Serbische Armee verkauft Hunderte Panzer und Tausende Kleinwaffen

8. Februar 2015 - 16:24 | | Balkan21 | 1 Kommentare
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Eine positive Nachricht: Serbiens Regierung hat den Verkauf von Tausenden Teilen Militärgerät beschlossen. Neben 282 Panzern des Typs T-55 sollen auch 220 gepanzerte Truppentransporter unterschiedlicher Modelle veräußert werden. Auch Kleinwaffen stehen seit dem 27. Januar per Ausschreibung zum Verkauf.

Vor weniger als drei Jahren hat die serbische Regierung die Professionalisierung der Armee beschlossen. Die einst über 100.000 Mann große Soldateska wurde auf die heutige gröte von knapp 40.000 zusammengeschrumpft. Dies hatte mehrere Ursachen, wobei im Vordergrund vor allem die finanziellen Probleme des Landes standen. Aber auch die neue Militärdoktrin spielt eine gewichtige Rolle: Serbien hat sich selber eine militärische Neutralität auferlegt und möchte in Zukunft als militärische Schweiz des Balkans fungieren.

Altes Geräte, trotzdem tödlich

Die 282 Panzer vom Typ T-55 stammen noch aus den 70er Jahren und somit den Beständen des alten Jugoslawiens. Mit seinen modernen Gegenstücken wie dem amerikanischen Abraham oder einem deutschen Leopard II kann er sich wahrscheinlich nicht messen, trotzdem bleibt es ein Panzer und damit tödlich. Noch ist fraglich wohin die Waffen verscherbelt werden könnten, doch gibt es auf der Welt genug Diktatoren und Staaten, die in ihrer jeweiligen Situation auch ältere und günstigere Ware zu schätzen wissen. Neben Panzern und Transportern stehen auch Haubitzen, Radare und Flugabwehrraketengeschütze auf der Verkaufsliste.

Auch Kleinwaffen müssen an den Mann

Neben dem T-55 sollen zudem weitere 17.000 Pistolen, knapp 4.000 AK-47 sowie über 120.000 Gewehrgranaten außer Landes gebracht werden. Hinzu kommen allerlei andere Waffen, wie Raketenwerfer oder moderne Fabrikate des bekannten sowjetischen Sturmgewehrs AK-47.

Staat unter finanziellem Druck

Serbien stößt damit nicht nur einen großen Teil seines Militärapparates ab, sondern führt Kriegsgerät internationalen Konflikten zu. Denn jede Waffe findet ihren Krieg. Sowie deutsche Gewehre, welche an die irakische Regierung geliefert wurden und heute vom IS genutzt werden, so könnten serbische Panzer in Konflikten wie der Ukraine, Sudan, Nigeria oder Zentralafrika auftauchen.

Über den Autor

Graswurzel-Aktivist bei die Linke und Redakteur für Freiheitsliebe & Balkan21. Wortakrobat für Medien wie Marx21 und junge Welt.
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Ein Kommentar

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    Florian Hohenwarter sagt:

    Passt nicht gerade zur Überschrift, aber ich möchte dieses Video hier trotzdem nochmal reinstellen, da mich es immer noch wundert, warum es so wenig verbreitet ist.

    Der ehemalige Spiegel Journalist Harald Schumann redet Klartext und prangert die Interne Pressefreiheit in Deutschland an.

    Schumann: “… das ist in der deutschen Presse Gang und Gäbe, dass Chefredakteure oder Resortleiter ihren Untergebenen sagen, wie sie zu denken haben. Dass Vorgaben gemacht werden, was sie recherchieren dürfen und was nicht, und dass viele junge Kollegen daran gehindert werden überhaupt kritische Journalisten zu werden weil ihre Vorgesetzten das gar nicht wollen.”

    Interviewer: “Sie nehmen ausdrücklich die ÖR-Anstallten nicht aus, warum?”

    Schumann: “Weil ich genügend Kollegen aus ÖR-Anstallten kenne, die mir genau solche Geschichten berichtet haben und mir das hundertfach bestätigt haben. Insofern, die sind da nicht aus zunehmen.”

    https://www.youtube.com/watch?v=d1ntkEbQraU