Hatte Marx recht?

23. November 2016 - 20:16 | | Politik | 1 Kommentare

Diese Frage stellt sich der Deutschlandfunk in einer sechsteiligen Reihe: „Ist die Marxsche Kategorie noch aktuell?“ Ist der Deutschlandfunk jetzt Linker als die Partei die Linke?

„Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen“, mit diesen Worten leitet der Radiosender seine Essayreihe ein, die ihr kostenlos Online nachlesen oder nachhören könnt.

Mit Mathias Greffrath und Wolfgang Streeck konnten gleich zwei Hochkaräter für die ersten beiden Teile gewonnen werden. Streeck ist Soziologe und war Direktor am Max Planck Institut in Köln. Mathias Greffrath ist Publizist und Journalist und gewann unter Anderem den Otto Brenner Preis.

Im ersten Teil erklärt Greffrath die Aktualität des Mehrwerts. Jene Theorie in Marx Kapital, die den Kern des Kapitalismus erklärt. Im Zweiten Teil erklärt Streeck die erste ursprüngliche Akkumulation, die die Voraussetzung für den modernen Kapitalismus geschaffen hat. Die Reihe ist jedem zu empfehlen, der sein Marx Wissen nochmal auffrischen will oder das erste Mal mit Marx zu tun hat.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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Ein Kommentar

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    Maria von Finnentrop sagt:

    Natürlich hatte Marx in Vielem recht. Aber seine Geschichtsphilosophie krankt in einem zentralen Punkt:
    Der Verlauf der menschlichen Entwicklung folgt keinen mechanischen Gesetzen. Die Quantenphysik hat das Kaualprinzip längst widerlegt. Marx ist 19. Jhdt. Moderne Philosophie ist nicht möglich, schon gar nicht ernstzunehmen, wenn sie sich nicht auf der Höhe der naturwissenschaftlichen Erkenntnis bewegt. Marx ist immer lesenswert, seine Schriften sind klar und mitunter bissig formuliert, es blitzen immer wieder tiefe und in sich stimmige Gedanken auf, aber das Gesamtkonstrukt ist obsolet geworden. Die Welt ist komplexer als Marx das zu seiner Zeit ahnen konnte. Wenn ich mir seriöserweise vorstellen könnte, dass dies auf fruchtbaren Boden fallen würde, lieferte ich eine Liste aktueller Philosophen nach, deren Lektüre einen höheren Erkenntnisgewinn brächte als diejenige marxscher Schriften. Leider habe ich hier schon zu oft Zensur erlebt, vor allem im Zusammenhang mit Fragen des Islam, die heute nicht ganz unwichtig sind. Lest „euren“ Marx, aber mit wachen Sinnen und nicht mit gläubigem Staunen, wenigstens das werde ich hoffentlich empfehlen dürfen ohne als rechtspopulistisch verortet zu werden ?! Lasse mich überraschen.