Nazis, jüdischfeindlichen Antisemitismus und Rassismus bekämpfen – auch auf der Toilette!

4. April 2016 - 12:37 | | Politik | 5 Kommentare
By Anagoria (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
Folgende Hassbotschaften auf den Fotos stammen aus Bremen. Diese sind nicht an irgendeinem Ort, sondern an der Universität Bremen an der zentral gelegenen Glashalle auf dem Damen-WC zu finden. Dort stehen Hass antijüdische und geflüchtetenfeindliche Parolen wie „Scheiß Jude!!“ „Wir brauchen Hitler!!!“, „KZ öffnen“ „Flüchtlinge ab in die Gaskammer!“
Es ist erschreckend, dass der Holocaust, der Massenmord an 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, in der Gesellschaft verherrlicht wird. Zugleich macht es fassungslos, dass sich positiv auf die Konsequenzen des verschwörungstheoretischen Rassenwahn der Nazis berufen und dies sogar abgewandelt auf Geflüchtete übertragen wird. So ein hasserfüllter Aufruf zum Massenmord stellt bewusst den Bezug zu den Nazis her, dementsprechend wird eine Art „Endlösung der Flüchtlingsfrage“ in den Vernichtungskammern der Konzentrationslager angestrebt. Die ideologischen Hintergründe des wahnhaften und  antijüdischen Vernichtungsfeldzuges gegen „die Juden“ ist der sogenannte „Nationalsozialismus“. Davon ausgehend werden Mensch mit jüdischen Glaubens durch die Nazis als „Volksschädlinge“ in der „deutschen Volksgemeinschaft“ diffamiert, schrittweise intensiver diskriminiert und verfolgt. Aus dem Naziwahn heraus würden „die Juden“eine fiktive Reinheit der „arischen Rasse“ sowie der „germanischen Kultur“ bedrohen, da sie dieTräger der „Verwesung“ durch minderwertiges biologisches Material seien und dafür aus der Sicht der Nazis vernichtet werden müssen. Diese vermeintlichen „Ängste und Bedrohungsszenarien“ spielen sich in weiteren Formen ab.
So wird von einem ähnlichen Schema ausgegangen. Demzufolge würden Geflüchtete die fiktive Reinheit des „deutschen Volkes“ und oder der „deutschen Kultur“ bedrohen. Aus dem menschenverachtenden Wahn heraus müssen „Flüchtlinge ab in die Gaskammer!“ geschickt werden. Hierbei wird außer Acht gelassen, dass Kultur kein statisches Subjekt ist, sondern sich im Laufe der Geschichte durch die Menschen in der Gesellschaft verändert und nicht isoliert sein kann von Einflüssen diverser Kulturkreise.

Hetzparole „KZ öffnen“ „Flüchtlinge ab in die Gaskammer!“

Ähnliches  gab es bereits im November 2015 bei Pegida zuhören. So hetzte ein  Pegida Redner mit Bezug auf den Umgang mit Geflüchteten während der Mob dazu jubelnden gröhlt: „Die KZ sind ja leider außer Betrieb“. Der Aufruf zum Massenmord ist gerade vor dem Hintergrund der Geschichte erschütternd und beängstigend. Neben der Hetze wurde in selber Schifft mehrfach noch das Datum 7.03.2016 an die Kabinenwand geschmiert. Das Datum ist gerade mal 6 Tage vor den Landtagswahlen (Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinlandpfalz) vom 13 März 2016 bei dem die AfD ein Sammelbecken aus rechtspopulistischen und rechtsradikalen Kräften mit faschistischen Elementen, einen erheblichen Stimmenzuwachs für sich verbuchen konnten. Bereits am 29. Januar 2015 macht der stellvertretende AfD-Bundessprecher Alexander Gauland deutlich: „Pegida Dresden und die Demonstranten sind noch immer natürliche Verbündete“ der AfD.

Schreckenherrschaft der Nazis als vermeintliche Lösung?

Der Ruf nach einem starken Führer wie Hitler, der sich dem „Problem“ annehmen solle, verdeutlicht den Drang nach Entindividualisierung in einer völkischnationalen Gemeinschaft mit Führerkult und die Gleichschaltung des Individuums in Verbindung mit dem Wunsch nach despotischer Gewaltherrschaft gegen „die anderen“. Das sind menschverachtende Reaktionen auf wirtschaftliche Krisen und sonstige gesellschaftlichen Probleme an dem „die Juden“ schuld seien.

 Judenhass und antijüdische Verschwörungen

Die Hetzparole „Scheiß Jude!!“ im Kontext der Geflüchtetenbewegung nach Europa verweist auf die jüdischfeindliche Verschwörung hin, wo nach „die Juden“ eine angebliche Zerstörung Europas planen, die durch eine vermeintliche Islamisierung eingeleitet würde. Diese komme dadurch Zustande, dass infolge von Migrationsbewegungen, welche (teils) ausgelöst durch Kriege sind, hinter denen wiederum „die Juden“ stecken sollen. 
Solche rassistischen, jüdischfeindlichen, verschwörungstheoretischen, nazistischen Weltanschauungen müssen als solches benannt und bekämpft werden. Falsche, vereinfachende, lebensgefährliche und aufhetzende „Erklärungsmuster“ für Krisenphänomene in der Dauerkrise Kapitalismus müssen stets auf Widerstand treffen. Hierzu braucht es eine gesellschaftliche Alternative, welche die soziale Frage thematisiert.
Autor Martin Schefferski.anti

Über den Autor

5 Kommentare

  • 1

    Martin Schefferski: ich halte Ihre hier dokumentierten Befürchtungen für absolut falsch, weil Sie den Nationalsozialismus psychologisieren.

