Das Elend der Lafontaines, Wagenknechts und Onkel Toms

22. Januar 2016 - 17:09 | | Politik | 11 Kommentare
Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch (Screenshot)

Wer hätte gedacht, dass sich die Sprache von Lafontaine, Wagenknecht und Bartsch, was den Umgang mit “kriminellen Ausländern” und Obergrenzen angeht, kaum noch von derjenigen der CSU und AfD unterscheiden und dass die Forderungen von Teilen der Linkspartei und SPD im Bereich der Flüchtlingspolitik noch restriktiver und rechter daherkommen als diejenige Merkels. Es ist ziemlich tragisch, dass gerade die bekanntesten Gegner der imperialstischen NATO-Politik in DIE LINKE die menschenverachtendsten Positionen in der Flüchtlingspolitik einnehmen.

Lafontaine setzt sich seit Jahren für die Begrenzung und Steuerung der Zuwanderung ein. Wagenknecht spricht von Kapazitätsgrenzen und behauptet: “Wir können nicht jedes Jahr eine Million Menschen aufnehmen.” Zudem sprach sie sich mit ihrem Ehemann Lafontaine für europäische Flüchtlingskontingente aus. Die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE erklärten vor einer Woche in bester populistischer und rassistischer Manier: „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt. Das ist auch eine ganz klare Position der LINKEN“ (Wagenknecht) und “wir müssen die Gesetze, die vorhanden sind, in großer Konsequenz anwenden.“ (Bartsch) Dabei wird vollkommen ausgeblendet, dass die meisten Asylsuchenden keine Gäste, sondern Schutzsuchende sind. Es wird nicht etwa die Abschaffung, sondern, ganz im Gegenteil, die Einhaltung menschenverachtender Praktiken gefordert, die im deutschen Recht verankert sind. Aber die Abschiebung “krimineller Ausländer” ist eine rassistische Forderung und Praxis, da sie Personen, je nach Herkunft, in “legale” und “illegal” Menschen einteilt, die unterschiedlich hart bestraft werden. Dies verstößt gegen die Gleichheit vor dem Gesetz und gegen die Menschenrechte der Geflüchteten.

Zuletzt haben Lafontaine und Wagenknecht die angebliche Reduzierung der Polizei kritisiert und letztere behauptet sogar das Land “würde zerreißen”, sollte eine weitere Millionen Geflüchtete kommen.

Ich stand Wagenknecht lange Zeit positiv gegenüber, da sie die prominenteste anti-imperialistische Stimme Deutschlands ist. Aber damit ist jetzt Schluss. Denn wer Asylsuchende gegen die Armen ausspielt, Obergrenzen und die Abschiebung “krimineller Ausländer” fordert, vertritt menschenverachtende und rassistische Positionen, die mit linken Prinzipien wenig gemeinsam haben.

Es ist zudem bedauerlich, dass assimilierten und rechten „Islamexperten“ à la Ahmed Mansour, Abdel Samad, Akif Pirincci, Necla Kelek & Co. ständig irgendwelche Preise abstauben und andauernd in den Medien anzutreffen sind. Nicht etwa weil sie wirklich Ahnung vom Islam oder von Muslimen hätten, sondern lediglich weil sie diese scharf kritisieren und dadurch die eurozentrischen Ressentiments der weißen Mehrheitsbevölkerung widerspiegeln. Islamkritik ist ja durchaus berechtigt und wichtig. Was diese Autoren jedoch tun ist keine Islamkritik, sondern Islambashing. Die ahistorischen und kulturalistischen Analysen dieser „Hauskanaken“ tragen dazu bei, ein starres und essentialistisches Bild vom Islam zu zeichnen. Sie konstruieren an den Haaren herbeigezogene Gegensatzpaare wie die „barbarischen Moslems“ oder die „rückständigen Orientalen“ , welche sie den „fortschrittlichen“ und „zivilisierten Europäern“ gegenüber stellen. Dabei gibt es weder den „Islam“ noch die „Moslems“ oder die „islamische Zivilisation“. Alle drei haben sich im Laufe der Geschichte verändert und haben je nach Individuum, Region, religiöser Interpretation und sozialer Schicht unterschiedliche Ausprägungen.

