Mein Name ist Malcolm X

26. August 2015 - 19:13 | | Kultur | 1 Kommentare
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Fünfzig Jahre ist es mittlerweile her, dass die Ikone der schwarzen Befreiungsbewegung Malcolm X ermordet wurde. Bis zum heutigen Tag lebt sein revolutionärer Geist ungebrochen. Rapper wie Tupac Shakur und Immortal Technique, schwarze Nationalisten, muslimische Gemeinden und revolutionäre Linke beziehen sich alle auf die Ideen von Malcolm X.

Der Politikwissenschafter Farid Hafez – bekannt für seine Standhaftigkeit in öffentlichen Auseinandersetzungen mit Islamfeinden – verfasste ein Buch über Leben und Werk des Revolutionärs und macht es einer neuen Generation zugänglich.

Revolutionäre Führungsfigur

Die amerikanische Gesellschaft zur Zeit Malcolms war furchtbar rassistisch. Schwarze Menschen waren mit Staatsrassismus, Polizeischikanen, Rassentrennung und rassistischen Terrorgruppen wie dem Ku Klux Klan konfrontiert. Schwarze versuchten möglichst einem weißen Schönheitsideal zu entsprechen. Und die Ghettos in denen sie lebten, konnte man mit den Schauplätzen der dritten Welt vergleichen.

Als im April 1957 ein unbeteiligter Glaubensbruder Malcolms in einem Handgemenge verwundet und zum Polizeirevier gebracht wurde, war es Malcolm, der eine Einlieferung in Krankenhaus mit der Polizei aushandelte. Dem Marsch zum Krankenhaus schlossen sich immer mehr schwarze Passant_innen an. Die Aktion ging durch die Medien und Malcolm wurde zu einem nationalen Sprachrohr der Schwarzen.

Islam

Malcolm predigte oft gegen den „weißen Teufel“ und vertrat anfangs die „Nation of Islam“, eine schwarze, religiöse Gemeinschaft, die sich auf dem Islam bezog. Doch mit der Bewegung radikalisierte auch er sich und fing an, im Kapitalismus das wahre Problem zu sehen. Besonders in seinen letzten Wochen und Monaten wandte sich Malcolm immer mehr sozialistischen Ideen zu, bevor er ermordet wurde.

Hafez zeigt Malcolms Werdegang vom Problemkind zum Kleinganoven, vom Prediger bis hin zum Revolutionär. Im Vordergrund steht dabei Malcolms Kampf gegen Rassismus und seine persönliche Beziehung zum Islam.

Antirassistische Bewegung

Hafez‘ Sichtwei­se ist sehr interessant und lesens­wert. Dennoch überschattet die Person Malcolm an vielen Stellen die großartige Bewegung, die ihn hervorbrachte und die er auch heute noch für uns vertritt. Das Buch zeigt, wie auch religiöse Ideen, in diesem Fall der Islam, antirassistisch und antikapitalistisch gedeutet werden können. Es sollte jeden religionsfeindlichen Linken zum Umdenken anregen.

Malcolms Erbe ist heute aktueller denn je: In den USA verfügt ein durchschnittlicher weißer Haushalt über 16 Mal soviel Geld wie ein Schwarzer. Schwarze haben ein doppelt so hohes Risiko, von der Polizei getötet zu werden als Weiße, während 45 Prozent der Gefängnisinsassen schwarz sind, bei einem Bevölkerungsanteil von gerade mal 13 Prozent.

Das Buch ist erhältlich über die Website des Verlags Al Hamra.

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Ein Kommentar

  • 1
    stefan edel sagt:

    der Artikel erwähnt bezeichnenderweise nicht, daß Malcolm x höchstwahrscheinlich von der Nation of Islam umgebracht wurde, als er anfing sich dem Sozialismus zuzuwenden und den Islam als taube nuß zu erkennen. die Nation of Islam forderte schließlich die Separierung der afroamerikaner in speziellen schwarzen bundesstaaten- dasselbe was die nazipartei auch forderte, weswegen es auch zur punktuellen zusammenarbeit zwischen beiden kam. außerdem hatte m.elijah, der damalige führer der Nation ,nach außen puritanisch, heimlich mehrere kinder von mehreren frauen- die übliche Doppelmoral. in d i e s e m sinne muß man auch „islamfeindlich“ sein.