TV-Duell: Merkel und Schulz diskutieren – AfD freut sich

4. September 2017 - 20:25 | | Politik | 0 Kommentare

Das gestrige TV-Duell verdient den Titel Kanzlerduell eigentlich nicht, denn es ging nicht darum, was Merkel und Schulz für eine eigene Regierung planen. Bildungspolitik, Klima, Gesundheit und Umwelt kamen nicht vor, auch wichtige Themenbereiche wie Sozialpolitik und Justiz wurden nur am Rande thematisiert, dagegen stand Migration und Islam im Vordergrund, das lag nur bedingt an den Kandidaten, sondern viel mehr an der Moderation.

95 Minuten dauerte das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz, was die beiden nun wirklich wollen weiß man eigentlich nicht, sieht man vom Themenbereich Migration und Islam ab. 17 Fragen wurden von der Moderation im Verlauf der Sendung zu diesen beiden Themen gestellt, 3 dagegen zur Sozialpolitik. Die Fragen oder besser Parolen glichen dabei in Teilen einem AfD-Stammtisch, besonders hervor tat sich der ehemalige Bildjournalist Claus Strunz. Seine Fragen oder eher Forderungen lauteten möglichst schnelle Abschiebung der Flüchtlingen, natürlich nur derjenigen, die kein Asyl erhalten haben. Es darf schon verwundern, wenn Merkel im Studio gegen dumpfe Parolen verteidigen muss, dass sie an der Außengrenze keine Wasserwerfer auffahren ließ um auf Flüchtlinge zu schießen. Die gestrige Sendung war kein TV-Duell für die Menschen, die ein Interesse daran haben wie sich Deutschland unter den jeweiligen Kanzlerschaften entwickeln könnte, sie war erst Recht keine Sendung für die Millionen, die Flüchtlingen halfen und dies immernoch tun. Denn statt über das Risiko der Flucht zu sprechen wurden Flüchtlinge und der Islam als Gefahr dargestellt. Die gestrige Sendung war ein Kotau vor den wütenden Mobs in Heidenau und Freital, die Fragen wirkten als seien sie der Gedankenwelt der Wutbürger entsprungen und machten die Sendung damit zu einem Geschenk für die AfD!

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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