Die oben genannten Autoren verschweigen, dass der Westen ohne den Transfer von Wissenschaft, Technologie, Ressourcen etc. aus dem Orient, der von der Antike bis zum 19. Jahrhundert anhielt, immer noch in der Barbarei stecken würde. Sie verlieren kaum ein Wort darüber, dass die Länder des „Nahen- und Mittleren Ostens“ durch Kolonialismus, Neokolonialismus und den menschenverachtenden westlichen Interventionskriegen, vor allem der letzten 15 Jahre, in den Ruin gestürzt wurden. Und sie ignorieren, dass die jahrelange Ausgrenzung und Marginalisierung im Westen erheblich dazu beigetragen haben, dass „migrantische“ Jugendliche manchmal zu Kriminellen werden oder eine Identität im Nationalismus oder der Religion suchen. Schlimmer noch: es wird der Eindruck erweckt, dass nicht nur einige wenige, sondern die Mehrheit muslimischer Jugendlicher eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben im Westen darstellen würden. Sie verharmlosen dadurch auch den noch viel gefährlicheren rechten Terror in Deutschland und Europa. Aber Missstände auf die Kultur und Religion zu schieben ist halt gewinn- und ruhmbringender als Macht- und Klassenanalysen.

Ich schäme mich für die ganzen „Schwarzköpfe“, die jetzt die Abschiebung von „kriminellen Ausländern“ fordern! Niemand verlangt, dass sie weniger hart bestraft, sondern dass sie genauso behandelt werden sollen wie alle anderen deutschen Staatsangehörigen auch. Die härtere Bestrafung von Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus ist und bleibt rassistisch.

Quelle: https://www.facebook.com/kavehtracks/?fref=ts

Über den Autor

Der im Iran geborene Berliner Rapper KAVEH begann 1995 seine ersten Rap-Texte zu schreiben und ist seit mehreren Jahren auch in der Jugendarbeit (z.B. beim WannseeForum; JTB, Gangway etc.) aktiv. Er bietet Rap-Workshops an, in denen er einen Überblick über die Geschichte von Hip-Hop vermittelt, sprachliche und technische Aspekte behandelt sowie Schreibkurse anbietet.
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11 Kommentare

  • 1
    Nico sagt:

    Sarah Wagenknecht als Rassistin zu bezeichnen, nur weil Sie das ausspricht was der größte Teil der Bevölkerung denkt, ist schon harter Tobak!

  • 2
    Meh sagt:

    Kaveh schrieb hier ja schon einigen Schwachsinn, aber dass kriminelle Ausländer abzuschieben rassistisch sei, setzt seinem Blödsinn die Krone auf.
    Letztlich vertritt er selbst rassistische Positionen, wonach „der Westen“ noch immer in Barbarei verhaften würde, hätte es nicht die Einflüsse aus dem Orient gegeben.

    Wie gewohnt peinlich, aber diesmal besonders dämlich, Kaveh!

    • 2.1
      Hans 65 sagt:

      Wäre es denkbar, dass es auch Menschen in großer Zahl gibt, die ihr Post als schwachsinnig empfinden?

      Ein jeder Mensch will etwas gelten
      und hält sich selbst für äußerst selten.
      Doch eines kann er nicht recht fassen,
      er sollt‘ auch and’re gelten lassen.

  • 3
    Ben Maria von Finnentrop sagt:

    Zum Nahen Osten gehört aber auch Israel, ein winzig kleines Land ( so gross wie das Bundesland Hessen), umzingelt von weitaus grösseren Feinden, vom ersten Tag seiner Gründung an mit Kriegen überzogen.
    Dort gibt es Menschen aus zig verschiedenen Ländern, eine blühende Wissenschaft und Kultur, eine funktionierende Demokratie. Aber das ist ja nicht das Hauptthema hier.
    Warum man illegal hier lebende Straftäter, die zum grossen Teil mit dem einzigen Zweck eingereist sind um sich kriminellen Strukturen anzuschliessen nicht abschieben sollte, erschliesst sich wohl keinem humanistisch denkenden Menschen. Solche Abschiebungen ( die im Übrigen wohl nie in der Realität stattfinden werden) als rassistisch zu bezeichnen ist beleidigend für alle legal und anständig hier Lebenden. Eine solche Haltung hat nichts zu tun mit linker Gesinnung , mit Freiheit oder Menschlichkeit.
    Da möchte jemand, dass wir Sexualstraftäter, Schläger und Diebe behandeln wie jedermann.
    Warum ?! Weil vor Hunderten Jahren mal die ein oder andere Errungenschaft aus dem Orient in Europa angekommen ist ?! Seltsame Logik. Hilflos, schräg, bar jeder Vernunft. Man kann nur hoffen, dass sogenannte „linke“ Rapper niemals einen relevanten Einfluss auf die Politik haben angesichts dieses geist – und geschmacklosen Kommentars.

  • 4
    Freiheitsliebender sagt:

    Bitte definiert doch erst einmal die in dem Artikel offensichtlich synonym gebrauchten Begriffe „Flüchtling“ und „Zuwanderer“. Vielleicht kommt ihr dann auch einer seriösen Aussage etwas näher.

