Rap als Ausdrucksmittel der Unterdrückten

25. Februar 2015 - 12:56 | | Gesellschaft,Kultur | 5 Kommentare
Polit-Rapper Kaveh – Foto: Kaveh

Vor wenigen Tagen erschien hier ein Beitrag des linken Rappers Kaveh, in dem er sich mit Nationalismus im Deutschrap und der Gesellschaft auseinandersetzte. Heute wollen wir einen Beitrag von ihm veröffentlichen, der sich mit linken Rappern in Deutschland und Rap als Mittel im Kampf gegen Unterdrückung auseinandersetzt.

Die linke Rap-Szene Deutschlands im globalen Vergleich

Besonders linke Gruppen und Genoss*innen sind traditionell oftmals diejenigen gewesen, die rechten Tendenzen am entschiedensten entgegengetreten sind. Wie sieht es also mit der aktuellen linken Deutschrap-Szene aus? Mein Eindruck ist, dass sich die sog. „radikale Linke“ Rap-Szene Deutschlands und Österreichs grob in zwei polarisierende Gruppen unterteilt, die in sich natürlich heterogen und widersprüchlich sind: Einerseits spaltet sich die radikale Linke Rap-Szene in eher antideutsche Kreise, die teilweise kleinbürgerliche Werte hochhalten, beinahe uneingeschränkte Solidarität mit Israel bekunden, sich größtenteils von außenpolitischen Themen fernhalten und sich den Kampf gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auf die Fahne geschrieben haben.1 Die Kritik an der israelischer Besatzung, der US-Außenpolitik oder einzelnen Kapitalisten und Konzernen (personifizierte Kapitalismuskritik) wird von Gruppen wie z.B. „Antilopengang“ oder dem sog. „Zeckenrap“ Umfeld mehr oder weniger als strukturell antisemitisch betrachtet, ohne dabei die Dialektik zwischen konkreter und abstrakter Kapitalismuskritik zusammenzudenken. Sog. „Verschwörungstheoretiker“ wie Ken Jebsen werden partout und zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt und Antizionismus mit Antisemitismus gleichgesetzt. Der Klassenkampf wird zudem von Antideutschen abgelehnt, weil sie die Masse lediglich als einen mit „völkischen“ Ideen durchsetzten Pöbel betrachten, der starke Affinitäten zum Faschismus aufweist. In antideutschen Clubs wie About Blank (Berlin-Friedrichshain) oder Conne Island (Leipzig), wo sog. „Zeckenrapper*innen“ wie Sookee und andere Ticktickboom-Mitglieder des Öfteren auftreten, kommt man nicht rein, wenn man eine Kufiya (sog. „Palästinensertuch“) trägt. Wahrlich menschenverachtende Auswüchse nehmen in diesem Kontext die Aussagen und Texte der Antilopengang und des Rappers Roni 87 ein. In ihrem Song „Anti-Alles-Aktion“ rappt die Antilopengang, dass sie gemeinsam mit der Polizei gegen die Blockupy-Proteste in Frankfurt kämpfen und die „Wutbürger von Stuttgart 21“ verprügeln würden. In einem Interview mit Neues Deutschland bestätigte Danger Dan: „Also Blockupy fand‘ ich schon besonders dumm. Diese Idee es gäbe irgendwie 99% von Unterdrückten, die von einem Prozent Reicher unterdrückt werden.“ Koljah schoss gleich nach: „Das ist ja auch schon fast Antisemitismus. Da ist ja schon der Aufruf zum Pogrom impliziert.