Cowspiracy – wieviel Klimawandel steckt im Fleisch?

3. Februar 2015 - 09:32 | | Gesellschaft | 7 Kommentare
Was hat der weltweite Fleischkonsum mit dem Klimawandel zu tun?

Was hat Fleisch essen bitte mit Klimawandel zu tun? Beim ersten Gedanken erstmal recht wenig für die meisten. Doch schon beim etwas genaueren Hinsehen dämmert es so langsam – angefangen bei dem ganzen Futter, dass die Tiere essen, das Wasser, dass sie trinken, die gerodeten Flächen, auf denen sie stehen, das Treibhausgas Methan, dass sie rülpsen und furzen, die Transportwege, die sie tot oder lebendig zurücklegen.

Warum drehen sich die großen Kampagnen namhafter Organisationen immer „nur“ um das Verbrennen von fossilen Brennstoffen? Warum konzentriert man sich nicht viel mehr auf die Tier-Landwirtschaft und klärt auf über Folgen des schier unfassbar gewachsenen Fleischkonsums? Die Gründe sind so traurig wie sie einfach sind: für Umweltorganisationen sind es fehlende Mitglieder und fehlende Gelder, für Politik und Industrie vor allem eins: verlorener Gewinn.

Die Dokumentation Cowspiracy ergründet die Mechanismen, die hinter der Verschleierung der Folgen von intensiver Tierzucht liegen und in welchen Interessen sie liegt. Die Macher der Dokumentation, die zwei Amerikaner Kim Andersen und Keegan Kuhn begeben sich auf eine lange Reise voller Fakten, die klarer nicht sein könnten und doch nicht verbreitet sind. Sie finden soviel Wissen, es ist alles da, hier vor unseren Augen – und doch: alles geht seine geordneten Bahnen und keiner spricht darüber.

Mehr als die Hälfte aller anthropogener Treibhausgase gehen auf die Produktion von Fleisch und Milchwaren zurück

Eine Studie des Worldwatch Instituts aus dem Jahre 2009 stützt sich auf eine Studie der FAO, der Ernährungssparte der United Nations, und kommt zu dem Schluss, dass Tier-Landwirtschaft mit all seinen Beiprodukten (inkl. Verpackungen, Transport, etc) für einen CO2 Ausstoß von 32.000 Millionen Tonnen verantwortlich ist. Oder anders gesagt:  51% der weltweiten anthropogenen Treibhausgas Emissionen gehen auf das Konto der Tierzucht! Wie funktioniert das alles?

Ich denke jeder sollte diesen Film sehen uns sich seine eigene Meinung bilden. Wenn es nach mir ginge, würde der Film in Schulen zum Pflichtprogramm. Jeder kann mit den Informationen anfangen was er möchte, aber jeder der Fleisch und andere Tierprodukte zu sich nimmt, sollte dieses Dokumenation zumindest einmal angeschaut haben. Sie ist frei von grausamen Schlachtszenen, darum geht es hier auch nicht. Hier geht es um etwas Größeres – um den Umgang von uns, den Menschen, mit unseren Planeten. Jeder sollte dazu beitragen, den immensen Druck, der auf ihm lastet zu mindern und das fängt immer bei jedem selbst an. Oh ja, jeder kann einen Unterschied machen.

Über den Autor

Tom ist angehender Meeresökologe, leidenschaftlicher Fotograf und Tierschützer. Momentan lebt er auf den Fidschi-Inseln und forscht an Aufzuchtsgebieten von Hammerhaien. Besonders die Ozeane liegen ihm am Herzen und sind Gegenstand vieler seiner Beiträge. Neben den Artikeln für die freiheitsliebe schreibt er auf seinen eigenen Blog livingdreams.tv und ihr findet ihn bei facebook, twitter und instagram.

7 Kommentare

  • 1
    malocher sagt:

    Klimawandel gab es immer.

    Der Klimawandel der uns eingeredet wird dient nur einer bestimmten Gruppe um Geld damit
    zu verdienen.

    Kurz und knapp gesagt. Betrug am Bürger und verarsche zu gleich.

    Man sollte sich eines Merken .Um so häufiger uns irgendwelche Meldungen eintrichtert
    werden umso weniger ist daran wahr.

    Lügenmedien eben.

