Wilders Rassismus muss in Dresden bekämpft werden

13. April 2015 - 12:57 | | Politik | 5 Kommentare
Proteste gegen Wilders – Foto: Connect Euranetflickr.comCC BY 2.0

Am heutigen Montag möchte die islamfeindliche Pegida-Bewegung wieder an alte Erfolge anknüpfen, dafür haben sie den niederländischen Islamhasser Geert Wilders eingeladen. Dieser verbindet mit seinem Auftritt die Hoffnung auf eine europaweite Bewegung gegen Muslime und den Islam, die Ausbreitung will ein ein breites Bündnis aus Schülergruppen, Gewerkschaften und linken Parteien durch Proteste in Dresden verhindern.

Warum es so wichtig ist Geert Wilders zu stoppen zeigt sein Erfolg in den Niederlanden, dort ist es Wilders und seiner Partei PVV gelungen die Debatte nach rechts zu verschieben. Waren die Niederlanden bis zu Beginn dieses Jahrtausends bekannt für ihren Kampf für eine offenen Gesellschaft, hat sich dies mit Wilders Aufstieg gelegt. Davon zeugt nicht die Tatsache, dass von 2006 bis 2009 er die liberal-christdemokratische Minderheitsregierung von Ministerpräsident Rutte (VVD) offen unterstützte und diese sich bereitwillig unterstützen lies, sondern auch die Tatsache, dass selbst Grüne sich scheuen ihn einen Rassisten zu nennen. Getreu dem Motto „ignorier ihn, dann wird er sich selbst schon enttarnen“ verweigern sowohl die sozialdemokratische „Partij van de Arbeid“ (PvdA) als auch die grüne Partei „Groenlinks“ die Beteiligung an Protesten gegen Wilders. Dabei machte es keinen Unterschied, ob er den Koran als gefährlicher als Hitlers „Mein Kampf“ bezeichnete oder er forderte man müsse die Immigration von Muslimen verhindern. Auch seine Stimmungsmache gegen Griechenland oder OsteuropäerInnen führten nicht zu einem wütenden Aufschrei. Sein Hauptfeindbild bleibt allerdings der Islam und die Muslime, wie er immer wieder deutlich macht. So erklärte er 2008 auf einer Veranstaltung des Hudson Institute in New York aus: „Sie kommen um unsere Gesellschaft in ihren Dar-al-Islam einzugliedern. Also sind sie Siedler. (..) Wir befinden uns vielleicht in den letzten Phasen der Islamisierung Europas. Dies ist nicht nur eine klare Bedrohung für die Zukunft Europas, sondern auch für die USA und den Westen an sich.“ Auch hat er deutlich gemacht, dass er den Islam für „faschistisch“ und eine „kranke Ideologie“ hält und er, läge es in seiner Macht, den Koran verbieten lassen würde.

Widerstand gegen Rassismus

Das sich dieser Hetze in Deutschland linke Parteien und Gewerkschaften entgegenstellen ist ein gutes Zeichen, dass die offene Hetze noch nicht so akzeptiert ist, wie in anderen westeuropäischen Staaten. In dem Aufruf der Linken heißt es dem entsprechend folgerichtig: „Neu ist daran nicht das Ideologiegemisch aus Rassismus, Chauvinismus, Homophobie und nationalkonservativen Versatzstücken, sondern der Erfolg und das Maß an Akzeptanz, das sie unter dem Deckmäntelchen des Euroskeptizismus und der angeblichen Demokratie- und Werteverteidigung erreichen.“ Gleichzeitig lässt sich auch in Deutschland eine Öffnung gegenüber solchen Positionen erkennen, wenn sich die CDU erst durch massiven öffentlichen Druck davon abbringen lassen hat Pegida im Bundestag zu empfangen und die AfD sogar offen ihre Sympathien für die Bewegung äußert. Folgerichtig heißt es in einem Aufruf der Bundesgeschäftsführer Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Matthias Höhn (DIE LINKE):
„Es ist falsch, dieser kruden Ansammlung aus Nazis, Hooligans, rechten Wutbürgern und der selbsternannten „Mitte der Gesellschaft“ die Hand zu reichen, wie es zuletzt Politiker der CDU/CSU getan haben. Auf Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Rassismus gibt es kein demokratisches Recht, sondern die demokratische Pflicht zum Widerstand dagegen. Die Bündnisse „Dresden nazifrei“ und „Dresden für alle“ haben unsere Unterstützung. Stellen wir uns dem Rassismus und dem Erstarken einer Neuen Rechten in den Weg!“

