#illridewithyou oder was wir von Australien lernen sollten

16. Dezember 2014 - 16:17 | | Gesellschaft | 2 Kommentare

Bei einer schrecklichen terroristischen Geiselnahme sind in Australien gestern 3 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch der Geiselnehmer. Die direkte Folge der Geiselnahme war ein Anstieg von antimuslimischen Kommentaren und Hassbotschaften im Internet, weswegen eine muslimische Frau aus Angst vor Angriffen ihr Kopftuch ausziehen wollte, als sie sich in einer Bahn setzte. Die Reaktion auf ihre Angst ist unglaublich und ist ein Lehrstück in Sachen Kampf gegen Diskriminierung und Hass.

Die Australierin Rachael Jacobs, die von der Angst der Muslime vor Angriffen gehört hatte, schrieb über Facebook, wie sie auf die Frau mit dem Kopftuch zuging: „…Und die (mutmaßlich) muslimische Frau, die neben mir im Zug sitzt, nimmt still ihr Kopftuch ab“, schrieb sie. „…Ich bin ihr am Bahnhof hinterher gerannt. Ich sagte: ‚Setzen Sie es wieder auf. Ich werde mit Ihnen gehen.‘ Sie fing an zu weinen und hat mich eine Minute lang umarmt – dann ist sie allein weitergelaufen.“

#illridewithyout – Journalistin gegen Hass

Dieses Beispiel nahm sich sich Fernsehjournalistin und Autorin Tessa Kum zu Herzen und bot an, Muslime zu begleiten, die Angst vor Beleidigungen oder tätlichen Angriffen haben.  Zuerst twitterte sie ihre alltägliche Buslinie und bot denen an, die muslimische Kleidung tragen, sie zu begleiten, um sie so gegen mögliche islamfeindliche Attacken zu schützen. Einige Minuten später twittere sie: „Sollte man vielleicht einen Hashtag starten? Was ist mit #illridewithyou?“.  Der Hastag wurde innerhalb von 8 Stunden zu meist getweeten weltweit und machte deutlich, dass es einen enormen Widerstand gegen Hass und Rassismus gibt, der allerdings einen Funken braucht, der ihn entfacht hat.

Die deutsch-muslimische Bloggerin und Aktivistin, Betül Ulusoy, nahm sich die Aktion zu Herzen und appellierte an die Menschen in Deutschland: „Ich bin so gerührt und dankbar, gleichzeitig aber auch sehr nachdenklich.
In Zeiten von Pegida & Co, brennenden Asylantenheimen, Angriffen auf Gotteshäuser und Menschen mit Kopftuch oder Kippa, in Zeiten, in denen unsere Minister Verständnis für Täter und nicht für Opfer fordern, würde ich mir so sehr auch Aktionismus von meinen deutschen Mitbürgern wünschen. Empathie. Solidarität. Aktiver Einsatz für unsere Werte, für Menschenrechte und unsere Demokratie. Es ist höchste Zeit und jeder Einzelne ist in der Verantwortung.“

Dieser Botschaft können wir uns nur anschließen, denn wir alle können einen wichtigen Beitrag liefern gegen Hass und Rassismus, wenn wir Aufstehen und denjenigen helfen, die von Rassismus bedroht werden. Wir können und sollten von dem Beispiel von Rachael Jacobs lernen und die Ängste derjenigen ernst nehmen, die durch Rassisten bedroht und angegriffen werden.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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2 Kommentare

  • 1
    David Mai sagt:

    im Allgemeinen gilt – von Australien muss wirklich niemand in Deutschland was lernen. Ich bin selber einer und kann mit groesster Sicherheit sagen, das wenn es eine Weltrankliste der Rechtsextremen Bevoelkerungsgruppen gibt gehoeren Australier in ihrer dumm dreisten Art zu den Top 10. Das generelle Image was man von Australien hat ist absolut nicht zutreffend.

  • 2
    Schreiner sagt:

    Es kann nicht schaden, wenn (nicht nur) in Australien die Moslems auch mit ihrer desintegrativen „Kampfflagge des Islam“, dem Kopftuch unter Druck kommen, denn
    ich habe schon vor Jahren gesehen, daß (auch) dort Mosleminen zusammen mit Kindern den erneuten HOLOCAUST sogar mit Hakenkreuz propagieren, – ähnlich wie in New York oder West-Judäa und West-Samaria, – nur um mal die Extremität ganz normaler Nichtterroristen anzudeuten.

    Außerdem war der aktulle GEISEL-/Mord-Angriff k e i n „terroristischer“, wie schon einleitend auch hier wort-manipulativ gesagt wurde, sondern ein islam-terroristischer oder djihadistuischer Angriff, dem in der gleichen Person und von vielen anderen schon so manche vorausgingen. auch auf Kraftwerke, deren krasse Folgen bisher nur verhindert werden konnten.

    Leider lässt es die Naivität von UNAUFGEKLÄRTEN insbesondere in Verbindung mit der liberalen und linken falschen TOLERANZ- und pervertierten Rassismus-IDEOLOGIE, daß wie der aktuelle Täter sich lange zeit als OPFER suggerieren können ( Viktimisierung auch als Grundbestandteil der „Palästinenser“- und pan-islamischen Erziehung und Propaganda), aus der man schließlich verquirlt mit Koran und fanatisiert mit der WELTVERSCHWÖRUNGs-Ideologie in die „antiimperialistische“ und „antizionistische“ Offensive übergehen kann, – und muss, wenn man die überall vom bösen australischen Imperialismus angegriffenen Djihad-Brüder nicht höllen-sträflich in Stich lassen will.

    ( Auch ) die Moslems und Mohamedanerinnen Australiens müssen auch mit öffentlichem Druck in die Lage gebracht werden sich entscheiden zu müssen, ob
    — sie für sich und ihre Kinder ein besseres, freies Leben haben wollen
    — oder ob sie weiterhin dem Aufnahmevolk das desintegrative Kampf-KOPFTUCH oder die rassistischen Holocaust-Werbe-Plakate vor die Nase halten wollen, die Selbstvictimisierung weiterbetreiben und so die Kinder auch zu sex-spezifischen Islam-Rassisten und Djihadisten erziehen wollen.
    POLIZEI und GERICHTE allein können dem kein Einhalt gebieten.
    Und
    daher muss auch der stalino-islamisch antisemitisch pervertierte Anti-/RASSISMUS-BEGRIFF aufgeklärt und bekämpft werden, da er international wie bei uns zumVerwirrungs- & Knebelungs-instrument verdreht ist !