“ Danger Dan packte dann noch einen drauf: „Dass das überhaupt noch geht, dass Linke sich auf so einen Unsinn einigen können, hat mich krass verwundert. Da bin ich dann doch sehr froh über Rechtsstaatlichkeit, über Polizisten, die diese Leute dann im Zaum halten. Und ich würde auch tatsächlich, wenn diese Leute sich erheben und das umsetzen wollen, was da zwischen den Zeilen angekündigt wird, dieses reiche eine Prozent – wer auch immer das sein soll – wenn die die jetzt lynchen würden, würde ich auch auf der Seite der Polizei gegen sie kämpfen. Mit Waffengewalt.“ Der mit bürgerlichem Namen Martin Niewendick heißende Neuberliner gehört wie die Antilopengang zum harten Kern der antideutschen Rap-Szene. Er ist nicht nur als Battle-Rapper Roni 87 bekannt, sondern auch als Aktivist der Linkspartei und freier Journalist. Er ist ein Feind der „Neuen Friedensbewegung“2 und sog. „Verschwörungstheoretiker“ und darüber hinaus ein glühender Anhänger der israelischen Regierung, Armee (IDF) und Geheimdienstes Mossad. Auf der anderen Seite des linken Spektrums, gibt es ein eher anti-imperialistisches Camp, in der Kritik an der Politik der Nato, des US-Imperiums, des neoliberalen Kapitalismus und der Klassenkampf eine wichtige Rolle einnehmen, wobei es beim Kampf gegen Rassismus und anderen Diskriminierungsformen auch Überschneidungen zum eher antideutsch geprägten Antifa-Rap-Lager gibt.3 Zu den älteren Vertretern dieser anti-imperialistischen und klassenkämpferischen Zunft gehören Rapper wie Albino und Holger Burner. Während Albino vor allem Rap-Neuland in Sachen radikaler Tierbefreiungs- und Veganismus-Lyrik betreten hat, setzt sich Holger Burner wie kaum ein anderer Rapper für den Klassenkampf ein. Sie sind jedoch weitaus nicht so populär wie die oben genannten Musiker. Zu den jüngeren Vertretern dieses Genres später noch mehr.
Der Rassismus der Mitte, der relative Wohlstand einer breiten Mittelschicht, die antideutsche Unterwanderung linker Bewegungen, sowie der auch in anderen Ländern vorherrschende Boykott kritischer Künstler durch Mainstream-Medien und Musikindustrie führt unter anderem dazu, dass die deutsche Rap-Szene im Vergleich zu anderen Weltregionen wie z.B. den USA (Immortal Technique, Dead Prez, Talib Kweli, Mos Def, Lupe Fiasco) Südamerika (Calle 13, Ana Tijoux), Großbritannien (Lowkey, Shadia Mansour) und Frankreich (Keny Arkana, Kerry James) gespalten ist und keine vergleichbar populären regierungskritischen bzw. linken Rapper*innen vorzuweisen hat. Der bekannteste deutsche Polit-Rapper Blumio z.B. hat nur einen kleinen Bruchteil der Popularität der oben genannten nicht-deutschen Künstler. Die populärste sog. „linke“ Rap-Gruppe Deutschlands (Antilopengang) sind wiederum Antideutsche. Es gibt hierzulande zwar einige sehr bekannte Rapper, die gelegentlich politische Songs produzieren wie Fard, Eko, Sammy Deluxe usw. Aber 1. Wurden sie mit nicht-politischem Unterhaltungsrap bekannt und haben solche Songs erst verstärkt gemacht nachdem sie berühmt wurden. 2. Verfolgen diese Künstler keine wirklich emanzipatorische und radikale Agenda, weil sie auch Tracks schreiben, in denen sexistische, homophobe, Luxus- und gewaltverherrlichende Lines fallen. Sie sind also, wenn überhaupt, nur Ausdruck einer eher gemäßigten kleinbürgerlichen Anklage gegen gewisse gesellschaftliche und politische Missstände und keine genuin emanzipatorische, anti-kapitalistische und anti-imperialistische Kritik am System, Staat und Gesellschaft.