Eine europaweite Bewegung gegen Muslime und Flüchtlinge muss schon in ihren Anfängen zerschlagen werden, wenn wir verhindern wollen das Rassismus dauerhaft zu einer gesellschaftlich akzeptierten Meinung wird.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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5 Kommentare

  • 1
    Meh sagt:

    Blöde Rhetorik, die an blinden Kampfgeist appeliert; „Verhindern, Bekämpfen, Zerschlagen..“
    Auch wenn er sie überdramatiert – Wilders‘ Ansichten sind nicht einfach von der Hand zuweisen.
    Deshalb hatte er auch einige Anhänger um sich geschart.

    Also, lieber vernünftig auf Augenhöhe argumentieren, diskutieren, debattieren, Julius Jamal!

  • 2
    Derbie sagt:

    Kann mich dem Vorredner nur anschließen, sehr schwacher Artikel.

    <>

    Wilders ist nicht homophob, auch nicht rassistisch. Nationalistisch, ja das ist er. Hier eine Analyse des MDR:

    „Es ist sehr schwierig, Geert Wilders politische Standpunkte zu etikettieren. Grundsätzlich muss man sagen, dass man mit der Bezeichnung Rechtspopulist durchaus vorsichtig umgehen muss. Wenn es jetzt zum Beispiel um die Gleichstellung von Homosexuellen und um Frauenrechte geht, vertritt er sehr progressive Werte. Im Bereich der Sozialpolitik ist Wilders zumindest seit dem Jahr 2009 noch linker als die sozialistische Partei in den Niederlanden. Da ist er definitiv nicht rechts.
    Hinzu kommt, dass Wilders ein sehr großer Israelfreund ist, er ist auch mit einer jüdischen Ungarin verheiratet. Darin unterscheidet er sich auch von allen anderen rechtspopulistischen Parteien in Europa. Man denke hier an den Front National und Jean Marie Le Pen, der definitiv ein glühender Antisemit ist. Wo Wilders natürlich ein rechter Populist ist, das ist bei seinen Kernthemen Immigration, Integration und Islam. Aber man muss zusammenfassen, sein Gedankengut ist nicht sehr konsistent. Also man muss schauen, über welches Themenfeld spricht man gerade, und dann kann man sich das passende Etikett heraussuchen. Also es ist sehr schwierig, sein Gedankengut global zu etikettieren.“
    http://www.mdr.de/nachrichten/hintergrund-wilders100.html

    SEIN GRÖSSTES PROBLEM sehe ich darin, dass er Islamismus und Islam gleichsetzt. Und das ist ein Fehler. Das, was er sagt, trifft überwiegend für den Islamismus und die Islamisten zu, die tatsächlich eine große Gefahr für die westliche Zivilisation darstellen. Der Islam kann jedoch durchaus eine friedliche Religion sein.

    • 2.1
      penelope schulz sagt:

      Bin ich „islamophob“, wenn ich beunruhigt bin über den wachsenden Einfluss des islamischen Fundamentalismus in dieser Gesellschaft, der den sozialen Wandel (Frauenrechte, Akzeptanz von Homosexualität, unterschiedliche Lebensentwürfe etc.) um Jahrhunderte zurück wirft und bekämpft? Und dass der islamische Terror nichts mit dem „wahren“ Islam zu tun hat, ist schlichtweg Blödsinn. Solange der Islam in der Minderheit und keine Staatsdoktrin ist, kann er auch friedlich sein.

  • 3
    Oreus sagt:

    Rassistisch ist das Gedankengut der Islamisten. Sie wollen die Welt erobern und dabei ist ihnen jedes Mittel Recht.
    Der Koran lehrt sie, sie seien Herrenmenschen, um die Ungläubigen von der Erde zu vernichten..

    Das ist gelebter Rassismus.

  • 4

    […] am Sonntag in den Niederlanden gewählt wäre die rassistische und antimuslimische Partei PVV von Geert Wilders die stärkste Kraft. Die niederländische Linke scheint dagegen kaum von der Krise […]