No More Charlottesvilles

5. September 2017 - 11:09 | | Politik | 3 Kommentare
Solidarität Charlottesville – Michael Sessum / Flickr

Der wichtigste Kampf in den USA ist es heute, das Erstarken der rassistischen Rechten zu stoppen. Das Herumwüten der White Supremacists in Charlottesville, Virginia war das vorhersehbare Resultat der rassistischen Agenda der republikanischen Partei und Donald Trumps Aufstieg zur Präsidentschaft.

Die Wahl Trumps hat der rassistischen Gewalt der Rechten freien Lauf gelassen. Weiße Rassisten wurden nicht nur von Präsident Trump angefeuert, sondern auch durch das Schweigen der Trump-Regierung inmitten des dramatischen Wachstums von White-Supremacist-Gruppen und brutale rassistischen Angriffen ermutigt.

Die antirassistische Aktivistin Heather Heyer gehört zu einer wachsenden Liste von Menschen, die seit Trumps Wahl von weißen Rassisten getötet wurden. Vor wenigen Monaten haben selbstbeschriebene „Alt-Right“-Aktivisten den afroamerikanischen Studenten Richard W. Collins III ermordet.

Anfang dieses Jahres wurden Ricky John Best und Taliesin Myrddin Namkai Meche brutal ermordet, als die beiden Männer intervenierten, um einen weißen Rassisten daran zu hindern, zwei junge schwarze Frauen, von denen eine Muslimin war und einen Hijab trug, verbal anzugreifen.

Als Trump schließlich viele Stunden nach Beginn des rassistischen Nahkampfes in Charlottesville eine öffentliche Erklärung abgab, äußerte er bewusst vage: Er behauptete, Gewalt „auf vielen Seiten“ abzulehnen.

Trumps Verhalten ist entsetzlich, aber kaum schockierend. Seit seiner Kampagne ist er in ein obszönes Spiel mit gewalttätigen Rassisten involviert worden. Das Ku Klux Klan, David Herzog und andere notorische White Supremacists spracehen sich offen für ihn aus. Sein Hauptstratege ist Steve Bannon, der schon einmal über seine Beziehung zur „Alt-Right“ geprahlt hat. Sebastian Gorka, Trumps Deputy Assistant, der Verbindungen zu faschistischen Organisationen in Ungarn aufgebaut hat, sagte letzte Woche, dass „White Supremacists“ in den USA kein Problem sind.

Wenn Charlottesville eine weitere Episode rassistischer Gewalt ist, die von der Trump-Regierung vage und stillschweigend kritisiert wurde, so stellt dies auch eine alarmierende Eskalation organisierter rassistischer Gewalt in den USA dar. Andere Morde, die sich seit Trumps Amtseinführung ereignet haben, könnte man als zufällige rassistische Gewalttaten bezeichnen. Aber die Ereignisse in Charlottesville waren lange im Voraus geplant.

Seit einigen Monaten ist bekannt, dass White Supremacists in Charlottesville marschieren würden, um gegen die Entfernung einer Statue von Robert E. Lee aus einem örtlichen Park zu protestieren. Dieses rassistische Gesindel veranstaltet seit einigen Monaten Proteste in und um die liberale Universitätsstadt – einschließlich einer früheren Version des Tiki-Fackelmarsches, der am Freitagabend wiederauftauchte.

Faschistischen Organisationen und ihre White-Supremacist-Verbündeten sprachen offen darüber, Waffen – einschließlich Schusswaffen – nach Charlottesville zu bringen. Und das taten sie auch: sie kamen mit Helmen, Keulen, Pfefferspray, Holzschildern und Sturmgewehren.

Am Freitagabend, vor ihrem sogenannten Protest, marschierten Hunderte von größtenteils jungen, weißen Männern durch den University of Virginia und trugen Fackeln. Berichten zufolge marschierten sie auch auf einem Kirchengottesdienst, der in Vorbereitung für eine Gegendemonstration am folgenden Tag gehalten wurde.

Es war eine Tat rassistischer Einschüchterung. Trotz ihrer Behauptungen, dass sie nur ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben wollten, kamen die White Supremacists nach Charlottesville, um Aufruhr zu stiften, Menschen anzugreifen, und jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellte. Das Southern Poverty Law Center bezeichnete es als das größte Treffen von Hassgruppen in den USA seit Jahrzehnten.

Ihre Mob-Aktion offenbarte mehrere Realitäten: Sie sind relativ klein, unverhältnismäßig gewalttätig – und von der Polizei völlig verhätschelt. Am Freitagabend ließ die Polizei die fackeltragenden Rassisten eine afroamerikanische Kirche überfallen, während sie „white lives matter“ und den Nazi-Slogan „Blut und Boden“ riefen. Am nächsten Tag stand die Polizei passiv herum, als weiße Rassisten in Formation aufstanden, auf Demonstranten stürmten und Menschen schlugen.

