Karikaturisten gegen Pegida

12. Januar 2015 - 22:08 | | Gesellschaft,Politik | 4 Kommentare
nein

Pegida versuchte seit dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, diesen zu instrumentalisieren und somit mehr Leute auf ihre Demos zu bekommen. Nun wehren sich einige Karikaturisten mit einem offenen Brief.

Bei der Instrumentalisierung von Charlie Hebdo seitens der Pegida-Anhänger wird oft vergessen, dass Charlie Hebdo immer eher links ist und immer ALLE kritisiert. Jean-Marie Le Pen sagte, die Zeitschrift habe einen „anarchisch-trotzkistischer Geist“. Das hinderte aber viele Rechte nicht daran, weiter CHarlie Hebdo für sich zu vereinnahmen. Nun wendeten sich über 20 Karikaturisten, unter ihnen auch der Zeichner „Willem“, der Gründungsmitglied und Zeichner bei Charlie Hebdo ist, mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit. Der volle Aufruf in deutsch und auf Facebook:

„[Aufruf an die Dresdnerinnen und Dresdner für Toleranz, Weltoffenheit und gegen Hass und Islamfeindlichkeit]:

Unsere Freunde, unsere Kollegen wurden brutal ermordet. Sie wurden ermordet weder durch Kalaschnikows noch durch irgendeine Religion oder ein göttliches Gebot. Sie wurden niedergemetzelt durch Hass, Ignoranz, Dummheit und Extremismus. Dies sind Attribute, die keiner Religion, keinem Glauben anhaften, sondern Menschen.

Unsere Freunde waren gegen Ausgrenzung. Sie bekämpften Rassismus und die Eingeschränktheit des Geistes. Mit ihrem Bleistift führten sie den Kampf gegen neue Mauern und gegen die Herrschaft der Angst.

In diesem Kampf ist Dresden, wie Paris, eine symbolische Stadt.

Wie in Paris müssen seine Bürgerinnen und Bürger für Freiheit und Toleranz einstehen und gegen Hass und Islamfeindlichkeit kämpfen. Wir verabscheuen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Rassismus.

Auf eine zynische Art und Weise versucht die Pegida, die Attentate von Paris zu instrumentalisieren. Wir lehnen es ab, dass das Andenken unserer Freunde instrumentalisiert und durch den Dreck gezogen wird.

Die Vereinnahmung dieser Morde durch Kräfte, die das Gegenteil von dem repräsentieren, für das unsere Freunde zeitlebens warben, gleicht einer Grabschändung. Pegida steht für all das, was sie durch ihr Werk und ihr Leben bekämpften.

Im Andenken an unsere ermordeten Freunde und Kollegen müssen wir uns in Dresden gegen diesen Akt der Instrumentalisierung erheben. Sonst würde man sie ein zweites Mal töten.

Wir verneigen uns vor allen Opfern der jüngsten terroristischen Attentate – von unendlicher Trauer erfüllt, aber ohne Hass.

[Unterzeichner]:

Willem (Zeichner bei Charlie Hebdo, Frankreich), Aurel (Zeichner bei Le Monde, Frankreich), Jiho (Zeichner bei Siné Mensuel, Frankreich), Jean-Francois Caritte (Frankreich), Jacques Sondron (Belgien), Pascal Gros (Zeichner bei Marianne, Frankreich), Damien Glez (Burkina Faso, Frankreich, international), Aymeric Chastenet (alias Mric, Frankreich), Gab (Frankreich), Benjamin Lacombe (Frankreich), Philippe Deveaux (alias Devo, Frankreich), Barrigue (Schweiz), Faber (Frankreich/Luxembourg), Selçuk (Frankreich /Turkei), Marlène Pohle (Päsidentin der FECO, Federation of Cartoonist Organisation), John Berger (GB, bekannter britischer Schriftsteller), Danziger (USA), Liza Donnelly (USA), Antonio (Portugal), Willis from Tunis (Tunesien), Cristina (Portugal), Bado (Kanada), Caro (Schweiz)“

Über den Autor

Themenschwerpunkt: Demos (aktuell vor allem Pegida), Gesellschaft, Antisemitismus, Flüchtlinge Ich schreibe für die Freiheitsliebe, da ich auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen will. Zum Beispiel Antisemitismus. Etwas, was eigentlich seit 70 Jahren nichtmehr existieren sollte, wird wieder salonfähig. Die vielen Anschläge auf Synagogen in Deutschland beweisen das. Außerdem geht mir der Rassismus, der vielen Flüchtlingen entgegenschlägt, ziemlich auf die Nerven. Dort will ich aufklären und zeigen, dass Leute, die Asylsuchende „Sozialschmarotzer“ nennen eindeutig rechte Parolen nachplappern. Daher mag ich so Aktionen, wo Flüchtlingen mit Blumen und dem Satz „Nice to have you here“ begrüßt werden. In ihrem Herkunftsland hatten sie schon genug Leid, das muss nicht in Deutschland weitergehen!

4 Kommentare

  • 1
    wahrheit sagt:

    alles inszeniert und die meisten kochfrösche kriegen das noch immer nicht mit.angst und unterdrückung überwachung…brot und spiele…medieninszenierungen, medienkriege… es ist zum kotzen…armes europa.

  • 2
    Lügenpresse sagt:

    Schmierfinken gegen Pegida?

  • 3
    rote_pille sagt:

    auf dieselbe art und weise habt ihr gestern versucht, der mord an einem flüchtling gegen pegida zu instrumentalisieren- dabei hat niemand einen blassen schimmer, wer es getan hat. also räumt erst mal in eurem eigenen garten auf.

  • 4
    Martin sagt:

    Cui bono? Hollande aus dem Stimmungstief geholt. Die Vorratsdatenspeicherung aus der Mottenkiste geholt. Das in einer Seitenstraße inszenierte Foto der weltweiten Politdarsteller…. den Islam als Feind gezeigt. Wem nutzt so etwas also. PEGIDA kann jetzt ganz schnell von den Staatsanwälten abgesagt werden wegen einer europaweiten Terrorgefahr. PEGIDA hat langfristig den geringsten Nutzen, liebe Freiheitsliebe!