Armut und Ungleichheit sind kein Naturgesetz

11. Februar 2015 - 10:35 | | Politik | 2 Kommentare
Katja Kipping (Foto: Linke NRW/ flickr.com/ CC-Lizenz)
Katja Kipping (Foto: Linke NRW/ flickr.com/ CC-Lizenz)

Ungleichheit, Armut und das Wirtschaftssystem sind kein Naturgesetz, so Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei. In einem Interview spricht sie über „die zunehmende soziale Spaltung, Kulturkampf von rechts, notwendige linke Bewegungen in Deutschland und Europa“ sowie ein Europa das vor Armut schützt.

Katja Kipping sieht in den Pegida Demonstrationen einen Ausdruck  der steigenden Prekarisierung Europas und Deutschlands. „“Wir brauchen eine Bewegung gegen die Prekarisierung, nicht gegen die Islamisierung des Abendlandes“, erklärt sie gegenüber der Presse. Kipping weiter: „Klar, es gibt viele berechtigte Sorgen. Die soziale Spaltung in diesem Land nimmt zu, Existenzangst greift um sich. Und wo Existenzangst zunimmt, verschärft sich das gesellschaftliche Klima. Deswegen sage ich: Wenn etwas wirklich Not tut, dann ist das eine ganz andere Bewegung – nicht eine herbei fantasierte Islamisierung ist das Problem. Wir brauchen eine Bewegung gegen die Prekarisierung! Zu so einer Bewegung wollen wir  als Partei mit der Kampagne „Das muss drin sein“ in den nächsten Monaten übrigens einen aktiven Beitrag leisten.“

Ihre Vermutung wird nicht zuletzt von der britischen NGO Oxfam bestätigt, nachdem 2016 das reichste Prozent der Menschheit 99 Prozent des weltweiten Reichtums besitzt: „Diese absurde Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Sie ist weltweit das Ergebnis einer seit Jahren stattfindenden, gezielten Umverteilung von Unten nach Oben. Steuern für Reiche und Konzerne wurden gesenkt, die Kosten für die Bankenrettung den Lohnabhängigen aufgebürdet“, erklärt die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion in ihrem Interview der Woche.

Das ganze Interview ist hier nachzulesen.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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2 Kommentare

  • 1
    rote_pille sagt:

    euch ist schon klar, dass das unkontrollierte zuströmen unqualifizierter wirtschaftsflüchtlinge die löhne speziell im unteren bereich senken muss? einfaches gesetz von angebot und nachfrage. und die immer weitergehende anpassung unserer werte an den islam ist sehr wohl eine islamisierung und das problem sollte nicht ignoriert werden, weil noch andere, wirtschaftliche existieren. das einzige, was herbeifantasiert ist, ist euer glaube daran, man könnte in einer globalisierten welt effektiv firmen und reiche besteuern, die morgen schon ihre investitionen woanders hin lenken können (siehe gr, da wurde schon massenhaft kapital abgezogen). das einzige was sich machen lässt ist bankrotte institute pleitegehen zu lassen. das geht am besten, indem man der regierung macht auf wirtschaftlichem gebiet entzieht, indem man unmissverständliche obergrenzen für steuern und verschuldung einführt, die bei nichteinhaltung einen regierungsrücktritt sofort und automatisch erzwingen.

  • 2
    Florian Hohenwarter sagt:

    Passt nicht gerade zur Überschrift, aber ich möchte dieses Video hier trotzdem nochmal reinstellen, da mich es immer noch wundert, warum es so wenig verbreitet ist.

    Der ehemalige Spiegel Journalist Harald Schumann redet Klartext und prangert die Interne Pressefreiheit in Deutschland an.

    Schumann: “… das ist in der deutschen Presse Gang und Gäbe, dass Chefredakteure oder Resortleiter ihren Untergebenen sagen, wie sie zu denken haben. Dass Vorgaben gemacht werden, was sie recherchieren dürfen und was nicht, und dass viele junge Kollegen daran gehindert werden überhaupt kritische Journalisten zu werden weil ihre Vorgesetzten das gar nicht wollen.”

    Interviewer: “Sie nehmen ausdrücklich die ÖR-Anstallten nicht aus, warum?”

    Schumann: “Weil ich genügend Kollegen aus ÖR-Anstallten kenne, die mir genau solche Geschichten berichtet haben und mir das hundertfach bestätigt haben. Insofern, die sind da nicht aus zunehmen.”

    https://www.youtube.com/watch?v=d1ntkEbQraU