Der Gegensatz zur polizeilichen Umgangsweise mit „Black-Lives-Matter-Protesten“ war wie Tag und Nacht. Die Polizei ließ das rassistische Mob, das zu physischer Gewalt fest entschlossen war, einfach durchgehen. Die weißen Rassisten hatten nie mit Panzern, Tränengas, Hunden, Wasserwerfern oder Übergriffen der Bereitschaftspolizei zu kämpfen. Wenn Antirassisten „the cops and the Klan go hand in hand“ rufen, beziehen sie sich genau auf diese gemütliche, fast kollegiale Beziehung.

Trumps Widerwillen, die White Supremacists öffentlich zu denunzieren, die seine Kandidatur und jetzt seine Präsidentschaft unterstützen, blamiert seine Republikanische Partei. Es hat sie dazu gebracht, ihre Verbindung mit weißen Rassisten aufzukündigen. Bis zum Sonntag war es schwierig, einen Republikaner zu finden, der die Gewalt der White Supremacists nicht verurteilte – mit der wichtigen Ausnahme des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Marco Rubio, Senator von Florida, forderte Trump auf, seine Ablehnung der White Supremacists deutlich zu machen. Utah-Senator Orrin Hatch verlangte, dass Trump „das Böse beim Namen“ nennt. Der Sprecher des Hauses Paul Ryan beschrieb die Anschläge in Charlottesville als ein Beispiel für abscheuliche Bigotterie“.

Die Republikanische Partei vergießt Krokodilstränen. Schließlich ist dies die Partei, die Trump die Plattform gegeben hat, auf der er seit Monaten steht und die Partei, die sich für den übelsten Rassismus in der modernen amerikanischen Geschichte einsetzt. Monatelang haben die Republikaner das rassistische Wüten Trumps im Weißen Haus angefeuert. Es gab ja das muslimische Reiseverbot, das Trump innerhalb weniger Stunden nach seiner Amtseinführung gefordert hatte. Aber sie sahen auch tatenlos zu, während er Immigration and Customs Enforcement (ICE) einsetzte, um Terror in den Einwanderergemeinschaften durch Razzien auszulösen. Republikaner haben die Trump-Administration und seine Rückkehr zur sogenannten „law and order“-Rhetorik gefeiert – geführt von Jeff Sessions – während Trump die Polizei ermutigt, die Menschen in ihrem Gewahrsam zu missbrauchen.

Diese Säulen der Trump-Administration, die von der Republikanischen Partei als Ganzes weitgehend unterstützt werden, sind nur der Anfang. In den letzten Wochen hat die Trump-Administration ihre Absicht erklärt, zu überprüfen, ob weiße Menschen Opfer von Diskriminierung im Hochschulbereich sind. Sie haben vorgeschlagen, die Zahl der Einwanderer, die in die Vereinigten Staaten abwandern und kein Englisch sprechen, zu begrenzen. Und sie haben gedroht, die Zahl der Razzien in Einwanderergemeinschaften zu erhöhen, während sie speziell auf die Abschiebung von jungen Einwanderern zielen, die als Kinder ins Land gebracht wurden.

Die Republikanische Partei hat mehr als eine Plattform für Trumpfs rassistische Hassreden zur Verfügung gestellt. Sie hat seine politische Agenda gestärkt – eine Agenda, die den rassistischen Rechten das Glauben gibt, dass sie in ihrer Kampagne der Terrorisierung, Marginalisierung und sogar der Ermordung derjenigen, die ihnen im Weg stehen, erfolgreich sein können. Dazu gehören schwarz- und braunhäutige Menschen ebenso wie die weißen Antirassisten, die sie herausfordern. Sie haben uns alle ins Visier genommen.

Der Kampf gegen den Rassismus in Charlottesville zwang die Beamten dazu, sich endlich gegen die wachsende Gruppe der White Supremacists und Neonazis auszusprechen. Wir müssen uns weiterhin vereinen im Kampf gegen rechtsradikale Rassisten – wir müssen sie aufhalten, bevor sie wieder töten.
Der Artikel von Keeanga-Yamahtta Taylor erschien im Jacobin Mag und wurde von Gloria übersetzt.

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3 Kommentare

  • 1
    San Holo says:

    Some of those that work forces, are the same that burn crosses
    Some of those that work forces, are the same that burn crosses
    Some of those that work forces, ARE THE SAME THAT BURN CROSSES AAAAAAARRRGHH

  • 2
    RassismusistbloßRassismus says:

    Rassistische 28 Male kommt rassistisch das rassistische Wort „Rassismus“ (in verschiedenen, rassistischen Formen) in diesem rassistischen Artikel vor.
    Rassischer Scharrismus ist mussarrisch! Rassismus!

  • 3
    Jihad Müller says:

    Der Kampf gegen Rääääächts muss gestärkt werden.^^