Aufstehen und weitergehen

6. August 2018 - 18:00 | | Politik | 2 Kommentare
Sahra Wagenknecht – Das Aushängeschild der Linkspartei

Alle haben neugierig darauf gewartet: die Gläubigen und die Skeptiker*innen. Nun ist es online und wir alle sind nicht wesentlich klüger: Mit einem Online-Auftritt unter aufstehen.de, einem inhaltlich nicht besonders verbindlichen Trailer und einem Artikel von Marco Bülow, Sevim Dagdelen und Antje Volmer meldet sich die von Sahra Wagenknecht lange angekündigte „Sammlungsbewegung“ zu Wort. Offiziell gegründet werden soll sie erst am 4. September mit der Vorstellung eines Aufrufs und einer Liste prominenter Unterstützer*innen.

Aber man kann sich auch jetzt schon mal ohne inhaltliche Grundlage als Unterstützer*in registrieren.

Als Bewegungsaktivistin seit früher Jugend interessiert mich das Projekt natürlich brennend. Schon lange fragen wir uns, warum es der Friedensbewegung trotz hoher Zustimmung für ihre Inhalte so wenig gelingt, wirkliche Massenproteste auf die Füße zu stellen. Wenn es stimmt, dass die Flüchtenden auf dem Mittelmeer und auf der Balkanroute das Ergebnis einer desaströs falschen Außen- und Wirtschaftspolitik der EU sind, wenn wirklich (je nach Umfrage) drei Viertel der Deutschen gegen Rüstungsexporte in Krisengebiete und Auslandseinsätze der Bundeswehr sind, wo bleibt dann der Aufstand gegen eine Bundesregierung, die ungeniert Waffendeals mit Warlords und Diktatoren einfädelt, Atomwaffen nur ablehnt, wenn sie nicht von Verbündeten kontrolliert werden und die gigantischste Aufrüstungswelle seit dem Ende des Kalten Kriegs eingeleitet hat?

Wenn die Schere zwischen Arm und Reich in diesem Land immer weiter auseinander geht und die Menschen immer deutlicher spüren, dass sie und ihre Kinder um jedes Bisschen an Sicherheit und Lebensqualität immer erbitterter kämpfen müssen, warum gehen sie nicht auf die Straße? Warum wenden sie sich rassistischen Hetzern zu und nicht der LINKEN, der einzigen Partei im deutschen Bundestag, die von Anfang an klare Kante gegen Aufrüstung und Sozialabbau gezeigt hat?

Für mich war der entscheidende Impuls zum Eintritt in DIE LINKE, dass ich nach all den bitteren Enttäuschungen über die Regierungspolitik von SPD und Grünen endlich wieder eine Partei im Bundestag haben wollte, die genau diese klare Kante zeigt. Die Haltung bewahrt, wenn sich andere von Lobbyisten umgarnen lassen und die ihre Tagesordnung nicht von den Interessen der Kapitalisten bestimmen lässt, sondern von den Interessen derjenigen, die tagtäglich ihre Haut zu Markte tragen müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Dass diese Partei und ihre Mitglieder gegen starke Widerstände aus dem Politikbetrieb und den Massenmedien zu kämpfen haben würde, war schon bei ihrer Gründung glasklar. Und noch zehn Jahre nach ihrer Gründung wird sie ignoriert, belächelt und ausgegrenzt.

2 Kommentare

  • 1
    Sven Groth says:

    Für mich wird hier nicht deutlich weniger oder was ich fördern kann..Frau Wagenknecht, Sie, diese Internetseiten, die Linke, die Bewegung..

  • 2
    Andrea Trautmann says:

    Es ist schändlich, dass sich vor allem linke Politiker gegen diese Bewegung stellen ! Das zeigt deutlich, worum es ihnen wirklich geht. Erhaltung des Status Quo !!! Klar gehen fast im Tagestakt die Menschen auf die Straße um zu demonstrieren. Aber sie tun es eben in jeder Gruppe für sich ! Das ist gewollt und genau das ist das Problem ! Diese Sammlungsbewegung zielt darauf, die Menschen zusammenzubringen und wieder eine Idee von Solidarität und gemeinsamen Kampf zu entwickeln ! Aber genau davor haben sie alle Angst und der dumme deutsche Michel plappert wieder alles nach, was ihm vorgekaut wird. Bloß nichts selber denken ! Die Linken finden es nicht schlimm, dass ein Bundestagsabgeordneter Liebich in der Atlantikbrücke hockt und die Interessen der Rüstungs,- und Kriegstreiber damit eher unterstützt als ihnen zu schaden. Aber eine Sahra W. bekämpfen sie mit allen Mitteln, weil sie die Wahrheit ausspricht, auch wenn sie unbequem ist. Sicher ist auch sie nicht frei von Fehlern und Fehleinschätzungen. Aber bei ihr lauert man nur auf ein falsches Wort, um sie in den Medien zu zerreißen – wie gesagt, die eigenen Genossen ! Ich hoffe, dass Sahra Wagenknecht mit diesem verlogenen Pack bald bricht. Dann bin auch ich sofort weg da ! Dem Volk kleine Brosamen zuwerfen und sie ansonsten unten halten, das ist die Politik, die in Berlin wirklich gemacht wird. Ich wähle einen Liebich nicht noch einmal !!!