Grafik: Daniel Kerekes

Muslime nach einem Terroranschlag: Distanzieren. Verurteilen. Schweigen.

Nach Terroranschlägen, die im Namen des Islam verübt werden, stellen sich viele Muslime immer wieder die Frage, wie sie reagieren sollen. Distanzieren, verurteilen oder schweigen? Von Said Rezek.

Nach Terroranschlägen lassen sich immer wiederkehrende Muster in der öffentlichen Debatte identifizieren. In der Regel werden Muslime dazu aufgefordert, sich vom Terror zu distanzieren. Einige Muslime kommen im vorauseilenden Gehorsam dieser Forderung nach, noch ehe sie gestellt ist – ohne sich über die Bedeutung einer Distanzierung bewusst zu sein.

Distanzieren?

Wenn sich jemand distanziert, muss zuvor eine gewisse Nähe bestanden haben. Wenn sich also ein Muslim vom Terror distanziert, so sagt er zugleich auch, dass es zwischen ihm und dem Anschlag eine Nähe bestand – auch wenn man es nicht so meint. Faktisch wird eine Nähe hergestellt.

Verurteilen!

Wer den Terror hingegen verurteilt macht klar, dass er diese Handlung ablehnt. Dies wiederum setzt eine Distanz zur Tat voraus. Die überwiegende Mehrheit der Muslime weltweit, teilt diese Einstellung und lebt einen friedlichen Islam.

Schweigen?

Und dann gibt es noch Menschen, die sich vom Terror weder distanzieren, noch diesen verurteilen. Das Schweigen dieser Personen sollte nicht als Zustimmung interpretiert werden. Nicht jeder ist in der Lage eine Stellungnahme abzugeben oder ist der Überzeugung, etwas dazu sagen zu müssen. Auch das gilt es zu respektieren.

Schule!

Den Terror in der Schulen anzusprechen ist richtig und wichtig. Es hilft den Schülern, solche Ereignisse einzuordnen. Allerdings muss dieser Lehrstoff altersgerecht vermittelt werden und vor allem, ohne muslimische Schüler an den Rand zu drängen. Letztere sitzen in den Schulen nicht selten zwischen den Stühlen, wenn das Thema Terror unmittelbar nach Anschlägen behandelt wird. Aus dem Selbstverständnis der allermeisten muslimischen Schüler ist der Islam eine barmherzige Religion und hat nichts mit dem Terror zu tun. Andererseits wissen viele muslimischen Schüler nicht, wie sie diesen Widerspruch verarbeiten und erklären können. Es sind Fälle bekannt, in denen muslimische Schüler im Klassenraum in Tränen ausgebrochen sind, weil sie nicht wussten, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

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2 Antworten

  1. Wäre ich Moslem, dann würde ich handeln.
    Das heißt, ich würde mich mit „Gleichgesinnten“ formieren, um gegen den Terror zu zu kämpfen.
    Und das so laut und effizient wie möglich!
    Denn das passiert aus meiner Sicht der Dinge viel zu wenig. Anstatt die Moslems sich zusammentun und dagegen lautstark protestieren, wird immer wieder die Gefahr von „rechts“ in den Vordergrund gestellt.
    Und das müsste weltweit passieren. Aber gerade in vielen islamischen Ländern wird lieber die Amerikanische Flagge vor laufender Kamera verbrannt.
    Selbst Schuld!

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