Konferenz gegen Rassismus

27. Oktober 2016 - 10:17 | | Politik | 0 Kommentare

Am 29.10. sollte in Köln eine Konferenz des neurechten Compact-Magazins von Jürgen Elsässer stattfinden. Compact ist ein Magazin der neuen Rechten. Die ganze Bandbreite der ideologischen Strömungen, die an dem Kongress teilnehmen sollten, wird auch durch den Titel der Veranstaltung, ,,Für ein Europa der Vaterländer‘‘, deutlich. Eingeladen waren unter vielen prominenten rechten Kadern auch der AfD-Rechtsaußen aus Thüringen Björn Höcke.

Als wir, die sozialistische Hochschulgruppe dielinke.SDS Köln, von dieser Veranstaltung erfuhren, haben wir beschlossen eine inhaltliche Gegenveranstaltung einen Tag vorher durchzuführen. Dank der Intervention engagierter Antifaschistinnen vom Bündnis ,,Köln gegen Rechts‘‘, wo wir auch aktiv mitmachen, wurde den Rechten mittlerweile die Räume gekündigt und sie mussten ihren Kongress unter finanziellen Einbußen absagen. Stattdessen gibt es jetzt ein Benefizkonzert gegen Rassismus am selben Ort. Wir veranstalten unsere Gegenkonferenz natürlich trotzdem. Schließlich ist es immer unsere Aufgabe, rechtem Gedankengut etwas entgegenzusetzen. Außerdem zeigen wir als sozialistische Hochschulgruppe, dass wir gegen die rassistische Spaltung ankämpfen und für eine progressive linke Welt stehen.

Thematisch sind wir bei unserer Konferenz breit aufgestellt. So wird zum Beispiel der bekannte AfD-Forscher Andreas Kemper eine Veranstaltung über Björn Höcke und die Neue Rechte abhalten. Während Armin Langer über Antisemitismus referieren wird, berichtet Furat Abdulle (SDS Mainz, PoC Hochschulgruppe Mainz) über antimuslimischen Rassismus. Langer ist Gründer der Initiative Salaam-Schalom, die auf einen jüdisch-muslimischen Dialog setzt. Zuletzt ist er auch medial bekannt geworden durch sein Buch ,,Ein Jude in Neukölln‘‘. Des Weiteren wird Petra Pau, Mitglied der Linkspartei im Bundestag und im NSU – Untersuchungsausschuss, über die NSU berichten. Unmittelbar vom Rechtsterrorismus Betroffene von der Initiative ,,Keupstraße ist überall‘‘ wird die Diskussion mit persönlichen Erlebnissen unterstreichen.
Das Abendpodium steht ganz im Zeichen der Frage: ‚,Was tun gegen den Rechtsruck?‘‘. Auch hier werden sich verschiedene renommierte Personen aus dem antifaschistischen Kreis, ebenso wie Wissenschaftler, über die rassistischen Strukturen im Kölner Einzugsgebiet einerseits, aber auch über die nationale Verbreitung von rassistischer Hetzte im völkischen, nationalistischen und faschistischen Strukturen andererseits diskutieren. So werden u.a. NRW-Landessprecherin der Partei DIE LINKE, Özlem Demirel, gemeinsam mit Prof. Dr. Karim Fereidooni (Dozent Uni Köln, Schwerpunkt Rassismuskritik), Vertreter vom Bündnis ,,Aufstehen gegen Rassismus‘‘ und der Sozialwissenschaftler Ingar Solty, teilnehmen.
Letztlich gilt es, gemeinsam Strukturen und Strategien auszuarbeiten, um den Rechtsruck in Deutschland und Europa zu stoppen. Zu den Veranstaltungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Wir als Veranstalter freuen uns über jede konstruktive Kritik, lauter Stimme und Meinung.

Die Konferenz findet am Freitag, 28.10. von 14 – 20 Uhr, H 113, H 114, IBW – Gebäude (Uni Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät) Herbert-Lewin-Straße 2, 50931 Köln.

Ein Beitrag von Sergen Canoglu

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