diskussionen, Demos und in Gewerkschaften war schon Thema vieler Artikel, seltener wird aber die Frage behandelt wie man damit umgeht, wenn eine der führenden Repräsentantinnen der Partei über den Weg läuft. Eine schnelle Antwort darauf fand vor wenigen Tagen eine Berlinerin, die Beatrix von Storch, in einem Lokal begegnete.

Wie sie auf die Begegnung mit Beatrix von Sotrch reagierte, schilderte die junge Berlinerin auf Facebook:

Ich habe gesehen, wie Storch reingekommen ist. Ich wusste, dass sie regelmäßig in dieses Lokal kommt, aber ich hatte sie nie selbst gesehen. Ich habe versucht, meine vegetarische Nudelpfanne zu essen, aber ich war viel zu empört, um zu essen. Niemand hatte Storch bemerkt. Sie saß in der Ecke und sprach leise in ihr Telefon-Headset. Ich habe dann auf Facebook nachgefragt. Was kann ich tun, damit andere merken, wer neben ihnen im Raum steht?

Storch hat ihre Bestellung geändert. Ihr Essen wollte sie zum Mitnehmen. Ich wusste, ich musste schnell handeln. Also bin ich aufgestanden und habe laut gesprochen: „Wenn Sie über den Wahlsieg von Donald Trump besorgt sind, sollten Sie sich im Raum umschauen.“ Ich erklärte, dass diese Frau eine führende Figur in der AfD ist. Sie ist Rassistin und Sexistin. „Wir sind im Haus einer feministischen Genossenschaft. Sie sind hier als Gast nicht willkommen!“

Ein Mann, der am nächsten Tisch saß, fing an zu schreien: „Frau Storch, ignorieren Sie das. Wir leben in einer Demokratie und Sie haben jedes Recht hier zu sein.“

Aber ich sagte, dass diese Frau alles macht, um Demokratie zu verhindern. Sie engagiert sich gegen den sogenannten „Genderwahn“ und ist ausdrücklich anti-feministisch.

Storch war sehr wütend und starrte mich an. Als sie sich annäherte, konnte ich sehen, wie sie zitterte. Sie nahm ein Bild oder ein Video von mir und sagte: „Wir wollen hier Mittag essen, es geht nicht um Politik.“

Aber ich erwiderte, dass das Leben voller Politik ist – sie sollte das wissen. Dann kam die Besitzerin zu mir und meinte, dass es ihr Restaurant ist und sie entscheidet, wer darin isst. „Sie sollen nach draußen gehen, wenn Sie Lärm machen wollen.“ Fast alle Kunden, bis auf den Mann, der Frau Storch unterstützt hatte, applaudierten mir.

Wir hatten vor einigen Monaten schon mal mit der Restaurantbesitzerin über die Besuche von Frau Storch gesprochen, sie meinte, dass Frau von Storch eine freundliche Kundin ist und deswegen weiterhin kommen kann.

Warum es richtig ist im Alltag gegen die AfD vorzugehen verdeutlicht das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“.
Die Szene wurde in einem Video festgehalten und von Wladek Flakin verschriftlicht.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
Ihr findet mich auf: Facebook

9 Kommentare

  • 1
    Hubertus says:

    …ach du kleine, süße berlinerin und deine heroische tat sucht seines gleichen…dein einschreiten wurde von einer reporterin entdeckt und honoriert. toll. schmerz, lass nach…

    • 1.1
      Robert Niedermeier says:

      Die Desavourierung der Demokratie
      Christoph Giesa über die „gefährlichen Bürger“. Neurechte Netzwerke von Roland Tichy bis Jürgen Elässer: „Die Fäden laufen bei Pegida und AfD zusammen.“
      Audio-Interview-Gespräch: http://www.thomasius-club.de/mp3/TC_Giesa_20160302.mp3
      Zum Buch: Gefährliche Bürger
      >Wie die neue Rechte in die gesellschaftliche Mitte vorstößt – und was die Gesellschaft dagegen tun kann

      Die Pegida-Märsche und der Aufstieg der AfD sprechen eine deutliche Sprache: Es ist wieder salonfähig geworden, gegen eine vermeintliche „Überfremdung“ zu wettern und Minderheiten zu diskriminieren. Gezielt werden die Ängste der bürgerlichen Mitte geschürt, um den Zorn der Wut- und Frustbürger auf die Schwächsten zu lenken: Ausländer und Homosexuelle müssen um ihre Sicherheit fürchten, Übergriffe gegen Juden nehmen zu. Wir dürfen diesem Treiben nicht länger zusehen, sondern sollten ihm mit guten Argumenten Einhalt gebieten. Liane Bednarz und Christoph Giesa analysieren, wie die neue Rechte arbeitet, welche Strategien und welche Politik sie verfolgt – und was die Gesellschaft dagegen tun kann!

      <
      Braune markieren: Astrotorfing-Neonazi-Trollen einen Fisch zuwerfen… http://heise.forenwiki.de/index.php?title=Fisch
      Rassistische und rechtsradikal motivierte Hetze im Internet entlarven und HetzerInnen* bloßstellen: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/hetze-gegen-fluechtlinge.pdf