    Im Gegensatz nämlich zu Ihrer These von den Ursachen des Nationalsozialismus als einem Resultat von „Judenhassern“ bzw. „Fremdenhassern“ basierte selbiger knallhart auf den materiellen Interessen des Bürgertums und des Adels, ihren Geschäftsinteressen bezüglich der Sicherung ihrer führenden Rolle in Wirtschaft, Politik, Armee und Kulturbetrieb; falls Sie das nicht glauben, so versuchen Sie sich doch bitte an der Falsifizierung dieser These: PROFITEURE DES NS-REGIMES: DAS BÜRGERTUM http://wp.me/sxqev-160

    Da nun die von mir erwähnten Gruppen heutzutage den „Juden- und Fremdenhass“ nicht nur nicht mehr gebrauchen, sondern ihn so vehement ablehnen, wie wir alle das tun, stellen die Scheißhausparolen, die Sie hier zu einer politischen Bedrohung hochstilisieren, nicht anderes dar als Scheißhausparolen, aber nicht den Hauch einer Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung.

    Sollten Sie sich für das Thema zionistischer Antisemitismusbegriff, den Sie hier de facto propagieren, aber wirklich interessieren, so empfehle ich Ihnen, den Versuch einer Falsifizierung des Artikels DER ZIONISTISCHE ANTISEMITISMUSBEGRIFF http://wp.me/sxqev-4289 zu unternehmen: so würden enorm etwas dazulernen, wovon wir alle etwas hätten.

  • 2
    Bonnie sagt:

    hallo,
    lese gern bei euch.
    doch heute habe ich das lesen eines interessanten artikels abgebrochen.

    : „Die KZ sind ja leider außer Betrieb“.

    das hat ein bekannter katzenkrimi autor gesagt…bei einer pegida veranstaltung.
    soweit so schlecht…denn es ist MASSLOS aus dem zusammenhang gerissen.
    das ist bildzeitungs stiel.
    wer sagt mir ,das nicht auch andere infos in dem artikel falsch(aus dem zusammenhang gerissen)dargestellt werden?
    martin…das ist doch blöd ,wenn ein vielleicht gut recherchierter artikel mit solch fragwürdigem mist aufgepeppt wird.
    die(pegida und co) erzählen genug unfug,
    da muss mensch nicht zitate aus dem zusammenhang reissen und sich selber so diskreditieren.
    mit so etwas untergräbst du deine glaubwürdigkeit.
    ……………………………………….
    das es solche kritzeleien an der uni gibt…wow.
    aussehen tun sie eher nach null schulbildung.
    mfg bonnie

  • 3
    Peter Teichmann sagt:

    Es ist erschütternd, dass es noch oder wieder Holocaust-Befürworter gibt. Die angeführten Beispiele stammen wohl eher von Psychopathen und/oder Vollidioten mit Minderwertigkeitskomplexen. Leider sieht aber so oder so ähnlich die Spitze des Eisbergs aus, von dem man erst seit den AfD-Erfolgen ahnt, wie gewaltig er sein muss. Neben den wenigen sichtbaren Befürwortern des deutschen Faschismus gibt es eine furchterregend große Grauzone von die öffentliche Meinung berücksichtigenden Holocaust-Leugnern, -Relativierern und -Verdrängern, die bis in die Mehrheit der Gruppe der bis dahin „unpolitischen“ Deutschen hineinmetastasieren.
    Auf einen meiner Meinung nach fatalen Fehler im Beitrag muss ich noch hinweisen: Die Holocaust-Opfer werden als Menschen „jüdischen Glaubens“ bezeichnet. Das ist Unsinn, denn kein einziger Jude, der konvertierter Christ oder Atheist oder sonstwas war, wurde deswegen verschont, den Nazis ging es niemals um ein religiöses Bekenntnis.

  • 4
    Konrad sagt:

    Sehr geehrter Herr Schefferski,

    solche Behauptungen wie zur Pegida-Demo in Bezug af eine Aussage des Akif Princci werden von RA Steinhöfel verfolgt, da sie schlicht unwahr sind.
    Pirincci bezog sich NICHT auf Flüchtlinge sondern auf den, nach seiner Ansicht, drohenden Umgang mit Kritikern der Regierungspolitik Merkel.
    Auch Ihre Herleitungen aus WC-Kritzeleien zu einem angeblich gesellschaftlichen Problem mit Bezug auf Deutschland von 1933-1945 sind geradezu lächerlich.
    Erwähnenswert wäre hierzu lediglich die Tatsache, dass es sich um eine Damentoilette einer deutschen Universität handelt.
    Hierzu sollte man im Gegensatz noch Herrentoiletten von linken Szenelokalen in Göttingen ablichten in denen solche „gehaltvolle“ Sprüche stehen wie:
    – „Nur ein toter Deutscher ist ein guter Deutscher“
    – „Lieber Revugies (der Schreiber meint sicher Refugees) als Arbeitsamt“
    oder auch „Fickt mich Tel. xxx“

    Alles in allem ein aufgeblasener Artikel eines offenkundig geschichtlich und sozialem Unbewanderten.

  • 5
    günter sagt:

    scheißhausparolen

    es ist schon plemplem -und kein seriöser Journalismus- einen Artikel auf Kritzeleien an wc-wänden zu stützen. also auf scheißhausparolen. wo sich alles finden läßt, nur nichts gescheites. Student. Adornos kommentieren sicher woanders.