Was wäre wenn ein israelischer Minister durch palästinensische Behörden getötet worden wäre?

11. Dezember 2014 - 17:33 | | Politik | 0 Kommentare

Gestern starb während eines friedlichen Protestes der palästinensische Minister Ziad Abu Ein, nachdem ein israelischer Grenzbeamter der IDF (Israel Defence Forces) ihn gewürgt hatte und er anschließend mit Gewehrkolben geschlagen wurde. Doch die Regierungen vieler Staaten haben auf dieses Ereignis überhaupt nicht reagiert. Stellt euch doch Mal die Frage was passiert wäre, wenn ein israelischer Minister durch das Eingreife eines palästinensischen Grenzbeamten gestorben wäre?

Tausende PalästinenserInnen nahmen heute an der Beerdigung des Ministers ohne Ressort Ziad Abu Ein teil, als dessen Sarg durch Ramallah getragen wurde. Präsident Abbas sprach eine dreitägige Staatstrauer aus. Ziad Abu Ein starb kurz nach einem friedlichen Protestmarsch gegen die illegale israelische Siedlungen Adei Ad bei Turmusiya und Al Mugheir. IDF SoldatInnen versuchten die Protestierenden zurückzudrängen und schossen Schock- und Tränengranaten. Kurz darauf wurde der Minister niedergerungen. Sofort erbat dieser in das Krankenhaus von Ramallah gebracht zu werden, denn er litt an Diabetes und hohem Blutdruck.

Major General Nimrod Shefer erklärt, dass die IDF niemanden töten wollte: „Wir glauben, dass niemand während Proteste sterben sollte. Wir untersuchen jeden Soldaten der anwesend war. Das ist unsere Verantwortung.“ Die israelische Regierung erwartet, wie die meisten Staatsoberhäupter der Welt auch, dass die PalästinenserInnen nun ruhig bleiben und auf die Aufklärung durch IDF eigene Untersuchungen abwarten.

Was wäre wenn…

Es ist nie gut wenn ein Mensch stirbt, besonders dann nicht wenn er nichts tat was seinen Tod rechtfertigen könnte. Doch im Israel-Gaza Konflikt ist die Situation seit dem Angriff Israels auf Gaza diesen Jahres besonders angespannt: In diesem Konflikt sind über 2.000 Menschen gestorben. Doch anstatt einer Entspannungspolitik greift die israelische Regierung die Rechte der PlaästinenserInnen weiter an: Erst wurden weitere Siedlungen beschlossen, die in Palästina gebaut werden sollen und im Anschluss daran begann die Diskussion über die Möglichkeit Israel zum jüdischen Staat zu deklarieren.

Doch man stelle sich Folgendes Fort: Als Mitte des Jahres drei junge Israelis verschwanden, begann Israel die schwersten Angriffe gegen Gaza seit Jahren. Der Journalist und ehemalige CDU Abgeordnete Jürgen Todenhöfer berichtete aus dem angegriffenen Gebiet, „die Politik der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern ist nicht erst seit der jetzigen Bombardierung Gazas maßlos.“

An dieser Stelle will ich mir gar nicht vorstellen was passiert wäre, wenn die Hamas ein Mitglied der Regierung Israels umgebracht hätte oder infolge von Auseinandersetzungen eines gestorben wäre. Die Reaktion im Somme lässt jedoch böses erahnen.

Schwerer Schaden für weiteren Friedensprozess

Ob es Mord war oder nicht, kann man beim aktuellen Stand nicht sagen. Aber alleine die Tatsache, dass ein Mensch bei friedlichen Protesten durch den Eingriff des Militärs starb, macht Fassungslos: Diese Menschen protestierten lediglich gegen den Bau von Siedlungen auf dem vermeintlichen Land ihres Staates. Doch Netanjahu hat kein Interesse an einem starken Palästina, kein Interesse an einem unabhängigen Palästina in den Grenzen von 1968.

Wir brauchen endlich eine faire Lösung für alle Menschen in der Region und keine Doppelten Standards, die alle PalästinenserInnen zu Menschen zweiter Klasse degradiert oder sie im größten Freiluftgefängnis, Gaza, gefangen hält.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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