Hunger in einem reichen Land

17. März 2016 - 12:38 | | Gesellschaft | 9 Kommentare

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, sowohl im Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt pro Person, wie auch mit Blick auf Steuereinnahmen. Man sollte vermuten, dass in einem solchen Land kein Mensch auf Nahrungsmittelspenden angewiesen ist. Das Gegenteil ist der Fall, immer mehr Menschen können sich nur noch mit Hilfe der Tafeln ernähren, inzwischen wurde die Zahl von 1,5 Millionen Menschen erreicht.

Die Zahl der Menschen, die von den Tafeln abhängig ist, nimmt dabei unter allen Altersgruppen zu, so erklärte Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e. V.: „Etwa 360 000 Rentner suchen bereits jetzt Hilfe bei den Tafeln. Entwickelt die Politik keine Lösungen zur Bewältigung der Altersarmut, könnten in wenigen Jahren weit über eine halbe Million ältere Menschen auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen sein.“ Die deutsche Regierung zeigt allerdings wenig Interesse das Problem zu lösen, tatsächlich zielen die wenigen Äußerungen zu dem Thema eher darauf ab, dass zwischen Deutschen und Geflüchteten unterschieden werden soll. Jochen Brühl entgegnete dazu gegenüber der Zeitung „Unsere Zeit“: „Deutsche Rentner also sind und bleiben arm. Das ist nach Auffassung jenes CSU-Abgeordneten zwar bedauerlich, aber nicht zu ändern. Denn wozu gibt es die Tafeln, die werden es schon richten. Endstation Tafel? Solche Äußerungen zeigen das wahre Gesicht derer, die Altersarmut bewusst in Kauf nehmen, statt planvoll eine Besserung herbeizuführen. Sie gießen Öl ins Feuer derer, die gegen Flüchtlinge hetzen.“ Damit trifft er einen wunden Punkt, denn die rechten Populisten zeigen maximal Interesse, wenn es darum geht zwischen denen die wenig haben Zwietracht zu sähen, am Kampf für eine gerechtere Gesellschaft herrscht dagegen kein Interesse. Dabei wäre das Problem der Armut schnell zu lösen, wenn die Mindestrenten deutlich erhöht und eine wirkliche Mindestsicherung für Erwerbslose eingeführt würde. Wer an solchen Maßnahmen kein Interesse hat, offenbart, deutlich, dass die Situation der Menschen die ohne die Tafeln hungern würden, sie nicht interessiert.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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9 Kommentare

  • 1
    Maria von Finnentrop sagt:

    Wussten Sie, Herr Jamal, dass zahlreiche Mitarbeiter der Tafel ihr Ehrenamt aufgekündigt haben wegen zunehmender Aggressivität von „Neubürgern“ bei der Verteilung von Lebensmitteln ?!
    Die Wahrheit ist nicht immer schön, aber sie kann helfen Idealisierungen und einseitige Schuldzuweisungen abzubauen. Auch dieser Aspekt ist ein Teil der Realität, unangenehm für Linke, unangenehm für Helfer und für „alte“ Tafelkunden. Aber nur das ganze Bild hilft, nach Lösungen zu suchen. Ideologie macht blind. Anerkennung der Realität ist die erste Bedingung für eine Politik die sich nicht mit Bewertungen begnügt, sondern die gestalten will.

  • 2
    Pierre sagt:

    könnt ihr bitte mit dieser sche…sdemagogie aufhören! Armut bleibt Armut. Mit oder ohne Ausländer. Ich kann dieses ewige links-rechts Geplärre einfach nicht mehr hören. Das ständige Genörgel „aber der hat sich gegen den… Und der hat dies…“ Das Hauptproble der Neoliberale konzernfaschismus und seine Junkies (Politiker, Lobbyisten, Schickimicki…) wird nicht angegriffen. Ist ja besser durch die Straße „rassist“ zu brüllen….das versteht jeder, man will ja gut sein.
    Die Geschichte zeigt, dass in Zeichen der Not sich große Teile der Bevölkerung hinter einem starken Führer einigten. Ein rechtsruck ist damit unvermeidbar auch wenn dieser und dem deckmäntelchen „Links“ daherwackelt. Hört hin, wenn andere ihre not kundtun und helft. Aber hört endlich auf euch auseinanderdividieren zu lassen. Nur weil jemand Angst hat, ist er noch lange kein rassist. Noch nicht.
    Friede mit euch…tut was.

    • 2.1
      AntiRa sagt:

      „Das Hauptproble der Neoliberale konzernfaschismus und seine Junkies (Politiker, Lobbyisten, Schickimicki…) wird nicht angegriffen.“

      Richtig erkannt…..was glauben sie, für was diefreiheitsliebe und ander pseudolinke webseiten da sind…;o)

      Was hier zum großen teil geschrieben wird…….ist Wasser auf rechte Mühlen…..lest euch die Kommentare durch…..diese große Wut auf (pseudo-) „Linkes“ Denken……ein Schelm wer böses denkt……

      Keine Sau schaut auf Wirtschaftssystem…….ewiges Wachstum, das Geldsystem und seine Profiteure…..sehn wir lieber zu, dass sich rechts und links auf die fre**e haut……ganz im Sinne der Herrschend**…..

      kopfschüttel…..

  • 3
    mistkaeferchen sagt:

    NA ENDLICH MAL EIN POSITIVER KOMMENTAR VON IHNEN, UBER ARMUT. SAGE ABER DA IST KEIN STAAT MEHR REICH EINSCHLIESSLICH DEUTSCHLAND, ES IST ALLES NUR NOCH LUFTGELD. DIE SCHULDEN IN DER EU US. UND SO WEITER ERHÖHEN SICH TÄGLICH UM MILJARDEN. DER PLEITEGEIER SCHWEBT UBER DER WELT. 230 BILLJONEN SCHULDEN SIND ES SCHON WELTWEIT. PS. DIE POLITIK HAT KEIN INTESSE ETWAS ZU ÄNDERN, VERARMEN IST GEWOLLT.

  • 4
    palina sagt:

    vielen Dank für den Artikel. Ich denke, dass die Zustände gewollt sind. Anders kann ich mir das nicht erklären. Obdachlose Deutsche und viele Deutsche, die sich keine Krankenversicherung mehr leisten können. Aber für die Einreisenden wird alles getan. Die Tafel ist letztendlich auch nur ein Geschäft. In den Hartz IV Einrichtungen werden die Leute gleich darauf verwiesen, dass sie das in Anspruch nehmen können.
    Die Arbeitslosenversicherung ist ein Versicherungs-Betrug. Die AFD will das noch privatisieren.

  • 5

    Sanktionsfrei ist die neue Strategie, welche Hartz-IV-Sanktionen endgültig abschafft: Betroffene, die umfassend informiert sind vermeiden Sanktionen im Voraus. Ohne Widersprüche und Klagen entlasten wir die Sozialgerichte und Jobcenter von dem Sanktionsmanagment, denn niemand darf weniger haben, als das verfassungsgemäße Existenzminimum!

    Sanktionsfreie Erwerbslose
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/03/06/sanktionsfreie-erwerbslose/

  • 6
    Donald Duck sagt:

    Viele Fragen in einer ereignisreichen Zeit!

    Darüber zu lesen auch hier: https://wolodja51.wordpress.com/author/wolodja51/