Gabriel und die Ängste von Pegida

5. Februar 2015 - 23:20 | | Gesellschaft,Politik | 2 Kommentare
Ein Schild auf der Demo gegen Pegida am Duisburger Hauptbahnhof.

Sigmar Gabriel geht von einem Fettnäpfchen ist nächste, vielleicht will er auch einfach nur die Daueraufmerksamkeit der Medien. Dieses mal verteidigt er in einem STERN-Interview die Ressentiments der Pegida-Demonstranten. 

 

Da war er also wieder. Nachdem Sigmar Gabriel wochenlang in den Zeitungen stand, weil er das Gespräch mit Pegida-Sympathisanten gesucht hat, ist er nun im STERN wieder da – mit seiner Verteidigung. Für ihn ist es ganz klar: „Egal ob es einem gefällt oder nicht: Es gibt ein demokratisches Recht darauf, rechts zu sein oder deutschnational. Sogar ein Recht, Dummheiten zu verbreiten wie die angebliche Islamisierung Deutschlands.“ Damit hat er recht. Schade nur, dass es nicht für Pegida zutrifft.

 

Es gibt ein Recht auf freie Meinungsäußerung, nicht auf Rassismus
Gabriel hat recht. Man darf generell denken, sagen und meinen was man will. Eigentlich…
Schwierig wird es hingegen, wenn es rassistisch wird. Man hat kein recht auf Rassismus.
Pegida ist zwar in ihren Forderungen nicht rassistisch, schnell wird aber deutlich, was eigentlich gemeint ist. Man schaue sich einfach einmal die Organisatoren an. Lutz Bachmann ist vor allem wegen seinem Facebook-Foto, auf dem er als Hitler posiert, zurückgetreten. Das ist zwar selten dämlich, vor allem für eine Person, die in der Öffentlichkeit steht, aber seine Kommentare zeigen viel eher seine „wirkliche“ Gesinnung. Er bezeichnet Flüchtlinge intern als „Viehzeug“ und leugnet, dass es Kriegsflüchtlinge in Deutschland gebe. Sie seien „nachweislich“ nicht bedroht, da sie sich ja die Überfahrt hätten leisten können. Dass die Staatsanwaltschaft aktuell gegen ihn ermittelt zeigt doch, dass er das Recht auf freie Meinungsäußerung weit überschritten hat.

 

Aber Gabriel redet nicht mit Lutz Bachmann, sondern mit den normalen Pegida-Sympathisanten mit dem  Gefühl, wie es Gabriel sagt, dass die Politik ihre Alterssorgen nicht wahr nähme. Die Alltagssorgen, um die es bei den meisten Pegida-Demos geht sind die, wie man am besten Ressentiments gegenüber allem „Fremden“ so verpacken kann, als dass man den Rassismus nicht mehr klar sehen kann. Ich bestreite nicht, dass es auch ernsthafte Demonstranten gibt, die denken, dass Pegida nur gegen die „bösen“ Asylanten sei, aber alle Asylanten, die wirklich Asyl brauchen, auch Asyl gewähre.
Das ist aber nicht der Fall. In dem Positionspapier von Pegida und Ablegern steht es zwar so, was aber der Unterton vieler Reden ist: Die Flüchtlinge leben doch in Villen und wir müssen für unser Geld hart arbeiten.

Man muss die Ängste von Pegida ernst nehmen um sie zu widerlegen
Dass Gabriel „diese Leute“ nicht den Rechtspopulisten überlassen will, ist eine gute Sache. Dass er aber so tut, als seien ihre diffusen Ängste verständlich, ist dagegen genau der falsche Weg. Statt so zu tun, als seien die Ängste berechtigt muss man diese Ängste beseitigen, sie widerlegen. Das kann nur im Sinne eines jeden Pegida-Demonstranten sein, der anonym im Internet Hetze gegen Flüchtlinge betreibt. Wenn die Politik und die Medien beweisen, dass die Ängste diffus und irrational sind, werden Demonstrationen wie Pegida überflüssig. Wenn man die Ängste aber nicht nur ernst nimmt um sie zu beseitigen, sondern sich nicht die Mühe macht, stattdessen nur auf der Suche nach Wählerstimmen ist und deswegen so tut, als seien die Vorurteile gegen Flüchtlinge, Muslime und alles „Fremde“ völlig richtig und verständlich, wird es noch ein weiter Weg sein, bis Pegida-Demonstrationen verschwinden.

