Erst ein Fotoshooting, dann Abschiebung
Wie Sachsen mit Geflüchteten umgeht

28. Mai 2015 - 07:56 | | Gesellschaft | 5 Kommentare
Screenshot MDR
Screenshot MDR

Das nennt man Gastfreundschaft auf Deutsch: Erst besucht der sächsische Innenminister Markus Ulbig eine Geflüchtetenfamilie aus Syrien, um sie dann einen Monat später nach Bulgarien abschieben zu lassen, ohne irgendwelche Vorankündigungen.

„Mitten in der Nacht wurden sie von den Beamten der Ausländerbehörde aus dem Schlaf gerissen und unter Zwang an den Flughafen gebracht.“, so beschreibt Pro Asyl die Nacht vom 18. auf den 19. Mai der Abschiebung, als Ahmad, seine Schwangere Frau und seine vier Kinder aufgegriffen werden.  Doch die Abschiebung konnte verhindert werden, nicht Aufgrund einer staatlichen Verordnung oder Eingreifens, nein, sondern weil die Fluggesellschaft sich weigerte die Familie an Bord zu nehmen (Video hier).

Alle lobten die Bereitschaft zur Integration

Die Familie wurde von allen Seiten gelobt, dass sie ein gutes Beispiel für gelungene Integration sei. Seit Mai besuchten sie deutsch Kurse und lebten in einer eigenen Wohnung. Doch die Familie sollte sich wohl nie in Stollberg dauerhaft ansiedeln.

Das Innenministerium sieht sich natürlich im Recht. Und im Grunde genommen hat es das auch, denn sie beruft sich und befolgt die rassistischen und unmenschlichen Dublin III Verträge, die besagen, dass ein Mensch dort Asyl beantragen muss, wo er zuerst EU-Boden betritt. Zumeist also in Südeuropa. Griechenland, Bulgarien und Italien gelten nicht zu Unrecht als Geflüchteten Hochburgen. Deutschland hat sich als Land im Zentrum der EU einen Schutzwall mit seinen Nachbarländern gebaut.

Familie Ahmad hatte einen solchen Antrag in Bulgarien gestellt. Doch in Bulgarien herrschen harsche Bedingungen. Misshandlungen stehen an der Tagesordnung.

Wir treten ein!

Pro Asyl hat unlängst eine Kampagne gestartet, in der sie Einzelschicksale einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht und sich aktiv gegen Dublin III einsetzt. Eine unterstützenswerte Aktion, denn der staatliche Umgang mit Geflüchteten ist nichts anderes als Ausdruck stattlichen Rassismus und Willkür. Und an alle da draußen, die glauben, wir wären nicht das „Asylantenheim der Welt“ – Wir haben mehr mit den Geflüchteten gemein, als mit den Reichen, die teilweise für die Fluchtursachen der Menschen verantwortlich sind, durch Umweltverschmutzung, Waffenexporte und Ausbeutung.

Über den Autor

Graswurzel-Aktivist bei die Linke und Redakteur für Freiheitsliebe & Balkan21. Wortakrobat für Medien wie Marx21 und junge Welt.
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5 Kommentare

  • 1
    rote_pille sagt:

    die einzige bedeutende fluchtursache sind die sozialleistungen, die man hier mühelos abgreifen kann. warum gehen die nicht in den iran, wo ihre verbündeten sind? in bulgarien hat man kein geld, dass irgendwelche gutmenschen aus dem fenster werfen können, daher die bedingungen.

    • 1.1
      Peter sagt:

      Fluchtursache….war ja nun in wirklich in erster Linie der Westen der in Nordafrika interveniert und siehe Libyen ins Nirwana bombardiert hat ,das Gleiche gilt für Syrien und Ägypten , nichts aber auch gar nichts
      hat das irgend etwas mit Arabischen Frühling zu tun. Washington -London -Paris sind die Verursacher.
      Natürlich hat sich überall rumgesprochen ,Deutschland das gelobte Land gibt Sozialhilfe , Kindergeld je mehr davon vorhanden sind um so besser…… wenn wir als D. im Ausland tätig sind zeigt mit uns die Rote Karte …von wegen Ansprüche stellen dann gibt,s was mit der Knute.
      Nach wie vor ist der Großteil derer die hier anlanden Wirtschaftsflüchtlinge……….

  • 2
    Rolf900 sagt:

    Wofür gibt es eigentlich Gesetze??
    Wer nicht Anerkennung als Asylberechtigter hat ist ausser Landes zu verbringen. Diese Gefühlsduseleien findet man als Weißer in Afrika nirgends.
    Wir holen nicht nur die Armut ins Land sondern vor allem Kriminalität.
    in Dt.gibt es ca. 500 T Wirtschaftsflüchtlinge die keinerlei Anerkennung haben. Sie kosten unser aller Steuern und leben auf unsere Kosten. Das ist was Sie offensichtlich nicht begreifen wollen.Man kann die sächsischen. Behörden nur unterstützen.

  • 3
    Peter sagt:

    schwangere Syrische Frau……zeugen Nachwuchs wie die Kaninchen zum wohle der D. verarmten Arbeiterklasse ,Jugend und Rentnerarmut etc. das sollte der Autor mal näher beleuchten dieses Pseudo-
    Intellektuelle auch von den Grünen hilft denen die das B S P unter teilweise Menschenverachtenden
    und herabwürdigenden Voraussetzungen erfüllen nicht weiter, wann bleiben die auf der Strecke ?
    Es reicht….

  • 4
    Gerlala sagt:

    „Das nennt man Gastfreundschaft auf Deutsch:(…)“
    Was ist mit den anderen Deutschen, die sich aus einer lobenswerten inneren Einstellung um die Flüchtlinge kümmern?
    Es füttert Vorteile wie z.B. das Deutsche kalt und unfreundlich sind. Deutsche können nicht kalt und unfreundlich sein: nur Menschen.

    Die Kommentare halte ich für lächerlich. Zum Glück denken die meisten Deutschen nicht so.

    Deutsche die andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft ablehnen und verachten, können ja ihre Kinder oder Verwandte in die fleischverarbeitende Industrie für 3 Euro die Stunde beschäftigen lassen oder bei der Prostitution unterstützen.