Der Mythos der linken Meinungsdiktatur

17. Januar 2019 - 10:00 | | Politik | 9 Kommentare

Sportler, Politiker, Journalisten und C-Promis erklären immer wieder, dass man bestimmte Dinge in Deutschland nicht mehr sagen darf. Nicht geäußert werden darf unter anderem Kritik an Geflüchteten, Gutmenschen, Migranten, Muslimen oder der Regierung.

Meist folgt auf eben die Aussage, dass man so etwas nicht mehr äußern darf, dann das, was nicht gesagt werden darf, häufig in einer Kombination mit der Darstellung wie mutig man doch ist. Mutig, weil man sich gegen einen vermeintlich „links-grün versifften Konsens“ zur Wehr setzt. Begonnen hat diesen Trend die Bild mit ihrem „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“, mit dem sie Sarrazins Buch bewarb und Vorurteil nach Vorurteil über Türken, Araber und Muslime veröffentlichte. Seit dem ist viel passiert, die AfD ist mit eben solchen Aussagen in die Parlamente eingezogen und hat sich überall als Verteidigerin der Meinungsfreiheit dargestellt. Dabei gibt es diesen vermeintlichen „links-grün versifften Konsens“ nicht, viel eher ist das Gegenteil der Fall. Kaum ein Thema wird in deutschen Talkshows so oft behandelt, wie Muslime und Geflüchtete. Keine dieser Talkshows kommt dabei ohne irgendjemanden aus, der gegen eine der beiden Gruppen hetzt, häufig gepaart mit dem Anspruch, man stehe als Mutiger gegen die Meinungsdiktatur auf. Doch was für eine Diktatur soll das sein, in der die Themen, welche angeblich nicht besprochen werden dürfen, die am häufigst diskutierten sind?

Viel eher ist das Gegenteil der Fall, diejenigen die Hetze verbreiten haben kein Problem diese zu artikulieren, sie haben nur ein Problem, wenn sie dafür von irgendwem kritisiert werden. Doch damit entlarven sie ihren vermeintlichen Kampf um Meinungsfreiheit als Farce, denn wer austeilen kann, der muss auch einstecken können und wer Stimmungsmache betreibt, der sollte zumindest damit leben können, dass er dafür Kontra erhält. Das hat nichts mit Meinungsdiktatur zu tun, sondern mit der Akzeptanz von Kritik und die gehört zu jedem Diskurs dazu, wer das nicht akzeptiert, sollte das eigene Bild von Meinungsfreiheit überprüfen.


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Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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9 Kommentare

  • 1
    Frank Tabert says:

    Werden in dem Artikel nicht kritische Äußerungen zur Migration direkt wieder diffamiert???
    Generell: „LINKE Meinugssdiktatur??
    Und was soll z.B. an der konsensualen Russland-Hetze der „kritischen Journalisten“ LINKS sein??
    Oder die unglaublich einseitige Syrien-„Berichterstattung“!!??
    Ganz im Sinne der Regime-Change-Strategen, seit 8 Jahren. Bravo!
    Wo sind sie denn die kritischen Journalisten? Krone-Schmalz habe ich schon länger nicht mehr gesehen. Leujefeld noch nie im TV und scholl-Latour ist leider tot.

    • 1.1
      Bodo says:

      Naja, nicht ganz – Der Ton macht die Musik. Diffamiert wird das unterirdische Niveau der dort mitspielenden Rudelsführer.

      Die Russland Hetze hat strategischen Mehrwert – Die konstante Wiederholung soll endweder das Feindbild schüren, das Feindbild verschieben oder das Feindbild verschleiern. Und Pardon, Putin hat ne Verschwörungstheorie bestätigt „Die biologisch potenzielle Existenz eurer Nachfahren hat Bugs in allen Sicherheitssystem erschaffen wenn nicht sogar hacks “ , hat sich hingestellt und einfach in der UN gesagt: „Der Terror wird von den Westlichen Partnern finanziert“ und lässt sein Land stabiler, als die CSU das Machtbild Bayerns.

