Doppelte Standards: Coronademos dürfen laufen – Opfer von Rassismus nicht

22. August 2020 - 12:45 | | Politik | 2 Kommentare
Bild: Initiative 19. Februar

Am heutigen Samstag sollte eigentlich die Demonstration zum Gedenken an die Opfer von Hanau stattfinden. Bundesweit wurde mobilisiert, um sechs Monate nach dem Anschlag ein würdiges Gedenken durchzusetzen, doch gestern Abend kam die Nachricht, dass die Demo nun untersagt wurde. Andere Demonstrationen dürfen dagegen stattfinden.

Die Initiative 19. Februar, die die Demonstration gemeinsam mit den Angehörigen der Opfer des Anschlags organisiert hat, wurde am Abend vorher vom Hanauer Oberbürgermeister darüber informiert. In ihrer Erklärung schreibt die Initiative:

Wir bedauern diese Entscheidung, weil wir wochenlang ein Hygiene-Konzept gemeinsam mit Stadt und Ordnungsamt entwickelt haben und den erwarteten Teilnehmer*innen ein verantwortungsvolles Verhalten zugetraut hätten. Die Absage am Freitag Abend lässt uns keine rechtlichen Möglichkeiten, die Entscheidung prüfen zu lassen.

Dennoch sind wir keine Corona-Rebellen und folgen der Entscheidung. Wir werden morgen nicht gegen eine Corona-Verfügung mobilisieren. Die Mobilisierung nach Hanau ist abgesagt.

Während die Demo somit abgesagt wurde, wollen am kommenden Samstag in Berlin Zehntausende in Berlin demonstrieren, die die Maßnahmen gegen Corona für überzogen halten. Die deutsche Politik zeigt mit dem Verbot der Demo in Hanau und der Erlaubnis in Berlin, wieder einmal, dass Migrantinnen und Migranten im Zweifel ihre Rechte verwehrt werden, während Verschwörungstheoretiker ohne Hygienekonzept zu Massenprotesten einladen dürfen.

Wer trotzdem teilhaben will, kann ab 15:00 Uhr heute die Reden und das geplante Programm der Proteste in Hanau, hier verfolgen. Denn die Reden und das musikalische Programm, sollen trotzdem übertragen werden und so zumindest ein kleiner Teil des Gedenkens ermöglicht werden.

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Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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2 Kommentare

  • 1
    Bülent B. says:

    Hallo,

    ich selber habe türkische Wurzeln,und ich finde es schlimm,was in Hanau passiert ist,doch ich finde es nicht gut,die Corona Demos gegen den Anschlag in Hanau auszuspielen.

    Wir alle sind Opfer,die Ausländer als Gewaltopfer und Opfer von Diskriminierung,doch die ganze Gesellschaft als Opfer auch von den Corona Massnahmen…

    Wieso sind die Leute in Berlin,die sich gegen freiheitsbeschränkende Massnahmen wehren,Verschwörungstheoretiker?
    Als Autor einer linken Seite hätte ich mehr „Freiheitsliebe“ von dir erwartet..das,was mit Ausländern schon lange hier passiert,ist schlimm,ja.Doch ein ganzes Volk,von seiten der Eliten,einzusperren,zu bevormunden,mit Masken und anderen Massnahmen zu drangsalieren,die Wirtschaft runter zu fahren und ganze Existenzen zu vernichten,ist nicht schlimm,oder?

  • 2
    Manfred Geneschen says:

    Schön wäre noch ein Link zu dem Demoantrag und dem Ablehnungsbescheid. So gäbe es ein besseres Bild über das staatliche Handeln. Bisher habe ich den Rechtsstaat positiv erlebt und möchte Kritik, die ich auch für mich nutze, sehr konkret belegt haben.