Debatte in der Linken – Wie geht es weiter?

14. Januar 2018 - 16:49 | | Politik | 1 Kommentare

In der Linken ist die Debatte um die Zukunft der Partei im vollen Gange. In einem Interview mit dem Spiegel erklärte Sahra Wagenknecht völlig offen, das sie eine neue „linke Volkspartei“ fordert. Auf die Äußerungen und Thesen Lafontaines und Wagenknechts, veröffentliche eine Gruppe aus circa 40 Aktiven der Partei aus verschiedenen Strömungen den „Aufruf Solidarität ist unteilbar. Für eine bewegungsorientierte LINKE.“ Das FDS (Forum demokratischer Sozialismus) veröffentliche auf Facebook ebenfalls eine Antwort auf die Thesen aus dem Saarland.

Wir wollen die Debatte, die in der Linken geführt wird, erneut begleiten. Dazu sammeln wir an dieser Stelle Beiträge und Aufrufe, die ihr euch selbst zu Gemüte führen könnt.

Solidarität ist unteilbar. Für eine bewegungsorientierte LINKE. (Niema Movassat, Nicole Gholke u.A.)

„Wir sind Mitglieder der LINKEN. Wir sind engagiert in unterschiedlichen Strömungen, Bündnissen und Bewegungen. Wir arbeiten im Parlament, in Basisorganisationen und im Kreisverband. Wir ergreifen das Wort, weil wir unsere Partei als unverzichtbaren Teil linker Bewegung begreifen, als Teil des Lagers der Solidarität, das sich dem gesellschaftlichen Rechtsruck mit antirassistischem und antifaschistischem Engagement entgegenstellt und weil wir wissen, dass der Kampf um soziale Rechte, um gute Arbeit und gerechte Verteilung und der gegen Diskriminierungen jeder Art untrennbar zusammen gehören.

DIE LINKE ist dazu die zentrale Sammlungsbewegung in Deutschland. Sie ist bedeutend, weil sie diejenigen Traditionen und Politikansätze in sich vereint, die gemeinsam an grundsätzlichen Alternativen arbeiten. Es sind diese Aktiven, die das Wirken der Organisation von unten nach oben mit Leben füllen. Ein medialer Wahlverein kann keine Alternative zu einer pluralen und demokratisch verfassten Partei sein, die verschiedene Milieus verbindet und in realen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verankert ist.“ Hier weiterlesen…

Neue linke Volkspartei? (Forum Demokratischer Sozialismus)

„Neue Politische Aufbrüche werden immer wieder mal gefordert und angekündigt, auch in der LINKEN. Wie der einer neuen linken Volkspartei, einer „linken Sammelbewegung“, gelingen soll, bleibt dabei absolut im Dunkeln. Es stellt sich sogar die Frage, was daran links sein soll.

Die Reflexe sind dabei bekannt: Immer dann wenn, irgendwo das zarte Pflänzchen einer echten oder vermeintlich linken Bewegung blüht, wird der Spross von Einzelnen zum Vorzeigeprojekt und Vorbild für die deutsche LINKE stilisiert. In ihrer ganzen Unterschiedlichkeit in Herangehensweise, politischen Rahmenbedingungen und Gründen für ihre Erfolge haben dann Corbyn mit Labour,  Sanders in den USA oder Mélenchon in Frankreich zumindest eines gemeinsam: Sie müssen als Kronzeugen herhalten dafür, was in der deutschen politischen LINKEN angeblich schief läuft und wie man sie zurückbringt aufs Gleis.“ Hier weiterlesen…

Sozialistische Klassenpolitik – Was die Klassenfrage für die Linke bedeutet (Bernd Riexinger)

„Seit der Bundestagswahl hat die Diskussion an Fahrt aufgenommen, welche Milieus, sozialen Gruppen oder Klassen DIE LINKE anspricht und ansprechen kann – und wie das zu beurteilen ist.

Bereits bei verschiedenen Landtagswahlen war ein Trend zu erkennen, der sich in der Bundestagswahl bestätigt hat: DIE LINKE gewinnt neue Wähler*innen unter jungen, häufig akademisch Gebildeten in den Großstädten und urbanen Zentren. Dort konnte der Zuspruch seit Parteigründung nahezu verdoppelt werden. Der Stimmenzuwachs am 24. September 2017 wäre ohne diese Entwicklung nicht möglich gewesen.“ Hier weiterlesen…

Über den Autor

30 Jahre | ehemaliger Bundessprecher linksjugend [‘solid] | Wortakrobat für die Freiheitsliebe und Balkan21 | Nerd | Gutmensch | Marxist| Blogger | Youtuber in Ausbildung
Ihr findet mich auf: Twitter Facebook

Ein Kommentar

  • 1
    Struppi says:

    Ich wundere mich warum grosse Teile der Linken nicht dieses großartige Situation innerhalb der SPD nutzt?

    Das ist doch genau das, worauf Wagenknecht und Lafontaine abzielen. Es gibt eine sehr grosse Gruppe von unzufriedenen Linken innerhalb der SPD, aber auch in Teilen der Grünen, da deren Kurs nur noch wenig links ist. In dieser Situation auf diese Unzufriedenen zugehen, während es im Bundestag keine Mehrheit für eine Konservative Regierung gibt, ist mehr als Klug.

    Was macht die Linke stattdessen?

    Es wird lamentiert und mit eifersüchteleien darauf gepocht, dass nur sie die einzig wahre Sammelbewegung ist.

    Der Beitrag von Riexinger klingt für mich inhaltslos und leer. Und erschreckt hat mich, dass er ein Papier von u.a. Nahles verlinkt. Ich habe es gelesen und bin erschreckt ein Geschwafel über das was negativ ist ohne auch nur Ansatzweise die Ursachen für diese Probleme zu benennen. Das Nahles (und die SPD) auch dafür mitverantwortlich ist wird verschwiegen. Alles Elend kommt nur durch die Veränderungen der Arbeitswelt. Ein Beispiel wie man sich mit vielen Worten etwas schönredet ohne das die tatsächliche Situation verbessert wird.

    Mittlerweile bekomme ich Angst um das Parteiensystem. Wenn sich die Linke wirklich von der SPD einspannen läßt, bleibt mir nur noch die MLPD.