      Das mit dem Regime Chances – Bitte mal Abwarten und Tee trinken. Ja, unsagbares Leid, unsagbar schlimme Verbrechen, an allem, wofür wir alle glaubten, dass die Zeit nach der Wende stehen sollte, aber goddamn, die Kurden wurden vom Völkerbund gestrichen, und der Treuhand des Sicherheitsrates der UN auf Eis gelegt. Es hieß „kalter Krieg“, nicht nur wegen der Deeskaltion durch kleinere Eskaltionsebenen, es hieß kalter Krieg, weil man es geschafft hat, das einzige Organ der UN, das in Deutschland einen Regime Change von außen legetemiert durchführen lassen könnte, durch sowjetische (Nicht mit der DDR verwechseln) U-Boote der Nazis im Ausland bzw. deren Partnern, ausgeschalten hat. Syrien kann das ganze wieder schnurstracks anschließen, aber links heißt es, nicht unberechtigt, dass der Regime Change von Syrien selbst ausging. Es gab nicht nur Kurden und Syrien zu einer Zeit, als Palästina noch ein Völkerbundmandatsvertreter hatte.

      Man hat das Gefühl, die sowjetischen Genossenschaften haben es geschafft, Deutschland Angst vor einem Regime Change in ihrem eigenen System zu machen, obwohl bestenfalls, man einfach versucht hat, über Deutschland die Macht von unheimlichen demokratischen scheinbar legetimierten Kräften weltweit zu schützen.

      Zu „nie gesehen“ – Tja, Aktivismus per Darlehen. Soll ja angeblich gehen.

      Hat ne Axt von Ochsenfurt nach Regensburg zurück nach Würzburg gebracht, sagt man zumindest über den Künstlerausweisbesitzer „Stephan Ochsenfurt, der den Namen von einen heute ein Lehramt in Mathe und Physik Studierenden gestohlen hat.

    • 1.2
  • 2
    Kn says:

    „Nie wieder Deutschland!“
    „Deutschland verrecke!“

    etc haben zB Claudia Roth und Konsorten propagiert.

    Wie kann so jemand das Volk Deutschlands repräsentieren? Entscheidet, agiert so jemand im Willen der Einwohner?

    Wer den Mund aufmacht, ist ein Nazi. Wahrscheinlich werde ich schon wegen dieses Beitrags beleidigt werden..

  • 3
    Bodo Bleicher says:

    “ Dabei gibt es diesen vermeintlichen „links-grün versifften Konsens“ nicht,“

    Naja, also im „Sachlich-kühlen“ gibt es diesen Konsens schon, also das, was damit umschrieben wird, existiert halt eben schon – Its simple Kulturkampf um Sitte und Norm.

    Es ist stimmig, den links-grün versifften Konsens“ gibt es nicht, weil es „grün versifften Konsens“ heißt, denn sich das Mainstreampublic Linke gerne aus politischen Gründen anschließt. Jenen finden wir aber überall und er ist tückisch.

    Zweifel am Klimawandel, bzw. jener der uns politisch präsentiert wird, Zweifel daran, ob das was wir in der Flüchtlings und Migrationspolitik tun müssen, nicht wie nen Schachzug von anderen Missbraucht wird – was definitiv der Fall ist – das sind alles tatsächlich Meinungsdiktaturische Mittel. Ich persönlich meine zwar Meinungspolitische Mittel, aber nun gut. Die wenigstens Können oder dürfen bis Wollen diesen Themen einen Namen geben. Es kann nicht sein, dass in einer solch Komplexen Welt jemand in der Klimaforschung oder im legeslativen Bockmist sondergleichen gebaut hat, der sich bis ins Fundament eingenisstet hat.

    Ich sag da immer: „Der Mythos ist, dass die Bevölkerung mehr nach Rechts gegangen ist, anstelle mehr nach links“ –

    „Doch was für eine Diktatur soll das sein, in der die Themen, welche angeblich nicht besprochen werden dürfen, die am häufigst diskutierten sind?“

    Eine, in der wichtige Informationen über belanglosere Themen getarnt an die Öffentlichkeit gereicht werden sollen. Über verschiedene Wissenschaftlich Betrachtete wird meist solch Themen wie der NSU besprochen, oder ne Tat, die eben schon vergangen ist, aber längst in aller Munde.

    Ist eine eigene Form von Demokratischer Diktatur, die im Geheimschutz der Demokratie selbst existiert.

    Obwohl, links grün versifft Hassende Gutmenschen anfügen: „Es ist schon Diktatur, weil das Unantastbare Recht zum Scheitern und zur Fehlerhaftigkeit in der Öffentlichen Meinungsäußerung sofort gesteinigt wird. Ist das selbe, wie man jemanden Schüchternen in die Talkshows setzt und ihn zwar am wenigstens, dafür aber das beeindruckenste sagen lassen würde – Das würde total untergehen“

    Das führt uns zum Sarazzins „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ vs. „Dem ist nicht so“ –

    Das wird man doch wohl noch sagen dürfen ist in Zeiten von NSA Skandal, Neulandsskandale, die uns weit in die Gesetze der 60er führen dürften, das moderne „Aber hier stimmt etwas gewaltig nicht, du verstehst doch was ich mein?“

