Zeitzeuge mahnt bei Protest gegen FPÖ-Hofer: „Wir müssen wachsam sein!“

29. Mai 2016 - 14:56 | | Gesellschaft | 1 Kommentare
Walter Winterberg, Foto: Neue Linkswende

An die 2.000 Menschen demonstrierten am Donnerstag, 19. Mai gegen den deutschnationalen Burschenschafter Norbert Hofer (FPÖ) am Ballhausplatz in Verteidigung der Demokratie.

Walter Winterberg, Zeitzeuge und Überlebender des Arbeitserziehungslagers der Gestapo Reichenau, hielt eine berührende und zugleich mahnende Rede. „Wir müssen wachsam sein gegen alle Bestrebungen, die Demokratie madig zu machen. Die Vergangenheit ist genauso harmlos immer näher an den Faschismus gekommen“, sagte Winterberg. „Man muss solchen Politikern energisch entgegentreten.“ Hunderte Menschen waren gekommen, weil sie verhindern wollen, dass ein Antidemokrat bei der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag in die Hofburg einzieht.

 

Norbert Hofer ist ein brandgefährlicher Burschenschafter. Sollte er gewählt werden, könnte mit ihm eine ganze widerliche Burschenschafterpartie in die Hofburg einziehen, wie jetzt das Profil recherchiert hat. In Norbert Hofers Büro im Nationalrat tummeln sich einschlägig bekannte Rechtsextreme. Büroleiter ist niemand geringerer als René Schimanek, der 1987 samt Schlagstock und Springerstiefeln mit dem Neonazi Gottfried Küssel demonstrierte und in der paramilitärischen Naziorganisation „Kameradschaft Langenlois“ aktiv war. Ein anderer Mitarbeiter Hofers ist Herwig Götschober, der gemeinsam mit Neonazis für die Flieger-Ikone Walter Nowotny marschierte. Unglaubliche 5 seiner 7 Parlamentsmitarbeiter gehören deutschnationalen Verbindungen an.

Aus seiner wahren Gesinnung hat Hofer nie ein Hehl gemacht, gewählt wird er aber nur von so vielen, weil sie dennoch nie breit getreten wurde. Sein deutschnationales Parlamentsbüro könnte ihm die Bundespräsidentschaft kosten, wenn wir ihm diese Tatsache in den nächsten drei Tagen noch kräftig um die Ohren hauen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf linkswende.org

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Ein Kommentar

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    Bernhard Meyer says:

    Mich wundert immer wieder wie groß die Aufregung, Empörung, der Aktivismus gegen Pegida oder die AfD rüberkommt. Es scheint wohl problemlos möglich zu sein, diesen Feind lautstark anzugehen und sich dabei gut zu fühlen und sich gut darzustellen.

    Ganz anders – jedenfalls mein Eindruck – sieht es aus, wenn es um die bedrohlichen Kriegshetzereien gegen Russland, Syrien, Iran usw. geht. Kaum eine Woche vergeht, dass nicht ein NATO-Sprecher Ungeheuerliches Kriegsgeschrei verzapft, neue Waffensysteme ankündigt und zu mehr Rüästungsausgaben auffordert. Wo bleibt da die lautstarke Empörung? Wer äußert sich laut, auffällig und demonstrativ gegen die wahnsinnigen, hochgefährlichen Machtzirkel, die „den Westen“ derzeit im Griff haben?

    Soll sich die LINKE den Sogan „Deutschland raus aus der NATO – NATO raus aus Deutschland“ zu eigen machen oder schmälert das die Chancen einer Regierungsbeteiligung? Müssen wir nicht realpolitischer denken, wie Kretschmann es vormacht? Kriegen wir nicht mehr Zustimmung, wenn wir die AfD anbellen statt die NATO? Und wenn wir das Wirtschaftssystem kritisieren, das die Leute verarmt und für rechte Parolen anfällig macht? Halt nein – da kommt dann gleich einer und nennt mich „Neurechter“, weil ich den Kapitalismus „verkürzt“ kritisiere oder einen „Antisemiten“, weil ich das Wort „Ostküste“ verwendet habe. Besser wir kämpfen nur gegen die AfD, das ist ungefährlicher.