Foto: nimmersat "Israel" - CC BY-ND 2.0 Some rights reserved. Quelle: piqs.de

Israel geht gegen Breaking the Silence vor

Breaking the Silence ist einzige Möglichkeit in der israelischen Gesellschaft für Soldat*innen des Landes ihre Geschichten aus den besetzten Gebieten Palästinas erzählen zu können, ohne staatliche Verfolgung befürchten zu müssen. Die israelische Staatsanwaltschaft will nun gegen die NGO vorgehen.

In einem nun veröffentlichten Interview im Spiegel mit dem Gründer der Friedensorganisation Breaking the Silence, Yehadu Shaul, beklagt dieser staatliche Repression und beschreibt wie die israelische Staatsanwaltschaft gegen seine Organisation vorgeht.

„Für uns ist ganz klar, was hier passiert: Man versucht, unsere Organisation zu schließen – auf Kosten von ein paar Soldaten niedrigen Ranges. Zweitens geht es hier um eine klare Ansage an alle in der Armee: Was in Gaza oder im Westjordanland passiert, bleibt dort“, erklärt der ehemalige Soldat gegenüber dem Spiegel.

Es ist eine besorgniserregend Entwicklung, die ein weltweites Echo ausgelöst hat. Zuvor trat der israelische Verteidigungsminister zurückgetreten. Mosche Jaalon ist nach den Ereignissen zur 68. Gründungsfeier des Staates Israel entsetzt gewesen. „“Leider haben extremistische Kräfte die Kontrolle unseres Landes und des Likud an sich gerissen“, gibt das Hamburger Abendblatt die Aussagen des Ministers wieder.

Konkret geht es beim Vorfall gegen die NGO um Zeugenaussagen zur Operation „Protecting Edge“, dem letzten Krieg zwischen der Hamas und Israel. Es werden nun 30 Untersuchungen gegen niedrige Dienstgrade eingeleitet. Die eher rechtskonservativen bis rechtsextremen Siedlerorganisationen gaben laut taz.de zu: „Wir haben Dutzende unserer Aktivisten under cover in linke Organisationen eingeschleust.“

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