Pfefferspray gehört Verboten

22. April 2015 - 18:26 | | Gesellschaft | 4 Kommentare

Die Piraten und die Linkspartei in Berlin wollen den Einsatz von Pfefferspray auf Veranstaltungen und Demonstrationen verbieten lassen. Dabei behauptet die Berliner Polizei, dass 2014 Pfefferspray nur in 481 Fällen eingesetzt worden sei. Am 1. Mai, der in Berlin für Krawallen bekannt ist, sogar nur einmal. Wer soll eine solche Statistik glauben?

Viele DemonstrantInnen kennen es: Kaum blockiert man eine Nazi-Demonstration oder trägt eine Sonnenbrille und Kapuze, kann es brenzlig werden. Vor allem beim zivilen Ungehorsam neigt die Polizei immer wieder zu Übergriffen auf friedliche Demonstrierende. Ihr Lieblingsspielzeug: Pfefferspray und sogenannte Reizstoffe. Dem neuen Deutschland gegenüber erklärt der ehemalige Piraten Abgeordnete Christopher Lauer*, dass das Vollständige Verbot von Pfefferspray auf Demos das Ziel sein muss. Die Berliner Polizei hat seit 2001 mehr als 600.000 Euro für Reizgas ausgegeben.

Nicht der Erste Anlauf

Es ist bei weitem nicht der Erste Anlauf eines Pfefferspray Verbotes. Bereits 2011 beantragte die Nordrhein-Westfälische Linkspartei ein Verbot des Einsatzes von Reizstoffen auf Veranstaltungen. Pfefferspray ist immens Gefährlich. Während eine normale Jalapeno-Schote  5.000 Scoville mist, ist polizeiliches Tränengas 1.000-mal Schärfer. Es kann zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Selbst die US-Armee erklärt, das Pfefferspray zu Todesfällen führen kann. In den USA sind 70 solcher Fälle zwischen 1990 und 2011 bekannt.

Im Krieg verboten

Was für die Polizei erlaubt ist, ist im Krieg verboten. In Tränengas steckt üblicherweise o-Chlorbenzylidenmalonsäuredinitril, auch als CS Gas bekannt. Pfefferspray als OC. Für beide gilt: Sie dürfen nicht im Krieg eingesetzt werden, so schreibt es die Genfer Konvention vor.

*Christoph Lauer

Interessanter Ausflug am Rande: Christoph Lauer ist mittlerweile nicht nur bei den Piraten ausgetreten, er ist auch neuer Leiter für Strategische Innovationen beim Axel-Springer-Verlag.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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4 Kommentare

  • 1
    jan sagt:

    „Kaum blockiert man eine Nazi-Demonstration oder trägt eine Sonnenbrille und Kapuze, kann es brenzlig werden.“

    Und ich hoffe, es bleibt weiterhin für solche Leute brenzlig. Wer eine angemeldete Demo behindert, kann nicht mit Nachsicht rechnen. Da muss man sich schon an demokratische Grundregeln halten, sonst gibts Haue.

  • 2
    Meh sagt:

    „Selbst die US-Armee erklärt, das Pfefferspray zu Todesfällen führen kann. In den USA sind 70 solcher Fälle zwischen 1990 und 2011 bekannt.“

    Das stimmt so nicht.
    Es sind Fälle bekannt, dass Personen, an denen Pfefferspray angewendet wurde in Polizeigewahrsam verstarben. Die Todesursachen waren jedoch andere.

    Dazu gab es auch Studien:
    https://www.ncjrs.gov/pdffiles1/nij/grants/204029.pdf
    LESSONS AND OBSERVATIONS FROM THIS STUDY
    1. There is no evidence that O.C. as used by law enforcement
    officers in confrontational situations is a total or contributing
    cause of death, except when preexisting asthma (or diseasenarrowed
    airways) is present. (Seite 15)

    http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.232.8815&rep=rep1&type=pdf
    Conclusion
    Sudden death in custody is neither a new phenomenon nor attributable to the use of OC
    spray. Rather, sudden custody death can occur at any time for a variety of reasons. Any law
    enforcement agency may experience a sudden custody death, regardless of OC involvement. (Seite 7)

    Welche Alternive gäbe es denn auch zum Pfefferspray?
    Schlagstöcke, Tazer und Schusswaffen können weitaus schwerer Verletzungen verursachen.

    Ein Verbot befürworte ich nicht, aber ich bin für eine verstärkte Kontrolle des Gebrauchs.
    Hab selbst schon erlebet, wie Polizisten nicht nur Randalierer, sondern auch umstehene Unbeteiligte besprühten – bzw. bestrahlt haben, denn es war kein Spray wie beim Deo, sondern eher Strahlen wie aus einer Supersoaker.

  • 3
    Seemann sagt:

    Da ja auf den Demos generell das Linke, Rote und Grüne Dreckspack gewalttätig sind, bin ich auch für das Verbot von Pfefferspray. Ordentliche Schlägstöcke gezielt in die Fressen dieser Zecken geschlagen wäre viel sinnvoller !!!

  • 4
    Sundance sagt:

    Pfefferspray ist nicht immer negativ zu verstehen. Als wir uns damals mit über 30 Jugoslawen angelegt haben(wir waren nur 3) hat uns das in soweit geholfen, das wir vermitteln konnten, das das unsere Stadt ist ! OK in die knienenden weinenden Köpfe hier und da noch mal rein zu treten erfordert natürlich auch Konstitution, egal wie breit man ist, aber geht noch !
    Wie sonst will man klar machen, wer hier zu hause ist ???

    Wer gar nicht verstehen wollte hat Betonschuhe bekommen!
    Die halten ganz schön lange! Besser als Addidas ! Schön !
    Nee, Wir sind eigentlich ein ganz humanitärer Verein !
    Ihr solltest die Engel nicht verteufeln! Sie garantieren euch ein happy WE !