Über den Autor

Themenschwerpunkt: Demos (aktuell vor allem Pegida), Gesellschaft, Antisemitismus, Flüchtlinge Ich schreibe für die Freiheitsliebe, da ich auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen will. Zum Beispiel Antisemitismus. Etwas, was eigentlich seit 70 Jahren nichtmehr existieren sollte, wird wieder salonfähig. Die vielen Anschläge auf Synagogen in Deutschland beweisen das. Außerdem geht mir der Rassismus, der vielen Flüchtlingen entgegenschlägt, ziemlich auf die Nerven. Dort will ich aufklären und zeigen, dass Leute, die Asylsuchende „Sozialschmarotzer“ nennen eindeutig rechte Parolen nachplappern. Daher mag ich so Aktionen, wo Flüchtlingen mit Blumen und dem Satz „Nice to have you here“ begrüßt werden. In ihrem Herkunftsland hatten sie schon genug Leid, das muss nicht in Deutschland weitergehen!

2 Kommentare

  • 1
    K.Theissen sagt:

    Selten solch einen dümmlichen und unrefektierten Beitrag zum Thema gelesen!
    Ich bin weder einer Partei, noch einer außerparlamentarischen Organisation zugehörig (auch kein Sympathisant von Pegida), aber die Bedenken vieler in unserem Land sollte man verstehen können und sind gut zu begründen.
    Allerdings sollte man dazu journalistische Sorgfalt (eine der Hauptregeln für Journalisten überhaupt) walten lassen und von dem zweifelhaften Grundsatz absehen: Was nicht sein kann , das nicht sein darf. Ein wenig Kenntnisse über den Islam und den sich ausbreitenden und von meisten Politikern und Medien geleugneten Islamismus in Europa sollte man auch haben.
    Und seit wann sind Religionen Rassen?
    Mal darüber nachgedacht, wieviele Sonderrechte und -regelungen es mittlerweile in Deutschland für eine sich oft faschistoid gerierende Religion wie den Islam (, der offen unsere freiheitlichen Grundrechte und lang erkämpften westlichen Werte versucht zu untergraben) gibt, mein Herr?
    Aber sachliche Recherche und Berichterstattung kann man von solch naßforschen Schreib-Praktikanten der Cola-Generation nicht erwarten, oder?

  • 2
    rote_pille sagt:

    was interessieren noch äußerungen von bachmann, der ja zurückgetreten ist? seine fotos waren eh nur satirisch gemeint.
    wie kommt ihr darauf, dass die alltagssorgen wären, rassismus zu verpacken, dass man ihn nicht sehen kann? das ist völliger unfug, die alltagssorgen sind:
    -gesetzesbruch durch nicht-abschieben von 600.000 illegalen
    -die kriminalität, die von vielen „flüchtlings“heimen ausgeht
    -die hohen geldbeträge, die diesen zufließen
    -die tatsache, dass es hauptsächlich junge männer sind, und wahrscheinlich keine leute, die aus dem krieg geflohen sind
    -die tatsache dass flüchtlinge aus ländern kommen, in denen nicht einmal krieg herrscht
    -die tatsache, dass es leute sind, die einer religion angehören, deren radikale anhänger ein sehr negatives bild produzieren (siehe is)
    -die tatsache, dass der is islamisten dazu aufgerufen hat, sich als flüchtling zu tarnen (!!!)
    -die lasche justiz, die kriminalität bei jugendlichen teilweise straffrei durchgehen lässt
    -die zugehörigkeit zu drogenbanden bei einigen flüchtlingen
    -der ständige versuch der anpassung unserer kultur an den islam, bspw. umbenennung von weihnachtsmärkten in wintermärkte, verbannung von schweinefleisch usw.
    -syrien rückkehrer, die sich schon als terroristen betätigt haben

    das nur zu einwanderung und islam
    weitere punkte sind:
    -versuch, kindern in schulen die von pädokriminellen gegründeten genderideologie aufzuzwingen
    -abbau der stellen bei der polizei
    -die gewaltbereitschaft der gegendemonstranten, die jede andere meinung ersticken wollen
    -die parteiische berichterstattung der medien und die ständige diffamierung von andersdenkenden (da gehört ihr dazu!)

    zu eurer information, ihr habt KEIN RECHT ZU ENTSCHEIDEN, was gesagt werden darf und was nicht. die grenze ist NICHT da, wo ihr „rassismus“ feststellt oder imaginiert, sondern da, wo konkret GEWALT ANGEDROHT oder zu gewalt aufgerufen wird. das hat man bisher bei keiner der **gidas gesehen, sondern nur bei euren gegendemonstanten!