Rap als revolutionäres Ausdrucksmittel der Unterdrückten
Um diskriminierende Weltanschauungen zu überwinden und einen wirklichen Systemwechsel einzuläuten, bedarf es viel mehr kritischer Stimmen berühmter Musiker, Künstler, Schauspieler und Sportler, weil diese erheblich dazu beitragen können diesen Wandel zu befördern.
Tunesien und Ägypten waren in den letzten Jahren beeindruckende Beispiele dafür, wie Rap-Musik zivilen Ungehorsam fördern und sich zum Soundtrack der Arabellion emporheben konnte: Etwa einen Monate bevor sich der Student und Straßenverkäufer Muhammed Bouazizi aus Verzweiflung und Armut anzündete und durch seinen Tod die revolutionäre Bewegung Tunesiens heraufbeschwor, schrieb der damals erst 21-jährige tunesische Rapper El Général einen Rap-Song an den Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali , den er am 7.11.2010 ins Internet stellte. Der Track mit dem Titel Rais Le Bled (Präsident des Landes) – in dem er Ben Ali und die Regierung kritisierte – verbreitete sich in kürzester Zeit. Er wurde zur Protesthymne des tunesischen Aufstandes, der den seit 23 Jahre herrschenden Diktator Ben Ali schließlich in die Flucht trieb.
Bereits vor dem Ausbruch der Revolte, veröffentlichten die ägyptischen Rapper Ramy Donjewan und Ahmed Rock regierungskritische Lieder. Ahmed Mekky veröffentlichte im Februar 2011 zusammen mit dem Sänger Mohamed Mohsen den Song 25. Januar, in dem sie den Aufstand loben und ein Leben in Würde einfordern. MC Amin, der schon 2006 mit politischen Tracks auf sich aufmerksam machte, veröffentlichte im Februar 2011 den Song Die Situation muss sich Verändern – Part III, in dem er sich für einen tiefgreifenden Wandel der ägyptischen Gesellschaft einsetzt. Auch andere ägyptische Rap-Artists, wie z.B. die in Kairo ansässigen Arabian Knightz und Deeb haben mit ihren Songs den ägyptischen Aufstand unterstützt.
Auch in anderen Ländern wird Rap häufig als Sprachrohr gegen staatliche Repression genutzt und wendet sich dann leider oft auch gegen die Rapper selbst. Der marokkanische Rapper El-Haked und der spanische Rapper Pablo Hasel z.B. sitzen beide im Gefängnis, weil sie die Regierung kritisierten.
Rap-Musik ist mittlerweile die populärste Jugendkultur der Welt und gehört vor allem. in ärmeren Regionen der Welt zusammen mit den sozialen Netzwerken zu den effektivsten Mitteln Identitäten zu stiften, den Zuhörer zu empowern, Aufklärung zu betreiben, Denkanstöße zu liefern und sogar die Massen für Demos und Proteste zu mobilisieren.
In Deutschland fand progressive Rap-Musik – abgesehen von sozialkritischem Rap und Statements oder Tracks, die sich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richten – lange Zeit kein Gehör im Mainstream. Hinzu kommt, dass es im Deutschrap keine wirkliche Diskussionskultur gibt. Rap ist für die meisten Mainstream-Rapper ein reines Geschäft und die Zurschaustellung von Luxus, Statussymbolen, eines muskulösen Oberkörpers und anderen Oberflächlichkeiten sind hierzulande immer noch wichtiger als die Beschäftigung mit Inhalten. Auch Rapper*innen aus dem eher antideutsch geprägten linken Umfeld wie Ticktickboom scheuen davor zurück mit anti-imperialistischen Rappern wie meiner Wenigkeit zusammenzuarbeiten, da sie sich einerseits von der antideutschen Szene einschüchtern lassen und andererseits Angst haben ihre Fans zu verlieren oder diffamiert zu werden, wenn sie es wagen sollten gewisse Tabus zu brechen. Gleichzeitig hat auch im deutschsprachigen Rap eine Ausdifferenzierung stattgefunden, in der Künstler mit einem gewissen Bekanntheitsgrad wie Blumio, Amewu, Sookee, Lemur u.a. eine diskriminierende Denkweise und Sprache bewusst vermeiden und sich deutlich gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie aussprechen. Sookee – die wichtige Pionierarbeit in der Verteidigung der Rechte „queerer“4 Menschen im Deutschrap geleistet hat – und auch andere sog. „Zeckenrapper“ (z.B. Neonschwarz, Kobito Refpolk) halten sich allerdings öffentlich und großenteils auch privat von Kritik an der US-Außenpolitik und israelischen Besatzung fern. Dies steht im Gegensatz zu Blumio, der diese Kritik zwar häufiger in seinen Tracks zur Sprache bringt, aber zugleich mit Yahoo zusammen arbeitet, wo er seine „Rap Da News“ Folgen veröffentlicht. Dies ist angesichts der menschenverachtenden Praktiken des Unternehmens nicht unproblematisch.5 Im Allgemeinen ist es allerdings so, dass diejenigen Rapper*innen, die eine diskriminierende Sprache zu vermeiden versuchen weder eine Kritik am Imperialismus oder eine ganzheitlich Kapitalismuskritik formulieren noch den Klassenkampf fordern, während bekanntere Rapper, die in ihren Songs die Nato-Politik und Israel kritisieren für gewöhnlich sexistische und homophobe Texte haben und eine verkürzte Kapitalismuskritik betreiben.
Ausblick
Eine besonders interessante politische Entwicklung findet gerade in Teilen einer jüngeren Generation linksorientierter Rap-Künstler aus Deutschland statt. Diese profitieren davon, dass die Mainstream-Rap-Medien wie HipHop.de und 16bars mittlerweile auch schon gemerkt haben, dass man mit explizit politischen und sozialkritischen Texten die Abonnentenzahlen erhöhen kann. Die 2013 in Erscheinung getretene Plattform Raputation.TV, die auf ihrer Website schreibt, dass sie als einzige deutsche politische Rapshow jungen HipHop-Talenten eine Plattform biete, um „on- wie offline von ihrem Talent zu überzeugen und ihre politische Botschaft zu verbreiten“ ist der mediale Ausdruck dieses neuen Trends, bei dem sogar Künstler aus der radikalen anti-imperialistischen Linken der kapitalistischen Verwertungslogik unterworfen und für die Unterhaltungsindustrie attraktiver werden. Daran ändert auch nicht die Tatsache, dass einige Initiativen eher der wohltätigen Imagepflege von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Institutionen dienen als dem reinen Profitstreben. Wie dem auch sei, da einige Medien zunehmend aus ihrem Koma erwachen, haben eine Handvoll politisch-interessierter, systemkritischer, progressiver sowie technisch versierter Rapper einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad erlangt als es vorher in Deutschland möglich war. Hervorzuheben sind insbesondere der 24-jährige S. Castro aus Essen, der 21-jährige Disarstar aus Hamburg und der 21-jähriger Matondo aus Berlin. Diese neue Generation politischer Rap-Artists kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten den gesellschaftlichen Wandel voranzubringen; vorausgesetzt sie vernetzten sich untereinander und üben sowohl den Schulterschluss mit prominenten radikalen deutschen Künstlern wie Volker Pispers, Hagen Rether, Konstantin Wecker, den Protagonisten der Anstalt und Politiker*innen wie Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine als auch mit progressiven linken Kräften anderer Weltregionen, z.B. in Kurdistan und Südamerika. Wie der italienische Marxist Antonio Gramsci Ende der 20er bzw. Anfang der 30er in den Kerkern des Mussolini-Regimes schrieb: „Eine neue Kultur zu schaffen bedeutet nicht nur, individuell „originelle“ Entdeckungen zu machen, es bedeutet auch und besonders, bereits entdeckte Wahrheiten kritisch zu verbreiten, sie sozusagen zu „vergesellschaften“ und sie dadurch Basis vitaler Handlungen, Element der Koordination und der intellektuellen und moralischen Ordnung werden zu lassen.“ (Gefängnishefte, Heft 11, §12, 1377) In diesem Sinne kann fortschrittlicher Rap tatsächlich dazu beitragen den Samen des Systemwechsels zum Keimen zu verhelfen. Denn wie Karl Marx bereits zum Ausdruck brachte, unterliegt eine Gesellschaft nur dort radikalen Transformationsprozessen, „wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozess ihres Werdens begriffen sind.“ (Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie, Vorwort , MEW 13, S.9)