    Leider wird in der Öffentlichkeit das endweder wirklich nicht verstanden, oder mit einem „Dann verstehst du auch das „Dem ist nicht so“ die vermeintlich nötige eiskalte Schulter gezeigt. Wo sie im Privaten nötig wird, scheint es neuerdings so zu sein, dass man sie auch öffentlich zeigen muss. Ist wie käuflicher TeenieSex an einer Rettungstreppe bei ner Schiffschleue

    In der seit mindestens 10 Jahre laufenden „Du bist Deutschland, weil Demokratie so endkrass geil ist“ Propagandawelle bzw. seiner Theorie, würde dieses „VS.“ dazu führen, dass wir heute diese Hater und Hetzer mit „Der nächste Bitte“ abservieren könnten, weil sein relevanter Inhalt mit „Dem ist nicht so, aber ihr Hinweis auf ….. mag durchaus nicht unberechtigt sein“ abgefedert werden würde.

    Leider erleben wir dank Pegida, dank AFD, dank dem erstarkten Rechtsdemokratischen Extremismus und der Situation, das ganz Europa daran gescheitert ist, gegen die Bundesrepublik zu revoltieren, gerade links der Mitte das Gegenteil von dem, was die Streitkultur hier bewirken könnte, genau das Gegenteil

    Anstelle „Das wird man noch sagen dürfen“ auszustechen, wird genau das selbe Muster auch noch angewendet.

    „Viel eher ist das Gegenteil der Fall, diejenigen die Hetze verbreiten haben kein Problem diese zu artikulieren, sie haben nur ein Problem, wenn sie dafür von irgendwem kritisiert werden. “

    Wer in diesen Tagen nicht hetzt, hat nicht gelebt. Nicht mal ich könnte so hohe Absätze tragen, um zu sagen, dass die Hetze zumindest bezüglich der Informationen für die Bevölkerung nichts gebracht hat – Das Problem ist Schachtelinformationen aller TTIP oder Miraculous. =D Wir bekommen gerade noch genug informationen aus der Hetze, um zu ahnen, was an der Spitze der Macht aktuell los ist.

    “ Das hat nichts mit Meinungsdiktatur zu tun, sondern mit der Akzeptanz von Kritik und die gehört zu jedem Diskurs dazu, wer das nicht akzeptiert, sollte das eigene Bild von Meinungsfreiheit überprüfen.“

    Naja, die Freiheit der Diktatur beginnt mit Meinungen – So auch die Diktatur der Freiheit.

    Dem Sachinhalt – die Hetze gegen Personengruppen – schließe ich mich jedoch an. Das betrifft aber, wenn wir darüber nachdenken, uns alle – Ein Teufelskreis des Hater und Fanmechanismus der Massenpsychologie. Andererseits – Soll man etwa der sowjetischen Partei Deutschlands die Schuhe putzen, und das auch noch als eigener Fetisch am Bordellhaus der Partei und des Staates bezahlen?

    Ist aber am Ende alles eine Frage der Perspektive, wie diese Zeit: Leben wir in etwas schlimmeren wie einer Diktatur, sowas wie eine demokratisch gewillte Diktatur, oder erleben wir gerade das erste Mal in der aufgezeichneten bekannten Historie, dass ein Übergang in eine neue Zeit beginnt?

    Leben wie der Teil des Satzes, Handeln nach dem zweiten Teil, und fühlen wie die Frage.

  • 4
    Jan says:

    ĥier darf nur kommentiert werden, wenn es der redaktion gefällt.

    • 4.1

      Nö, alles was nicht rassistisch, sexistisch, diskriminierend usw. ist erscheint. Alles was das demokratische Meinungsspektrum verlässt nicht.

      • 4.1.1
        Jan says:

        Genau das ist ja mit „Meinungsdiktatur“ gemeint. Der Korridor was unter diese Definition fällt wird einfach immer enger gezogen und ein paar selbsternannte Gesinnungshanseln entscheiden darüber was noch gesagt werden darf. Es ist ein lächerlicher Zirkus und jeder weiß es.

      • Was hat das mit Gesinnungsterror zu tun? Ist es Gesinnungsterror, das Roma nicht Zigeuner genannt werden wollen? Menschen mit Migrationshintergrund nicht Kanaken? Afro-Deutsche nicht Neger? Nein. Es ist nur richtig, weil es abwertende und diskriminierende Bezeichnungen sind. Rassismus ist nun mal keine Meinung. Daher hat das auch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.