Der Wahlsieg der AfD

14. März 2016 - 16:24 | | Gesellschaft | 6 Kommentare
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Das zu erwartende gute Abschneiden der rechtsradikalen Populisten der AfD hat vielleicht auch etwas Positives: Die Wahlen öffnen hoffentlich denjenigen die Augen, die stets behauptet haben, Rassismus sei in Deutschland nicht mehrheitsfähig. Niemand kann jetzt mehr glaubhaft leugnen, dass Rassismus nicht nur ein Problem von Neonazis ist, sondern die Mitte der Gesellschaft von rechtsradikalen Ressentiments nur so durchtränkt ist. Man könnte sie auch die extreme Mitte nennen. Ein Kommentar von Kaveh Ahangar.

Endlich geben mindestens 24% der Sachsen und zwischen 13 und 15% der Südwestdeutschen offen zu, menschenverachtende Rassisten zu sein, die Geflüchtete und Muslime hassen und ihr heißgeliebtes weißes Deutschland in Gefahr sehen. Viele von uns haben zwar schon seit den 90ern am eigenen Leib erfahren müssen, dass die Mehrheitsbevölkerung so tickt, aber man hat bisher immer so getan als ob die täglichen rassistischen Übergriffe, Anschläge und Morde lediglich ein Problem des rechten Randes gewesen seien. Je mehr Menschen diese rechte Gefahr jetzt hoffentlich bewusst wird, desto besser.

AfD-Wähler sind mir dabei fast schon sympathischer als die vielen Rassisten, die es auch in den anderen Parteien gibt. Denn manche von ihnen denken zwar genauso wie die AfD, bringen aber nicht den Mut auf es auch ehrlich zum Ausdruck zu bringen. Die AfD – die überdurchschnittlich von ungebildeten Männern, Arbeitern, Arbeitslosen und den unteren Mittelschichten gewählt wird – ist diesbezüglich weniger heuchlerisch und man weiß bei ihnen wenigstens woran man ist. Sie machen aus ihrer Menschenverachtung keinen Hehl. Die große Koalition dagegen tut so als würde sie eine flüchtlingsfreundliche Politik betreiben, während sie hinten herum die Refugees massenweise abschiebt und das Asylgesetz verschärft. Darüber hinaus sollte man eines nicht vergessen: die neoliberale Sparpolitik der etablierten Parteien seit Ende der 90er Jahre hat unter anderem erst die Grundlagen dafür geschaffen, dass Menschen heute en Masse die AfD wählen.

Diese Wahl hat aber noch etwas anderes offenbart. Selbst wenn Politiker*innen wie Klöckner und Wagenknecht in populistischer Manier von Obergrenzen schwafeln, wählen die Menschen lieber eine Partei, die auch die Glaubwürdigkeit besitzt, Obergrenzen tatsächlich durchzusetzen und auch dazu steht mit rigoroser Waffengewalt die Grenzen „schützen“ zu wollen. Je mehr man den Rechtsradikalen mit rassistischen und populistischen Zugeständnissen entgegenkommt, desto mehr fühlen sie sich scheinbar in ihren Positionen bestärkt.

Über den Autor

Der im Iran geborene Berliner Rapper KAVEH begann 1995 seine ersten Rap-Texte zu schreiben und ist seit mehreren Jahren auch in der Jugendarbeit (z.B. beim WannseeForum; JTB, Gangway etc.) aktiv. Er bietet Rap-Workshops an, in denen er einen Überblick über die Geschichte von Hip-Hop vermittelt, sprachliche und technische Aspekte behandelt sowie Schreibkurse anbietet.
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6 Kommentare

  • 1
    Maria von finnentrop sagt:

