Bodo Ramelow vergleicht antifaschistischen Prozess mit „Nazi-Methoden“

14. April 2016 - 15:59 | | Politik | 9 Kommentare
Die Tasche einer Demonstrantin.

Wenn eine antirassistische Demonstration in einem Dorf stattfindet, das so klein ist, dass die Demo Zwangsläufig an einer Wohnung eines bundesweit bekannten Rechten vorbeizieht, ist das dann legitimer Protest oder nicht?

In einem Twittergefecht mit unzähligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, verteidigt der thüringische Ministerpräsident der Linkspartei seine Position, dass eine solche Demonstration in einem Dorf, die auch an der Wohnung des bundesweitbekannten „Bernd“ Höcke vorbeiführen würde, Nazi Methoden seien.


Dafür erntete er von Antifaschist*innen und Linken Kritik, von einigen allerdings auch Unterstützung. Wiederum andere warfen ihm die Relativierung von Nazi Verbrechen vor. Die linksjugend, der Jugendverband der Linkspartei, bekräftigt jedoch das Anrecht auf antifaschistische Proteste. Schließlich gelte es hier, auch das Recht auf Versammlung zu verteidigen. Bundessprecherin der Linksjugend Selin Gören führt aus: „Gerade in ländlichen Regionen muss man Flagge gegen Rassismus zeigen. Bornhagen wurde stellvertretend für all die strukturschwachen Dörfer gewählt, in denen rechte Kräfte besonders stark sind. Ein linker Ministerpräsident sollte sich solidarisch mit antirassistischem Protest zeigen. Er sollte mit den Antifaschist*innen auf die Straße gehen und ihr Engagement unterstützen. Wir wollen klare Kante gegen Rechts und ein klares Nein zu Abschiebungen.“
Lob erntete er für seine Aussage von Beatrix von Storch, einer der prominentesten AfD Vertreterinnen.
<blockquoteclass=“twitter-tweet“ data-lang=“de“>

Bodo #Ramelow hat Recht: die #Antifa hat Demokratie nicht verstanden. https://t.co/gpb996YHln

— Beatrix von Storch (@Beatrix_vStorch) 12. April 2016

<scriptasyncsrc=“//platform.twitter.com/widgets.js“ charset=“utf-8″>

Die Frage die bleibt: Ist ein solcher Protest legitim, der an Wohnungen von bekannten Persönlichkeiten vorbeiführen?

Über den Autor

9 Kommentare

  • 1
    Maria von Finnentrop sagt:

    Es geht nicht darum, ob Demos an Wohnungen vorbeiführen, es geht um Zusammenrottungen, bei denen mißliebige Personen in ihrem privaten Umfeld bedroht werden sollen. Das hat weniger mit rechts oder links zu tun, sondern mit Respekt, Anstand, Charakter, Stil.

    Sowas macht man nicht. Das ist ungezogen.

  • 2
    Ollinger sagt:

    Bodo Ramelow ist ein ehemaliges SED Mitglied und ein Wendehals. Denkt ihr wirklich, dass ihn die Flüchtlinge interessieren?
    Diesr Mensch gehört eingesperrt!
    Man darf ihm nicht vertrauen. Er ist ein falscher Hund. Die Partei eine Verarschung!

    • 2.1
      Jörg sagt:

      So ein Blödsinn. Bodo Ramelow ist ein Wessi und kann dem zufolge gar nicht in der SED gewesen sein !!!!

    • 2.2
      Soldat82 sagt:

      Schon blöde, wenn man keine Ahnung hat aber seine Klappe trotzdem aufreißt! Ramelow konnte kein SED-Mitglied sein , da er aus Hessen stammt, das bekanntlich kein Teil der DDR war.
      Trotzdem stimme ich Ihnen zu, das er ein Wendehals und ein falscher Hund ist und die Linke in großen Teilen ihrer Führung eine Verarschung ist.

    • 2.3
      Ollinger sagt:

      stimmt! in Niedersachsen geboren aber mit Stasi-Offizier Matthias Schindler gemeinsam Geschäfte machen! Damit hat er von Anfang an für mich ein Glaubwürdigkeitsproblem. Er ist eine hoch umstrittene Person. Die Linke ist eine Verarschung!

  • 3
    Zeitzeuge_ww3 sagt:

    Höcke ein Nazi?

    Nicht mehr als die Merkel oder der Gauck – warum ist die AntiFa nicht bei denen mal zu Besuch, würde von mir wesentlich mehr Symphatie ernten als das blinde Einschlagen auf die AfD. Im übrigen auch vom Volk, aber das ist ja verpönt, mit dem kann manIn als linker sich nicht identifizieren, weil Nazi.

    • 3.1
      Mark2323 sagt:

      Das frage ich mich auch. Aber wahrscheinlich sind die zuviel damit beschäftigt, jedes dritte Wort mit dem Gender* zu versehen, um auf gute Gedanken zu kommen. 🙂

  • 4
    Meh sagt:

    Wen wollt ihr verarschen – außer euch selbst?
    Der Aufmarsch findet nicht zufällig in dem Dorf statt, in dem Höcke wohnt, sondern WEIL er dort wohnt.
    Das geben die linken Krawallmacher*innen auch unumwunden zu:
    https://straighttohellbornhagen.wordpress.com/aufruf/

    Es ist schlichtweg bedauerlich, dass hier ein so kurzer Artikel ohne jegliche Hintergründe veröffentlicht wird. Sogar Ramelows Tweet ist nur eine Reaktion – worauf er sich bezieht wird nicht gezeigt.

    Aber naja, Recherche war immer schon die Schwäche der Freiheitsliebe… Insofern bleibt ihr euch treu und blamiert euch mal wieder .

  • 5
    günter sagt:

    Es ist nicht verboten, Demos an bestimmten Plätzen zu machen, wo Politiker wohnen. Allerdings sollten Linke m.E. ihre Zeit &bescheidenen Kräfte nicht damit vergeuden, jeden einzelnen AFD´ler „stellen“ zu wollen. Berechtigt dagegen fände ich wenn man bei terrorisierenden Mitarbeitern von Jobcenter oder Sozialamt, die Leute in Obdachlosigkeit, Infarkt oder Tod trieben (viele Fälle) und ärztl. Atteste vom Tisch wischten, vor der Haustür demonstrieren würde und am Ort &insbes. in der Nachbarschaft darauf aufmerksam machen würde, daß legale Terrorist(inn)en unter ihnen wohnen, die niemand strafverfolgt. So daß wenigstens niemand denen was vermieten oder verkaufen sollte (usw.) um so zur sozialen Isolierung amtl.-staatl. Terrorisierer beizutragen, von denen die viel größere Faschist. Gefahr ausgeht, auch wenn in manchen Terrorkreisen „rot-grün“ regiert (siehe im Net u.a. „Todesterror im Wetterauer Sozialamt“).