 

1 Theoretisch wurden die Antideutschen am Nachhaltigsten von der Kritischen Theorie und Adornos „negative Dialektik“, Jean Améry, Eike Geisel, Wolfgang Pohrt, wertkritischen Theoretikern wie Moshe Postone, gendertheoretischen Perspektiven und islamfeindlichen Autoren wie z.B. Henryk Broder beeinflusst.

2 Ähnlich wie Niewendick und anderen Antideutschen kritisierte in den 80ern Pohrt die damalige Friedensbewegung, die er als eine „deutschnationale Erweckungsbewegung“ bezeichnete, da er darin einen anti-amerikanischen Nationalismus sah. 2004 distanzierte sich Pohrt von seinen früheren Positionen: „Ich habe 1989ff in den Kategorien von 1933 interpretiert – ich hatte keine anderen. Damals war es ein Irrtum, heute ist es Ideologie geworden.“ (Pohrt, FAQ, 2004, S. 29)

3 Theoretisch wurde die anti-imperialistische Linke von unterschiedlichen marxistischen Strömungen wie dem klassischen Marxismus-Leninismus, Trotzkismus, Stalinismus, Maoismus und neueren marxistischen, anti-kolonialen und anti-imperialistischen Strömungen geprägt.

4 Ich benutze queer hier vereinfachend als Synonym für LesBiSchwul und transgender-Menschen.

5 Yahoo arbeitet eng mit der chinesischen Regierung zusammen, indem die Firma bei der Unterdrückung regierungskritischer Informationen und der Identifizierung von Dissidenten mithilft. In den letzten Jahren wurden mehrere chinesische Journalisten durch Yahoos Weitergabe von Informationen inhaftiert und anschließend in Gefängnissen gefoltert. Im April 2011 kam heraus, dass Yahoo bei seiner Suchmaschine Daten 18 Monate lang aufbewahren wolle. Die US-Behörden holten im ersten Halbjahr 2013 die meisten Daten von Yahoo-Kunden in den USA ein (12.444 Anfragen), gefolgt von Deutschland (4295). Dokumente belegen auch, dass der britische Geheimdienst GCHQ die Yahoo-Videochats über Jahre hinweg überwacht hat.

Über den Autor

5 Kommentare

  • 1

    ich habe mich auf http://www.blogfighter.de schon sehr intensiv

    a) mit der zionistischen Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs und
    b) mit der propagandistischen Funktion der Antideutschen

    beschäftigt, doch ich habe durch diesen Artikel noch eine Menge an wichtigen Erkenntnissen hinzugewinnen können. Vielen Dank dafür.

    Gerd Weghorn

  • 2
    Raumteiler sagt:

    Man muss auch leider dazu sagen, dass die Rap Lieder in den Charts alle nur oberflächlich, schlecht sind und dem Zuhörer keinen Mehrwert liefern. Dazu kommt das sie gewaltverherrlichend sind. Kein Wunder, dass die Jugend zunehmend asozialer wird.

  • 3
    Monostellar sagt:

    klar, wirklich guter Rap, der zum Nachdenken anregt, wird nicht im Rundfunk ausgestrahlt.
    Ich kann jedem nur empehlen, folgende Namen bei youtube oder google zu suchen:
    „Absztrakkt“
    „Amewu“
    „Cr7z“
    „Käptn Peng“
    „S. Castro“
    „Einsigartig“
    und noch eine Menge mehr.