    • 1.1

      „Klimawandel gab es schon immer.“
      „Lügenmedien eben.“
      Du machst es dir sehr einfach. Nur weil sich das Klima naturgemäß ändert, heißt das nicht dass wir mit unserer intensiven Landwirtschaft den Klimawandel extrem beschleunigen. Und Du meinst hunderte erfahrene, angesehene Wissenschaftler, die sich wahrscheinlich um unseren Planeten sorgen, lügen?

      • 1.1.1
        erich richter sagt:

        Das Klima kann man nicht schützen, es ändert sich wo,wann und wie es will.
        Auch weniger furzende Rinder werden dies nicht ändern können. Überlegen kann man natürlich ob die überwiegende Massentierhaltung nicht langsam Überhand nimmt ? Der Fleischkonsum kann bei uns
        ruhig zurückgefahren werden, wenn hierdurch artgerechtere Haltung errreicht wird.
        Das gehört zur Abteilung Tierschutz und hat mit Klimaschutz nichts zu tun. Die Kinder in den Schulen noch weiter mit solchen Dingen zu verblöden ist eher schon kriminell. Al Gore hat ja auch versucht mit seinem Idioten-Katastrophenfilm schon die Kinder in den Schulen zu verblenden…oder habt ihr das vergessen ?

  • 2
    madurskli sagt:

    Cowspiracy – wieviel Klimawandel steckt im Fleisch? So die Frage bei Freiheitsliebe: http://diefreiheitsliebe.de/gesellschaft/cowspiracy-wieviel-klimawandel-steckt-im-fleisch/

    Bei aller Berechtigung uns das furzen zu verbieten sind nach wie vor Vulkane und Flussdeltas die grössten Klimasünder! Aber die kann Mensch nicht verbieten.

    Die heftigste CO2-Augenwischerei sehe ich darin wenn ich den Titel und Text umschreibe

    Wieviel Klimawandel steckt im Krieg?

    Was hat Krieg führen bitte mit Klimawandel zu tun? Beim ersten
    Gedanken erstmal recht wenig für die meisten. Doch schon beim etwas
    genaueren Hinsehen dämmert es so langsam – angefangen bei den ganzen
    Ressourcen , dass die Kriegstechnik bei der Produktion verschlingt.

    Dann die mangelnde Effizienz, zb, eines Panzers. Kaum im Einsatz schon zerstört.

    Schliesslich sein destruktives Potential: Betrachtet man die Zerstörungen in Libyen, Irak, Ukraine etc. verraucht da Menschenleistung in unglaublichem Ausmaß und die Folgekosten. Hospitalisierung, Wiederaufbau, Neuordnung und Wertung des Geschehenen verschlingen über Jahrzehnte weiter menschliche und materielle Ressourcen.

    Hinzu kommen die Schäden an eingespielten Systemen durch Sanktionen und Hass.

    Warum drehen sich die großen Kampagnen namhafter Organisationen immer
    „nur“ um das Verbrennen von fossilen Brennstoffen? Warum konzentriert
    man sich nicht viel mehr auf den Militärisch/Industriellen- Komplex und klärt auf über
    Folgen der schier unfassbar gewachsenen Produktion von destruktiven Kriegsmitteln?

    Nebenbei verbessert sich die Co2 Bilanz einer Maschine mit zunehmendem Alter.

    Und den Wert eines ausgehauchten Lebens kann Mensch nicht beziffern!
    https://www.youtube.com/watch?v=dy72b8gwZbA
    Ganz offensichtlich reden ALLE solche Zustände, wie im Video gezeigt herbei!!!
    Wie anders soll man sich die Kriegstreiberei und das unbegrenzte Gebaren des Raubtierkapitalismus erklären?

    Ich denke jeder sollte diesen Film
    sehen uns sich seine eigene Meinung bilden. Wenn es nach mir ginge,
    würde der Film in Schulen zum Pflichtprogramm. Jeder kann mit den
    Informationen anfangen was er möchte, aber jeder der Krieg manchmal gerechtfertigt sieht, sollte dieses Dokumenation zumindest einmal
    angeschaut haben. Sie ist frei von grausamen Schlachtszenen, darum geht
    es hier auch nicht. Hier geht es um etwas Größeres – um den Umgang von
    uns, den Menschen, mit unseren Planeten. Jeder sollte dazu beitragen,
    den immensen Druck, der auf ihm lastet zu mindern und das fängt immer
    bei jedem selbst an. Oh ja, jeder kann einen Unterschied machen.

