Nahrungsmittel aus Mülltonne gerettet – Anzeige bekommen

1. April 2016 - 13:27 | | Gesellschaft | 3 Kommentare

In Aachen müssen sich bald zwei junge Menschen vor Gericht verantworten, weil sie Lebensmittel aus der Mülltonne gerettet haben um diese zu verzehren. Ihnen wird „schwerer Diebstahl“ vorgeworfen, obwohol die Lebensmittel schon im Müll waren und vernichtet werden sollten.

Containern ist verboten, jedoch wollen viele Jugendliche und Erwachsene diese Lebensmittelverschwendung einfach nicht hinnehmen oder sind aufgrund von Geldmangel gezwungen, dafür riskieren sie Strafen. Dass diejenigen bestraft werden, die sich an Lebensmittel bedienen, die sonst zerstört werden würden, und nicht diejenigen, die die noch essbare Nahrung wegschmeißen ist an Hohn kaum zu überbieten. In Aachen macht sich gegen diese Entwicklung Widerstand breit, denn immer mehr Menschen lehnen es ab das Nahrung von Supermärkten weggeworfen wird, statt sie Bedürftigen zu geben, wie es in anderen Ländern das Gesetz verlangt.
Die vor der Zerstörung gerettet Waren sollen einen Wert im zweistelligen Bereich haben, wobei diese Werte vom Unternehmen angegeben wurden, für welches die Waren anscheinend keinen wirklichen Wert mehr hatten, da sie entsorgt worden waren.
Es bleibt zu hoffen, dass die Anzeige gegen die beiden jungen Erwachsenen zurückgenommen wird, dabei wäre eine Orientierung am Jahr 2013 möglich. Damals war der Prozess gegen zwei Containerer eingestellt worden, nach massiven Protesten. Nicht diejenigen, die Nahrung vor der Zerstörung retten begehen ein Verbrechen, sondern diejenigen, die essbare Lebensmittel wegschmeißen, während Millionen Menschen hungern!

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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3 Kommentare

  • 1
    Josch sagt:

    Was für eine Justizposse

    Dieser Prozess ist ein Schandfleck. Artikel 2 GG garantiert den Menschen das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Dazu gehört auch das Recht, nicht verhungern zu müssen. Außerdem stellt sich die Frage, wer denn überhaupt diese Strafanzeige gestellt hat. Der Discounter wohl kaum, denn das gäbe eine ganz schlechte PR und außerdem hatte dieser sich ja bereits von den Lebensmitteln getrennt, als er diese in den Container warf. Eine Straftat liegt jedoch nur dort vor, wo die Rechtsgüter eines Dritten verletzt werden. Fühlt also der Staatsanwalt seine Rechtsgüter durch die Tat verletzt?

    Laut Art. 1 GG ist die Würde des Menschen unantastbar. In diesem Fall wird nicht nur die Würde des Angeklagten verletzt, sondern auch die des Gerichts, welches so in Gefahr gerät, ein Schandurteil fällen zu müssen, wenn auch nicht „Im Namen des Volkes.“

    • 1.1
      DieWahrheitistBitter sagt:

      Das GG garantiert auch das Recht auf Eigentum, sodass der Inhalt des Müllcontainers dem Eigentümer desselben gehört. Supermärkte wollen verhindern, dass in absehbarer Zeit nicht nur bettelarme Menschen diese Art der Lebensmittelbeschaffung wählen, denn das wäre schlecht fürs Geschäft. Letztendlich ist die ganze Sache eine Bankrotterklärung des „modernen“ Kapitalismus. Die wahren schuldigen sind wir alle, weil wir es zulassen, dass es mitten in Europa soweit kommt.

  • 2
    Ollinger sagt:

    Es ist eine Lebensmittelverschwendung, Lebensmittel zu vernichten. In Frankreich ist es mittlerweile verboten. Viele Supermärkte spenden ihre zu vernichtenden Lebensmittel an Tafeln. Allerdings gibt es auch gesundheitliche Aspekte, die zu berücksichtigen sind. So dürfen zum Beispiel gekühlte Lebensmittel nicht gespendet werden, weil die Kühlkette unterbrochen wurde und die Gefahr besteht, dass dadurch die Lebensmittel schlecht werden und man sich beim Verzehr von ihnen Krankheiten wie zum Beispiel Salmonellen zuziehen kann.
    Leider wird das hier nicht erwähnt. Einseitige Berichterstattung!
    Außerdem ist ein Supermarkt ein Geschäft und nicht Mutter Teresa. Bauern, Fabriken, Bäckereien, Fleischer, Bierbrauer, Angestellte müssen bezahlt werden. Auch wenn es hart klingt, ist es so, dass die Ware abgeschrieben werden muss. Wenn alle vorm Container stehen würden, um umsonst Ware zu ergattern, wäre das geschäftsschädigend und unfair gegenüber den Menschen, die dafür arbeiten gehen. Die Menschen, die die Lebensmittel anbauen, liefern, verkaufen usw. Das gefällt euch nicht, weil ihr bedingungslos gegen den Kapitalismus seid. Aber ihr habt leider auch keine Alternative dazu. Nichtsdestotrotz finde ich es besser und menschenwürdiger, diese Lebensmittel Tafeln zu spenden oder sinnvoll zu verwerten. Es gibt im Übrigen auch Unternehmen, die verdorbene Lebensmittel einsammeln und daraus Biogas machen. Also jeder, der hier Biogas bezieht, macht sich ein kleines Stück mit verantwortlich. Wie gesagt, einseitige Berichterstattung! Ich bin mir sicher, dass ihr nicht die Eier habt, mein Kommentar zu veröffentlichen.