  • 4
    FanOnEnal sagt:

    Ich kenne die angesprochene „ZeckenRap-Szene“ ganz gut und muss sagen, dass es sich meiner Beobachtung nach doch zum größten Teil um Akteure mit gutbürgerlichem Hintergrund handelt – gute Intentionen sind dort zweifellos vorhanden – aber es fehlt der persönliche / familiäre Erfahrungshintergrund, der den Widerspruch zwischen Kritik an staatlichen Repressionsmechanismen (etwa im Umgang mit Geflüchteten) in Deutschland einerseits und dem Schweigen über (mitunter gar Sympathiebekundungen für) vergleichsweise repressive Maßnahmen einer gewissen Regierung eines nahöstlichen Mittelmeeranrainerstaats, gegenüber der dortigen ursprünglichen Bevölkerung (aber auch etwa gegenüber hilfesuchenden Flüchtlingen), verständlich machen würde.

    Das politisch-militärische Establishment von Israel hatte beispielsweise keine Skrupel, dem ganz klar faschistoiden* Apartheidsregime Südafrikas Waffenhilfe zur Bekämpfung der von der Mehrheit der Südafrikaner getragenen Opposition zu leisten. Die beschriebene Regierung hat den burischen Faschisten sogar die Technologie zum Bau von Nuklearwaffen geliefert – alles sehr unkoscher!

    Mein Fazit: Wer Faschisten unterstützt, kann keine antifaschistische Solidarität erwarten – unabhängig daon welcher Nationalität und Religion die Faschistenkolloborateure sind.

    Dank der Arbeit von Sasha Polakow-Suransky, übrigens Sohn jüdischer Südafrikaner, wissen wir heute mehr als je zuvor über die unheilige Allianz und auch Ronnie Kasrilis, ehemaliger jüdischer Widerstandskämpfer des bewaffneten Arms des ANC, verurteilt die Politik des beschriebenen Staates ganz klar:

    https://books.google.de/books?id=cX0tVB5nu_YC&lpg=PA327&dq=Sasha%20Polakow-Suransky&hl=de&pg=PA327#v=onepage&q=Sasha%20Polakow-Suransky&f=false

    https://www.youtube.com/watch?v=nW_JuwG67PE

    * Einige führende Gestalten des burisch-nationalistischen weißen Minderheitsregimes in Südafrika wurden während des Zweiten Weltkriegs von der damals noch britisch dominierten südafrikanischen Regierung (die burischen Nationalisten, welche die Apartheid einführten, dominierten ab 1948 das politische Geschehen in Südafrika) interniert, weil Sie als Schläfer und Nazikollaborateure aktiv waren.

    Vgl.
    http://www.sahistory.org.za/dated-event/%C2%93ossewabrandwag-founded
    http://www.theguardian.com/world/2006/feb/07/southafrica.israel

  • 5
    gabriel sagt:

    Fußnote 2: „Ähnlich wie Niewendick und anderen Antideutschen kritisierte in den 80ern Pohrt die damalige Friedensbewegung, die er als eine „deutschnationale Erweckungsbewegung“ bezeichnete, da er darin einen anti-amerikanischen Nationalismus sah. 2004 distanzierte sich Pohrt von seinen früheren Positionen: „Ich habe 1989ff in den Kategorien von 1933 interpretiert – ich hatte keine anderen. Damals war es ein Irrtum, heute ist es Ideologie geworden.“ (Pohrt, FAQ, 2004, S. 29)“

    Das angeführte Zitat von Pohrt bezieht sich nicht auf die 80er, sprich; die Friedensbewegung, sondern auf „1989ff“, also Mauerfall etc. Es kann deshalb schlecht als Beleg dienen.