    Also, da gibt es die ehrlichen Menschenhasser von der AfD und die scheinheiligen von der cduspdgrünelinkefdp undsoweiter – Front. Alles Nazis. Mutti auch . Nur ein paar wenige Aufrechte sind noch links. Also keine Menschenhasser. Nur dass sie eben die Leute von afd- cdu- spd- linke- grüne usw. hassen. aber das darf man ja auch. Weil, wer Nazis hasst ist ein Guter. Und was ein Nazi ist bestimmt Herr Kaveh. Und ob 3 Millionen oder 30 Millionen nach Deutschland kommen bestimmen alleine die, die nach Deutschland kommen wollen. Und wer nur 3 Millionen aufnimmt und beherbergt und ernährt und bildet und gesundheitlich versorgt und kulturell unterstützt undsoweiter ist ein Nazi, weil er nicht noch mehr reinlässt. Weil er das böse böse Wort Obergrenze gesagt und gemeint hat. Das böse böse Naziwort.

    Herr Kaveh, die Art und Weise wie sie hier Menschen verunglimpfen….den Grossteil der deutschen Bevölkerung, und sich selbst gleichzeitig als Menschenfreund hinstellen ist schon bizarr.
    Überlegen Sie doch mal was es in der Konsequenz bedeutet, was Sie hier fabriziert haben !

    Also Sie schreiben allen Ernstes, dass jetzt 24 % der Sachsen – Anhaltiner und 13 bis 15 % der Südwestdeutschen „zugeben“ menschenverachtende Rassisten zu sein, wobei diese Gruppe , aufgrund ihrer Ehrlichkeit, Ihnen, Herr Kaveh sympathischer erscheint als die grössere Gruppe der….ich nenne sie mal „heimlichen“ Rassisten von Wagenknecht bis Klöckner. Also, nehmen Sie zum Beispiel einen Vater von drei Kindern, der zahlreiche Leute mit Migrationshintergrund im Freundeskreis hat, in einem sozialen Beruf arbeitet, aus Polen stammt und die AfD wählt, weil er mit Merkels Asylplitik nicht konform geht. In dem Moment , wo er sein Kreuzchen macht ist es raus. Er ist ein menschenverachtender Rassist. Glauben Sie das im Ernst ?????

    Geht Ihr eigener Hass gegen Andersdenkende so weit ?!
    Diese Art von moralischem Rigorismus ist wirklich bedenklich.
    Dafür hasse ich Sie ganz bestimmt nicht, aber Zweifel an Ihrer Reflexionsfähigkeit müssen Sie mir schon erlauben. Glauben Sie denn auch, dass jeder der kommunistisch wählt es ganz dolle findet, dass Stalin Millionen Menschen auf dem Gewissen hat ?! Oder die Frisur von Kim Jong Un stylisch findet oder jeder Grüne pädophil ist wegen entsprechender „grüner“ Papiere, die Sex mit Minderjährigen befürworten ?! So naiv KÖNNEN Sie nicht sein.

    Überdenken Sie noch einmal Ihr Pamphlet und korrigieren Sie sich, dann können Sie auch Sympathiepunkte sammeln, dann wären Sie wenigstens ehrlicher als die Linken, die schon beim Aufwachen denken, die Besseren zu sein.

  • 2
    stefan sagt:

    Interessant, daß hier ein Linker die Arbeiter, die mal unser Objekt der Begierde waren, nur noch unter „Ungebildete“ subsumiert.
    Auch AFD &Pegida- Anhänger dürften nicht nur aus Faschisten und rassisten bestehen. da werden genug mitlaufen die auch von Ämtern malträtiert werden und keine Wohnung finden, während die rev. kleingruppen davon schwafeln daß genug Wohnungen für alle da wären (wo denn)? und unbegrenzt menschen aufgenommen werden könnten..
    wer den Faschist. Islam weiter verharmlosen möchte, aus der aufhängung aller linken in Iran nach 79 (durch die linksgestützten Ayatollahs) nichts gelernt hat , jeden islamkritiker in die rechte ecke stellt (ich bin seit einem halben Jahrhundert Kommunist), der wird sich weiter bis zur Selbstauflösung marginalisieren und weiter zur Stärkung der rechten beitragen.

