Antisemitismuskampagne gegen links oder die Macht der Stimmungsmache

11. Juni 2015 - 18:29 | | Politik | 1 Kommentare
RUFMORD Die Antisemitismus-Kampagne gegen Links
RUFMORD Die Antisemitismus-Kampagne gegen Links

Jemanden als Antisemiten zu bezeichnen ist in Deutschland ein funktionierendes Mittel um jede Debatte zu beenden, erst recht, wenn es diejenigen trifft, die eigentlich die engagiertesten Kämpfer gegen Rassismus und Antisemitismus sind, die politischen Linken. Wolfgang Gehrcke, Bundestagsabgeordneter der Linken, zeigt mit seinem neuen Buch „Rufmord – Die Antisemitismuskampagne gegen Links“ wie mit der Diffamierung als Antisemiten Friedensaktivisten und Antifaschisten nahezu mundtod gemacht wurden.

Gehrcke zeigt in seinem Buch anhand von fünf Beispielen, wie die Diffamierung in den letzten Jahren verwendet wurde. Das bekannteste dürfte die Diffamierung des Gedichts von Günter Grass sein, der sich nach seiner klaren Positionierung gegen Krieg und Gewalt, anhören müsste er wolle den „lyrischen Erstschlag“, sein Text sei ein „Dokument der imaginären Rache“ oder ein „aggressives Phamplet der Agitation“. Ein eigenes Kapitel wird der Antisemitismuskampagne gegen die deutsche Linke gewidmet, die sich schon mehrmals dem Vorwurf ausgesetzt sah, weil sie als einzige Partei klar Stellung bezieht gegen Besatzung des Westjordanlands oder die Blockade Gazas. Gehrcke macht aber auch deutlich, dass immer stärker die Gefahr besteht, dass die Partei dem öffentlichen Druck nachgibt und ihre Positionen aufweicht, beunruhigt Gehrcke und nicht nur ihn. So zitiert er Albrecht Müller von den Nachdenkseiten in einem Absatz zur Linken, „dass diese möglicherweise nicht mehr fähig sei sich gegen die auch mit dem Antisemitismus-Vorwurf betriebene Gleichschaltung machtvoll zu wehren, weil in ihren Reihen solchen sitzen, die auf Rechnung andere arbeiten, trojanische Pferde sozusagen.“

Dass auch diese trojanischen Pferde wenig wahres berichten, wenn sie Teilen der Linken Antisemitismus vorwerfen, zeigt die Studie von Werner Bergmann vom „Zentrum für Antisemitismusforschung“. Den Interessierten Vertretern der Kampagne gegen die Linke scheinen die Fakten aber wenig wert zu sein, denn sie verweisen auf Gerüchte oder Halbwahrheiten um das Engagement für Frieden zu diffamieren. Ein Blick auf die Geschichte der Arbeiterbewegung, den Gehrcke gekonnt einbaut, zeigt deutlich, dass es nie die Linke war, die den Antisemitismus nutzte und es nicht sie war, die in ihren Reihen ehemalige Nationalsozialisten mitarbeiten lies.

Deutlich spürt man Wolfgang Gehrcke​s Sorge, wenn es um den Antisemusvorwurf geht. Denn es ist viel schwieriger die eigene antimilitaristische und antifaschistische Position deutlich zu machen, wenn die Lüge erst einmal von allen verbreitet wurde und so zitiert er den israelischen Linken, Moshe Zuckerman: “Es war nie leicht zu beweisen, dass man überhaupt keine Schwester hat, wenn erst einmal das Gerücht in die Welt gesetzt wurde, dass sie eine Prostituierte sei.” Und so verhält es sich auch mit der Linken und dem Antisemitismus, sie sind keine Geschwister, keine Verwandten und keine Freunde, nein sie sind Todfeinde, doch der Einsatz für Frieden im Nahen Osten, wird so leicht als Antisemitismus diffamiert, wenn er den herrschenden Ideen entgegenläuft, das am Ende nur noch wenig Zeit bleibt über praktische Solidarität mit den Menschen vor Ort zu reden!

Wolfgang Gehrckes Buch „Rufmord – Die Antisemitismus-Kampagne gegen links“ ist ideal geeignet um zu verstehen wie mediale Kampagne funktionieren und wie man sich diesen widersetzen kann. Bestellt werden kann es hier.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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