Internationalistischer Block

TAZ, No-G20 und die Hetze gegen Internationalisten

Die Taz hat in den vergangenen Monaten viel dazu beigetragen, dass der Stimmungsmache gegen die NO-G20-Proteste etwas entgegengesetzt und sachlich über die Gründe für Protest berichtet wird. Ein in der Taz veröffentlichter Kommentar des Antideutschen Alexander Nabert soll die gute Arbeit anscheinend vergessen machen und rückt die Proteste in die Nähe des Holocausts und wirft Aktivisten Antisemitismus vor.

Im Taz-Artikel verweist Nabert auf eine Erklärung von Organisationen der linken Szene, die einen gemeinsamen Block zu den G20 Protesten bilden möchten. In ihrem Aufruf heißt es: „Wir werden Verantwortliche und Profiteure dieses Systems markieren.“ Für Nabert scheint das nicht nur verkürzte Kapitalismuskritik zu sein, sondern auch eine Basis für eine widerliche Gleichsetzung von linkem Protest und Neofaschismus. „Angesicht der Umtriebe ihrer Genossen wagt man sich kaum zu fragen: mit einem gelben Stern?“. Nabert übertrifft mit dieser „Frage“ nicht nur die Stimmungsmache der bürgerlichen Medien, sondern ist wohl der erste, der Anti-G20-Proteste von links so unverhohlen mit Faschisten gleichsetzt.

Ursache dieser Gleichsetzung ist eine Veranstaltung des internationalistischen Blocks „Gegen Kapital und Krieg – Intifada bis zum Sieg“, in der Nabert sogar Parallelen zum frei erfundenen und antisemitischen Werk „Die Protokolle der Weisen von Zion“ sieht. Man darf sich fragen, warum eine Veranstaltung zum Thema Palästina bei internationalistischen Protesten stattfindet, die Antwort darauf ist allerdings so simpel wie bekannt: weil der Palästina-Konflikt einer der letzten Konflikte weltweit ist, bei dem ein Land von einem anderen besetzt wird. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob eine solche Veranstaltung in eine Reihe zu G20 Protesten gehört, doch warum sollten Debatten über Imperialismus nicht geführt werden?

Israel nimmt zwar nicht an der G20-Konferenz teil, doch auch dem Großteil der Staatenlenker, die am Gipfel teilnehmen, ist die Situation in den besetzten Gebieten bekannt. Einige liefern sogar Waffen an Israel, ein Großteil unterstützt die Regierung und damit indirekt Siedlungen und Besatzungen. Wer dies nicht versteht, der hat sich wie Nabert schon lange von linken Positionen und Internationalismus verabschiedet.

Die in seinem Artikel enthaltene Behauptung, personalisierte Kapitalismuskritik sei anschlussfähig an Antisemitismus, entbehrt jeglicher realen Grundlage. Wer im Angesicht von Trump, Putin und Erdogan immernoch der Meinung ist, dass man keine Personen benennen dürfe, dem geht es nicht um Protest gegen das Kapital, sondern um das Abschwächen eben jener Proteste. Antikapitalismus hatte und hat stets etwas Konkretes und nicht nur Abstraktes und wieso sollte man Profiteure eines mörderischen und zerstörerischen Systems nicht benennen?

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