Liegenbleiben gegen die AfD?

In Rostock gründete sich am letzten Oktoberwochenende Aufstehen Rostock. Soweit, so langweilig. Doch eine der Initiatorinnen erklärte, man werde sich nicht „an den Gegendemos gegen die AfD-Kundgebungen“ beteiligen, so die Ostsee-Zeitung.

Auch heute noch streiten sich demokratische und sozialistische Kräfte darum, was man faschistischen und rechtspopulistischen Parteien und Politikerinnen und Politiker am besten entgegensetzt. Das man diese Organisationen, die Stimmungsmache und den gesellschaftlichen Rechtsruck nicht einfach aussitzen kann, wird Vielen bei einem Blick in die Geschichtsbücher schnell klar. Am besten verdeutlicht dies wohl das berühmte Zitat des evangelischen Theologen Martin Niemöller:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Martin Niemöller

Umso bedauerlicher ist es, wenn nun Aufstehen-InitiatorInnen aus Rostock bekannt geben, dass man sich nicht am sichtbaren Widerstand gegen die AfD beteiligen werde. Aufstehen selbst hat auf eine Anfrage von uns nicht reagiert. Wir wollten wissen, ob dies eine bundesweit gültige Position sei oder nur die des Rostocker Ablegers. Interessant ist jedoch, dass auf der Veranstaltung in der größten mecklenburgisch-vorpommerschen Stadt explizit der Wunsch geäußert wurde, auch etwas gegen Rechts zu tun. Wie dies mit den Aussagen der Gründerinnen und Gründer vereinbar ist, wird sich zeigen müssen.


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