Früherer NPD-Chef Udo Voigt soll Holocaust geleugnet haben

26. März 2015 - 20:48 | | Gesellschaft,Politik | 7 Kommentare
Foto: ProkuraQuelle: https://www.flickr.com - CC BY 2.0 some rights reserved
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Die NPD ist immer mehr aus dem Rampenlicht verschwunden. Die AFD ist aktuell eine viel größere Bedrohung für eine offene und freie Demokratie. Doch nun steht der Vorwurf im Raum, dass der frühere NPD-Chef Udo Voigt, der einzige NPD-Funktionär im EU-Parlament, bei dem Neujahrsempfang der Partei Anfang Januar den Holocaust geleugnet habe.  

Die NPD ist wieder da. Bis auf wenige Ausnahmen hat die AFD der NPD den Rang abgelaufen. Nun ist sie aber wieder in den Schlagzeilen, doch nicht etwa für den Preis für die bürgerlichste rechte Partei, nein, das ist und bleibt die AFD. Vielmehr zeigt die NPD nun wieder ihr wahres Gesicht, was sie zuvor mit einem Vorhang mit bürgerlicher Fratze verdeckt hatte. Udo Voigt’s Immunität soll aufgehoben werden. Er soll auf dem Neujahrsempfang der Partei im Januar den Holocaust geleugnet haben. Das berichtet zumindest die DPA, die sich auf das Büro des EU-Parlamentspräsidentens Martin Schulz beruft.

Holocaustleugnung und Volksverhetzung
Neben dem Vorwurf der Holocaustleugnung, der die Staatsanwaltschaft Saarbrücken nachgeht, wird außerdem weiter verhandelt, ob Voigt wegen Volksverhetzung verurteilt werden könnte. Dabei geht es um einen Terminplan der NPD zur WM 2006 in Deutschland. Der Terminplaner zeigt ein Trikot mit der Rückennummer des farbigen damaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela. Der Text dazu lautete: „Weiß – Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!“ Jüngst geht diese Hetze wieder in perfiderer Form los. 

Noch ein langer Weg bis zum Prozess

Für einen Prozess zur Holocaustleugnung Voigts bedarf es zuerst eine Aufhebung seiner Immunität. Der zuständige Rechtsauschuss wird sich nun um die Frage kümmern, ob Voigts Immunität aufgehoben werden kann. Dafür wird ein Berichterstatter benannt, Voigt angehört und zuletzt wird eine Empfehlung für das Plenum ausgesprochen. Das Plenum müsste dann entscheiden.

Über den Autor

Themenschwerpunkt: Demos (aktuell vor allem Pegida), Gesellschaft, Antisemitismus, Flüchtlinge Ich schreibe für die Freiheitsliebe, da ich auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen will. Zum Beispiel Antisemitismus. Etwas, was eigentlich seit 70 Jahren nichtmehr existieren sollte, wird wieder salonfähig. Die vielen Anschläge auf Synagogen in Deutschland beweisen das. Außerdem geht mir der Rassismus, der vielen Flüchtlingen entgegenschlägt, ziemlich auf die Nerven. Dort will ich aufklären und zeigen, dass Leute, die Asylsuchende „Sozialschmarotzer“ nennen eindeutig rechte Parolen nachplappern. Daher mag ich so Aktionen, wo Flüchtlingen mit Blumen und dem Satz „Nice to have you here“ begrüßt werden. In ihrem Herkunftsland hatten sie schon genug Leid, das muss nicht in Deutschland weitergehen!

7 Kommentare

  • 1
    KUNO sagt:

    Naja, der hat die Zahl der umgekommenen Juden in Zweifel gezogen, oder relativiert.
    Nicht den Holocaust als solchen.
    Otto Schily, mittlerweile 82 Jahre, und außer Diensten, hat kürzlich gefordert die Bestrafung der Holocaust Leugner zu überdenken und einzustellen.
    Und in der Tat sind Deutschland und Österreich die einzigen Staaten weltweit, die das Anzweifeln der Gesamtzahl der Opfer und neue Forschungen unter Strafe stellen.

  • 2
    KUNO sagt:

    Nachsatz: Als der Iran vor einigen Jahren eine neue Holocaustforschung ins Leben rief und Hunderte von Historikern zum Kongress in Teheran einlud, da verbot es die Bundesregierung den deutschen Historikern ausdrücklich, an diesem Kongress teilzunehmen.
    Über das Ergebnis des dennoch stattgefundenen Kongresses ist mir nichts bekannt.
    Das wurde in der Presse weitgehend verschwiegen.

    • 2.1
      Richard sagt:

      Ja da Ahmadinedschad mehrmals den Holocaust geleugnet oder zumindest relativiert hat. Und diese „neuen Erkentnisse“ dieser Forschung ist zumeist revisionistisches Gelaber. Überlegen Sie sich mal, aus welcher Ecke zumeist die Holocaustleugnungen kommen…

      • 2.1.1
        X sagt:

        Als in Auschwitz im April 1990 die Gedenktafel, auf der die Zahl von 4 Millionen getöteten Juden stand, abgebaut und eine neue, mit der Zahl von 1,5 Milionen getöteten Juden angebracht wurde hat das wenige interessiert.

        Waren die Tafeltauscher auch Relativierer?

        Der damalige Vorsitzende des Zentralrat der Juden, Heinz Galinski, gefragt, ob nicht auch die Gesamtzahl von 6 Mil. getöteter Juden korrigiert werden müsste, wies dieses Ansinnen brüskiert zurück.

        Ehrliche Frage: wie geht sowas zu sammen?

  • 3
    Steiner sagt:

    Die AfD eine Bedrohung? Da kennen Sie wohl Merkel, Schäuble, Draghi und Junker wohl noch nicht!

  • 4

    Ja, es gab den Holocaust und er war ein sehr schlimmes Verbrechen.
    Aber es gab auch die Säuberungen STalins, denen mindestens 7 Millionen Menschen zum Opfer fielen,
    Mao hat sogar 20 Milionen oder mehr ermordet.

    Aber nur wir Deutschen sollen heute noch für den Holocaust Buße tun, während Russland und China wieder patriotisch sein dürfen.
    Da könnte einem glatt der Gedanke kommen, dass Hitler Recht hatte mit dem was er sagte, und die Juden wirklich die welt regieren und alles kontrollieren.

    Wieso sind 6 Millionen tote Juden mehr wert als tote Ukrainer oder Chinesen?
    Erklärt mir das mal, ich verstehe es absolut nicht.

    Meiner Meinung nach ist jeder Mord ein Verbrechen, egal ob die Opfer Juden, Ukrainer oder Chniesen sind.