    • 2.1
      Maria von Finnentrop sagt:

      Ein echter Kommunist ( im Sinne kommunistischer Ideale und nicht des realen Sozialismus) KANN doch eigentlich nur ein Islamgegener sein, da der Islam im Kern faschistisch ist. Der Hochmut gegenüber Arbeitslosen und einfachen Menschen, der hier von Herrn Kaveh an den Tag gelegt wird, ist unertäglich. Was nun ausgerechnet einen Rapper dazu bringt, sich intellektuell und moralisch über diese Leute zu erheben wird er uns wohl nicht verraten. Statt sich darüber zu freuen, dass er mit seiner „Kunst“ Geld verdient und nicht in entrechteten und ausbeuterischen, körperlich und seelisch entwürdigenden Verhältnissen sein Auskommen suchen muss, diskreditiert er arrogant und selbstherrlich Menschen, die anders denken als er. Deren Realitätssinn und politischer Instinkt scheinen mir dann doch ausgeprägter und feiner zu sein als der dieses Rappers. Diese „Kunstform“ folgt seit Jahrzehnten den gleichen simplen Mustern, etwas eintönigeres und spiessigeres kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber nun, jeder soll auf seine Weise glücklich werden. Mir ist egal, was Herr Kaveh beruflich treibt.
      Was er noch lernen muss ist Respekt und Achtung vor anderen Menschen. Den Mangel an diesen basics offenbart er in fast allen seinen Kommentaren.

  • 3
    ribi sagt:

    hat er uns europäer zu belehren? ich , rede nur für mich, möchte den persern auch nichts vorschreiben!

  • 4
    Franz Meier sagt:

    Wollen Sie mit Ihrem Text die Vorurteile aller Konservativen in diesem Lande bestätigen? Spucken Sie wirklich denen, die dieses Land am Laufen halten, willentlich ins Gesicht? Merken Sie eigentlich, wie arrogant Sie sind? Und Sie merken nicht einmal, dass Sie der Rassist sind indem Sie die Menschen dieses Landes pauschal verunglimpfen. Machen Sie einmal den Versuch und ersetzen Sie Deutschland durch Persien und „weisses“ durch „shiitisches“ und sie werden die Ähnlichkeit sehen.

    Ihr Text bestätigt all jene, die sagen: Schluss mit dem Zuzug von Ausländern, sie sind anspruchsvoll, unfreundlich, pampig, aggressiv und verachten uns. Sie fühlen sich nur als Opfer und sind nicht bereit, konstruktiv mitzuarbeiten.

    Wenn Sie meinen, sich mit Ihrem Text im Rahmen der Zivilisation zu bewegen, dann liegen Sie völlig daneben. Die Perser, ich sage bewusst nicht Iraner, vielleicht gehören Sie ja einer der anderen Völkerschaften Irans an und haben nicht deren Kultur, die ich privat und beruflich habe kennen lernen dürfen, fühlen sich als altes Kulturvol und denen wäre eine derartige, rassistische Verunglimpfung unseres Volkes nie über die Lippen gekommen. Sie haben das Ansehen des Iran und seiner persischen Kultur verunglimpft. Schämen Sie sich.

    • 4.1
      Maria von Finnentrop sagt:

      …..auch ich kenne hochgebildete und auserordentlich sympathische Perser, die sich durch Höflichkeit und Stil auszeichnen, ein überdurchschnittlich gepflegtes Deutsch sprechen, besonders fleissig sind und ihre eigene sowie die Kultur des Aufnahmelandes achten.
      Die kämen tatsächlich nie auf die Idee, einen derart kruden Unsinn zu verfassen.
      Sie wären allerdings, aufgrund der von mir erwähnten Attribute, durchaus interessante Kandidaten für die AfD.