  • 5
    neuheide sagt:

    warum klicke ich diesen link immer und immer wieder an.
    obwohl ich weiss das mich die wesen die hier ihre geistigen ergüsse ins netz rotzen,mir die halsschlagadern anschwellen lassen…

    ich lese mir diesen schwachsinn durch und frage die „freiheitsliebe“.

    welchen sinn seht ihr in eurer existenz?.
    ihr erschafft es mit euren realitätsverachtenden artikeln,mühelos menschen die kritisch gegen die regierungsagenda stehen nicht nur zu wutbürgern,sondern sogar zu hassbürgern zu machen.

    warum schliesst ihr diese werksatt der hetze nicht?

  • 6
    Oreus sagt:

    Das Problem besteht nicht in der Zuwanderung, sondern in der Allah – Auffassung der Muslime.
    Muslime sind nach Allah, die Herrenmenschen, welche das Recht haben alle Ungläubigen vom Erdball zu vernichten.

    Das ist und bleibt eine Kriegserklärung an alle Nationen.
    Auch wenn der Islam zunächst im Schafspelz daherkommt, so ist der Koran die Aufhetzung zum Völkermord.
    Wer Massen von Islamisten einwandern lässt, handelt gegen die ureigensten Interessen der einheimischen Bevölkerung. Wer diese muslimischen Massen sogar einlädt, begeht Völkermord.
    Frau Merkel gehört umgehend mit sofortiger Wirkung in eine Zuchtanstalt. Sie ist zu verurteilen. Die gesamte Regierung ist aufzulösen und über einen runden Tisch ein gesellschaftlicher Neuanfang herzustellen.

    Ansonsten gibt es einen fürchterlichen Bürgerkrieg.
    Aber der ist von der Elite gewollt: Das deutsche Volk soll ausgerottet werden. Merkel ist deren hilfreicher Vollstrecker!

  • 7
    Paul Söderboom sagt:

    Der Artikel ist ein einziger Schwachsinn .Der ISLAM ist ein im finstersten Mittelalter stehendes Horrorsystem und sollte mit Stumpf und Stiehl ausgerottet werden . Man sollte die Invasoren sofort rausschmeißen . Auf die ehemaligen sog. Kulturleistungen , die dieser auch nur geerbt hat aus Indien , sind wir nicht angewiesen . Der Islam kann nur eine stumpfsinnige Steinzeitkultur auslösen . Deshalb : Sofort beenden , mit Gewalt .

  • 8
  • 9
    hurlylu sagt:

    Warum wandern Sie nicht einfach in das Land ihrer Eltern aus.
    Da finden Sie sicherlich einige Dinge, die sie der „Regierung“ der islamischen Republik unter die Nase reiben können.
    Wenn diese Leute, über deren Abschiebung Sie sich erregen einfach nur illegal wären. Aber Kriminelle?
    Lassen Sie ihre Wohnungstür offen stehen?
    Oder erwarten Sie das nur von der autochthonen Bevölkerung?
    Marokko soll auch ganz toll zum Leben sein, Sie scheinen ja derartige Verhältnisse zu schätzen.
    Vermutlich muss das Leben in Deutschland für Sie eine Qual sein.

    Wir haben ausreichend deutsche Kriminelle, die sind teuer genug.
    Da brauchen wir keine „Facharbeiter“ aus den „führenden wirtschaftlichen“ Superstaaten, wo dem gewöhnliche Dieb auch schon mal die Hand entfernt wird.

    Eine Frage hätte ich noch, was denken Sie wie viele Menschen ohne Einkünfte aus Arbeit dieser Staat insgesamt finanzieren kann?
    Und was denken Sie wo dafür das Geld herkommt?

    Sehen Sie, mir reicht es schon das mich dieser Staat ausraubt, da muss ich nicht auch noch von Illegalen ausrauben zu lassen, nur weil deren Eltern zu blöd waren um die Zahl der Kinder, die sie ernähren können, nicht richtig eingeschätzt zu haben.

    Ich vergaß, das sind ja Muslime. Da trägt ja Allah und sein Prophet die Verantwortung und niemals der Mensch.

  • 10
    O.K. sagt:

    Eine herkunftsbedingte Ungleichbehandlung ist rassistisch, auch wenn sie nicht biologistisch begründet wird. Und rassistisches Gedankengut ist nicht weniger rassistisch, nur weil viele Menschen es vertreten (@Nico).

    Wagenknecht vertritt übrigens keine antikapitalistischen Positionen, sondern betreibt lediglich Bankenbashing und stellt sich auf die Seite des deutschen Mittelstands (nicht auf die Seite der Arbeiter*innen und Erwerbslosen). Ihr großes Vorbild in wirtschaftspolitischen Fragen ist Ludwig Erhard (CDU), einer der Erfinder der sogenannten „sozialen Marktwirtschaft“.

    Lafontaine hat bereits Anfang der 1990er-Jahre den ersten „Asylkompromiss“ mit vorangetrieben und findet das auch heute noch richtig. Neuerdings forderte er, Sozialleistungen für Flüchtlinge zu streichen.