      Der Rechtspopulismus gebärdet sich als "Volkes Stimme". Er vereinfacht komplexe Sachverhalte, ist resistent gegen objektive Tatsachen und besseres Wissen, greift Versatzstücke aus Stimmungen auf, schmiedet sie zusammen und gießt sie in eine politische Rhetorik gegen "die Anderen" und "die da oben". Der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler definiert Rechtspopulismus als "die volkstümlich und rebellisch-autoritäre Verkündung extremer rechter Theoreme auf der Basis emotionalisierter Agitation", der sich der "propagandistische(n) Simplifizierungen in Anlehnung an ‚des Volkes Stimme‘" bedient.[9] Die Parolen der Pegida-Bewegung folgen diesem Muster. Mit "denen da oben" sind vor allem "etablierte" Eliten, Politiker und Medien gemeint. Gegen sie werden Misstrauen und Missachtung geschürt,[10] wobei umstritten ist, inwieweit sich Rechtspopulismus lediglich gegen "das Establishment" oder auch gegen das System der parlamentarischen Demokratie als solches wendet.[11] Mit "wir hier unten" werden "das Volk" und "der einfache Mann" ebenso angesprochen wie ein bedrohtes "Wir", das sich vermeintlich gegen "die Anderen" – also Ausländer, Muslime, Asylsuchende, Linke und andere mehr – verteidigen muss. Das "Wir" wird dabei als eine homogene große Gruppe konstruiert ("das Volk"), die gegenüber "denen da oben" und "den Anderen" angeblich benachteiligt wird. Das "Wir" bleibt bewusst vage, um möglichst heterogene Gruppen, auch extreme Rechte, anzusprechen und zu integrieren. http://www.bpb.de/apuz/212353/rechtspopulistische-ueberzeugungen-der-mitte?rl=0.535404852378767

  • 2
    Frank says:

    Tolle Reaktion von der jungen Berlinerin 👍

  • 3
    Ernst Patz says:

    Das Verhalten dieser Dame zeigt sehr gut die Ohnmacht der Links populistischen Szene .
    Wer nämlich die Naturgesetze kennt , weiß ,das Druck immer nur Gegendruck erzeugt und zwar im gleichen Ausmaß.
    Und das Zorn sich immer gegen einen selbst richtet. Also wenn diese Personen nicht schleunigst etwas Physik lernen, bescheren Sie der AFD immer mehr Wähler.

    • 3.1
      Robert Niedermeier says:

      Die These, dass Kritik gegen rechts, rechte Wähler züchtet, ist längst als Neonazi-Propaganda entlarvt worden.
      >Wie auch in Großbritannien ist die rassistische Rechte in den USA eine Minderheit, die besiegt werden kann und muss. Es muss darum gehen, die politischen Koalitionen neu zu bilden, die sowohl den New Deal erstritten als auch den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Die Linken, die Gewerkschaften, die ethnischen Minderheiten, die liberale Mittelschicht und der Teil der Wall Street und der amerikanischen Vorstandsetagen, der nicht bereit ist, mit anzusehen, wie Möchtegern-Trumps ihr Kabinengequatsche in die Tat umsetzen.
      Es dürfte nicht schwer sein, eine gemeinsame Geschichte zu schreiben, in deren Mittelpunkt die Verteidigung der globalen Vernetzung, der Toleranz und der Gleichstellung der Geschlechter steht. Wir müssen sie nur überzeugend erzählen.< https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/bildet-banden?utm_content=buffer154af&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

  • 4
    Robert Niedermeier says:

    Es ist ein typisches Merkmal des Faschismus, Täterschaft zum Opfertum umzudeuten. Die faschistische Verdrehung der Wahrheit. http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/nazis-rufen-%E2%80%9Enazis-raus%E2%80%9C-%E2%80%93-die-faschistische-verdrehung-der-wahrheit-10705
    >>>„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“ Oder auch kürzer: „Der neue Faschismus wird sagen, er sei der Antifaschismus“ – diese Kalenderweisheit für Forentrolle ist bereits in dieser oder ähnlicher Formulierung Zehntausendfach im Netz wiederholt worden… (…) Aber es ist zentral: Wer für die universellen Menschenrechte eines jeden einzelnen Menschen eintritt, handelt antifaschistisch – nicht der, der besonders laut Linksfaschist, Feminazi oder SAntifa brüllt. So gesehen passt das angebliche Zitat Silones ironischerweise doch ganz gut, um politische Phänomene der Gegenwart zu beschreiben…<<Im Rückgriff auf Umberto Eco und seinen Faschismus Aufsatz im New York Review of Books bezieht sich der Autor auf eine Reihe von Indikatoren: Einen Kult des Handelns um des Handelns willen, die Bewertung von Nachdenklichkeit als Form der Entmännlichung, Intoleranz gegenüber analytischer Kritik, Furcht vor Unterschieden, den Aufbau einer nationalen Identität gegen innere und äußere Feinde, offene Verachtung von Schwachen und das Zelebrieren einer aggressiven und gewalttätigen Maskulinität. <http://www.ipg-journal.de/aus-dem-netz/artikel/jetzt-bewiesen-trump-ist-faschist-1176/

  • 5
    Czeche says:

    Nur peinlich und dumm.So ein Helden tat. Über die junge Frau muss man nur müde lächeln.Sie hat überhaupt keine Ahnung um was geht und tut sie sich so aufführen.

  • 6
    Maria von Finnentrop says:

    bin sehr bewegt und erschüttert von der unfassbar mutigen Tat der jungen Frau. So geht antifaschistischer Widerstand heute……über die vegane Nudelpfanne hinweg Demokraten als Antidemokraten beschimpfen. Grossartig, heldenhaft, vorbildlich. Da sind die Geschwister Scholl ganz kleine Lichter im Vergleich. Vielleicht könnte man der jungen Heldin einen Job im Büro von Frau Özoguz beschaffen, als kleine Belohnung ?! Und das Bundesverdienstkreuz müsste auch drin sein.

  • 7
    Heums says:

    Dann gehe ich nicht in dieses Lokal. Wenn lauter Rechte dort sitzen, gehe ich in ein anderes Lokal, am besten Slow Food, was ja eine linke Alternative zum Fast Food ist.