  • 3
    Frank Hildebrand sagt:

    Es ist wohl wahr, daß unsere Landwirtschaft nichts anderes als eine Katastrophe ist. Egal ob in Südamerika, den USA oder in Europa. Nun ist es soweit, daß sich Zahlen verdoppeln und menschengemachte Immissionen bei 10% der globalen Ausdünstungen von Gasen aus dem Globus angelangt sind. In nur drei Jahren konnte so die anthropogene Atmung von 30 auf 60 Gigatonnen ansteigen.
    CO2 als Klimagas ist heute eher ungeeignet seitdem bekannt ist, wo dieses Gas im Spektrum von Reflexion und Absorption auf dem Spektralstrahl rangiert.
    Wir müssen unsere Landwirtschaft vollständig reformieren ja evolutionieren. Doch dies geht nur mit gut geschulten Menschen, jungen Menschen. Davon sind wir weiter entfernt als noch vor 20 Jahren.
    Was bleibt ist die Hoffnung und das Engagement einzelner und einzelner Gruppen, die sich einer alles fressenden Entwicklung (Zerstörung) in den Weg stellen. Gerade geht das Wasser in Brasilien aus. Kein Strom, kein Trinkwasser, kein Wald mehr. Wer den atlantischen Regenwald abholzt muß sich nicht wundern, daß hinten nichts mehr ankommt. Die Zerstörung von Kühlstrukturen wie Wäldern hat merklichen Einfluß auf das Wetter, jedoch nicht auf das Klima.

  • 4
    tag heute sagt:

    Zunächst ein Lob für die durchgehend hohe journalistische Qualität, die sicher bald auch in einer differnzierten Auseinandersetzung mit den unverändert wahren Ursachen der Umweltprobleme zu finden sein wird.

    Seit der weitgehend in Klimatismus umbenannte Kapitalismus seine Gegner mit Posten und Geld lockt, das nun manche meinen guten Gewissens vom kreideweich ökologisch säuselnden Profitwolf annehmen zu können, ohne unter dem Schafspelz auf sein nach wie vor blutverschmiertes Fell zu achten, hat er sie vor seinen grün lackierten Karren gespannt und bekommt jetzt imagefördernde Umweltzertifikate für seine Umweltzerstörung. Das ist erkennbar alles, was sich palmgeölt menschengemacht gewandelt hat: das politische Klima.

    Sicher sind die von Eisenbahningenieur Pachauris Klimarat herausgegebenen, mehrere hundert Seiten starken Berichte größtenteils wissenschaftlich, denn das Fazit entspricht der Natur: „Das Klimageschehen der Erde ist ein langfristig unvorhersagbares chaotisches System.“ So lautet der einzig reale wissenschaftliche Konsens.

    Daraus 24 Seiten für „Entscheider und Presse“ zu machen, auf denen das Gegenteil behauptet wird, um vom wahren Verursacher Kapitalismus abzulenken, sich als Anwalt der Natur aufspielend, auch noch das eine Opfer der kapitalistischen Ausbeutung, gegen den Mensch als dem anderen Opfer der kapitalistischen Ausbeutung auszuspielen, ist dann wohl das, was Bertold Brecht meint, wenn er von dem spricht, der die Wahrheit kennt und Lüge nennt. Ein Verbrecher.

  • 5
    Florian Hohenwarter sagt:

    Passt nicht gerade zur Überschrift, aber ich möchte dieses Video hier trotzdem nochmal reinstellen, da mich es immer noch wundert, warum es so wenig verbreitet ist.

    Der ehemalige Spiegel Journalist Harald Schumann redet Klartext und prangert die Interne Pressefreiheit in Deutschland an.

    Schumann: “… das ist in der deutschen Presse Gang und Gäbe, dass Chefredakteure oder Resortleiter ihren Untergebenen sagen, wie sie zu denken haben. Dass Vorgaben gemacht werden, was sie recherchieren dürfen und was nicht, und dass viele junge Kollegen daran gehindert werden überhaupt kritische Journalisten zu werden weil ihre Vorgesetzten das gar nicht wollen.”

    Interviewer: “Sie nehmen ausdrücklich die ÖR-Anstallten nicht aus, warum?”

    Schumann: “Weil ich genügend Kollegen aus ÖR-Anstallten kenne, die mir genau solche Geschichten berichtet haben und mir das hundertfach bestätigt haben. Insofern, die sind da nicht aus zunehmen.”

    https://www.youtube.com/watch?v=d1ntkEbQraU