Von Blacklivesmatter zu Black Liberation

20. September 2017 - 13:38 | | Wirtschaft | 1 Kommentare
Solidaritätsdemo mit den Opfern von Ferguson in New York City, Foto: The All-Nite Images CC BY-SA 2.0

Blacklivesmatter dürfte wahrscheinlich die us-amerikanische Bewegung sein, die in den vergangenen Jahren das Problem des Rassismus am stärksten verdeutlicht hat. Keeanga-Yamahatta Taylor beschreibt in ihrem Werk ausdrücklich den Rassismus in den USA, die trügerische Hoffnung das Obama etwas verändern könnte und die aktuellen Proteste.

Während bis in die 60er Jahre schwarze Amerikaner durch Gesetze ganz offiziell diskriminiert wurden, ändert sich dies in der Folge in indirekte Diskriminierung. Diese Veränderung ging einher mit der Herausbildung einer Elite unter den schwarzen Amerikanern und einer kleinen oberen Mittelschicht, die sich ebenfalls ein gutes Leben leisten konnte. Doch diese Entwicklung veränderte nichts an der schlechten ökonomischen Situation und der Diskriminierung unter der ein Großteil der schwarzen Bevölkerung immer noch lebte. Mit der Herausbildung einer schwarzen Oberschicht ging auch die Wahl von schwarzen Abgeordneten in die Parlamente einher. Während diese zu Beginn der 70er Jahre noch als relativ weit links stehend gesehen werden konnten, so wurden sie mit der Zeit immer mehr zu einem Teil des politischen Establishments. „Der Konflikt zwischen dem Schwarzen politischen Establishment und gewöhnlichen Afroamerikanern verschärfte sich jedoch nicht nur aufgrund politischer Umstände, sondern auch aufgrund einer zunehmenden Verachtung für Schwarze, die in Armut lebten“ erklärt Taylor die Entwicklung. Dieser Trend setzte sich auch unter Präsident Obama, dem Taylor ein ganzes Kapitel widmet, fort. Obama wurde begeistert von großen Teil der schwarzen Amerikaner gewählt und sie verbanden mit ihm die Hoffnung Rassismus zu überwinden und bessere Chancen zu erhalten. Doch innerhalb weniger Jahre wich die Hoffnung Resignation und Frust, auch wenn er noch immer verteidigt wurde gegen Angriffe rechter Republikaner.

Von Trayvon Martin zu Blacklivesmatter

„Der Mord an Trayvon Martin war ein Wendepunkt. Wie der Mord an Emmett Till beinahe 57 Jahre zuvor, zerstörte Martins Tod die Illusion einer Gesellschaft, in der „Rasse“ angeblich keine Rolle mehr spielte.“ Die Ermordung von Trayvon führte zur Entstehung einer Bewegung, sie zerstörte endgültig den Mythos, dass es im Amerika unter einem schwarzen Präsidenten keinen Rassismus oder zumindest weniger davon gäbe. Fast 2 Jahre später als das Gericht bekannt gab, dass der Mörder von Martin keine Strafe zu erwarten habe, entstand #blacklivesmatter als Hashtag im Internet. Darauf folgten hunderte Demonstrationen in den gesamten USA. Taylor sieht in Blacklivesmatter eine Bewegung, die sich gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit richtet, aber eng verknüpft ist mit der Desillusionierung über Obama. Sie wurde zu einer Bewegung, die sich nicht bändigen ließ von etablierten Politikern und eingesessen Bürgerrechtsorganisationen. Zu einer Bewegung, die sich nicht zufrieden geben wollte mit dem Status Quo.

Zum Ende ihres Buchs wirft Taylor die Frage auf wie Rassismus und soziale Ungerechtigkeit bekämpft werden können. Sie skizziert einen Weg, einen Weg, den die verarmte weiße Unterschicht gemeinsam mit schwarzen und lateinamerikanischen Arbeitern gehen muss: den Kampf gegen Rassismus und Ausbeutung. „Unsere Aufgabe besteht darin, den Kampf gegen den Terror der Polizei mit einem Kampf für eine Gesellschaft zu verbinden, in der die Polizei nicht mehr gebraucht wird, um Ungleichheit zu verteidigen und Proteste gegen sie niederzuschlagen.“

Das Buch kann hier bestellt werden.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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Ein Kommentar

  • 1
    P. says:

    Der Mann hieß Trayvon Martin (nicht Travyon). Und sein Todesfall wurde nicht als Mord eingestuft.

    Nach schlampiger Recherche und Fehlinformation endet der Artikel mit blöden Floskeln, dass gemeinsam gegen (angebliches) Unrecht kämpfen müsse.

    Schwach.. -_-