So schwer kann es nicht sein, blau und schwarz zu sehen

8. März 2015 - 15:02 | | Gesellschaft | 0 Kommentare

Abgesehen von meinem schlimmen Problem, dass ich bei dem Kleid, was in den letzten Wochen unter #dressgate ein viraler Hit wurde, immer nur Schwarz-Blau, und nie Weiß-Gold sehe, hat die Heilsarmee in Südafrika #dressgate benutzt, um auf häusliche Gewalt aufmerksam zu machen.

„Warum ist es so schwer, Schwarz und Blau zu sehen“ steht auf Englisch auf dem Bild. Die Bildunterschrift zu dem Bild, das die Heilsarmee aus Südafrika via Twitter verbreitete: „Die einzige Illusion ist wenn du denkst, dass es ihre Wahl war. Eine von sechs Frauen ist Opfer von Misshandlung. Stoppt die Misshandlung von Frauen.“

Die Aktion wurde im Vorfeld des Internationalen Frauentages, der heute am Sonntag den 8. März stattfindet, gestartet.

Auch in Deutschland ist Missbrauch und Vergewaltigung von Frauen ein Thema:
Der Paragraf 177 lässt nur Geschlechtsverkehr, zu dem eine Frau unter Anwendung oder Androhung von Gewalt gezwungen wurde oder bei dem der Täter die schutzlose Lage der Frau ausnutzte, als Vergewaltigung gelten. Doch nur schwer kann eine, nach der Meinung vieler, Vergewaltigung auch juristisch geahndet werden. Dazu schrieb die TAZ einen sehr guten Artikel. Knapp 40% der Frauen in der EU geben an, dass sie von häuslicher Gewalt im Familien- und Freundeskreis wissen. Dennoch trauen sich nur wenige Betroffene, zur Polizei zu gehen. Zu oft hören Opfer Kommentare wie „Selber Schuld“.

Deswegen ist diese Aktion so wichtig. Das Problem muss mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden und der unsägliche Paragraph 177 muss abgeändert werden.

Über den Autor

Themenschwerpunkt: Demos (aktuell vor allem Pegida), Gesellschaft, Antisemitismus, Flüchtlinge Ich schreibe für die Freiheitsliebe, da ich auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen will. Zum Beispiel Antisemitismus. Etwas, was eigentlich seit 70 Jahren nichtmehr existieren sollte, wird wieder salonfähig. Die vielen Anschläge auf Synagogen in Deutschland beweisen das. Außerdem geht mir der Rassismus, der vielen Flüchtlingen entgegenschlägt, ziemlich auf die Nerven. Dort will ich aufklären und zeigen, dass Leute, die Asylsuchende „Sozialschmarotzer“ nennen eindeutig rechte Parolen nachplappern. Daher mag ich so Aktionen, wo Flüchtlingen mit Blumen und dem Satz „Nice to have you here“ begrüßt werden. In ihrem Herkunftsland hatten sie schon genug Leid, das muss nicht in Deutschland weitergehen!