Reißen Sie diese Mauer nieder!

14. Januar 2017 - 16:17 | | Politik | 1 Kommentare

“Tear down this wall!” schrie das damalige ‚Oberhaupt der freien Welt‘ Ronald Reagan* Gorbatschow entgegen, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei der UDSSR – die westliche Welt feierte es als einen Kampf um Freiheit. Denn die Berliner Mauer musste weg, zurecht. Doch wenn man das gleiche heute den führenden Politikerin Europas entgegen schreit, Politikern wie Jean-Claude Juncker oder Angela Merkel, wird man für verrückt erklärt. Ein Kommentar.

Verrückt, weil man verhindern will, das Menschen im Mittelmeer an den Grenzen der europäischen Festung sterben. Verrückt, weil sie an den Grenzen der Balkanstaaten bei bis zu -18 Grad erfrieren und man es nicht hinnehmen will. Die etablierten Parteien und die dahinter stehende Wirtschaft interessiert sich nicht für diese Menschen. Sie sind ein Abfallprodukt des Kapitalismus. Solange keine neuen Märkte oder gesellschaftlichen Bereiche für die Profitmaximierung erschlossen werden können, sind sie irrelevant. Ein großes Heer an Erwerbslosen ist ja bereits vorhanden, diese werden als Druckmittel gegen arbeitende Menschen eingesetzt: Um Löhne zu drücken, Arbeitsbedingungen zu verschlechtern usw.

Der Kampf um höhere Löhne, Arbeitszeitverkürzung, für eine Willkommenskultur, gegen Sozialabbau, für das Recht auf Asyl und gegen Rassismus gehören zusammen.
Egal ob Flüchtling, Verkäufer, Pflegerin oder Stahlarbeiter: Der politische Feind ist nicht unter uns zu suchen. Wir haben gleiche oder ähnlich Interessen. Die, die uns gegeneinander aufhetzen, sind die mit den Millionen und Milliarden auf dem Konto.

Dabei ist dies nicht natürlich nicht irgendeine bekloppte Verschwörung, bei der sich CDU, SPD, AfD und Grüne Parteifunktionäre mit Familie Quandt (BMW) oder Albrecht (Aldi) in Hinterzimmern treffen, um abzusprechen, wie man jetzt Rassismus verbreitet. Nein, es ist Systembedingt. Ist es nicht viel einfacher, einem Flüchtling die Schuld an den maroden Schulen, Straßen und Schwimmbädern zu geben, als der eigenen Steuer- und Wirtschaftspolitik? Jener Politik, bei der weniger immer mehr haben und immer mehr weniger besitzen? Sündenböcke sind die einfachste Möglichkeit, um von einem System abzulenken, bei dem viele für wenige Schufften. Alles hängt mit allem zusammen. Daher bleib ich dabei: Chancellor Merkel, tear down this wall!

*Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika 1981 – 1989.

Photo by Bohman

Über den Autor

30 Jahre | ehemaliger Bundessprecher linksjugend [‘solid] | Wortakrobat für die Freiheitsliebe und Balkan21 | Nerd | Gutmensch | Marxist| Blogger | Youtuber in Ausbildung
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Ein Kommentar

  • 1
    Hans Blix says:

    „Doch wenn man das gleiche heute den führenden Politikerin Europas entgegen schreit, Politikern wie Jean-Claude Juncker oder Angela Merkel, wird man für verrückt erklärt. “
    Und das zurecht!
    Denn wer den Eisernen Vorhang mit einer vernünftig gesteuerten Einwanderungspolitik in der EU gleichzusetzen versucht, ist ein Irrer!
    Dass gerade die Wirtschaft die ungelernten Arbeiter als billiges Material sieht, versteht der Autor Kerekeš offensichtlich nicht. Wie sollte er auch, wenn er in serinem linksextremen Weltbild festhängt, das ihn in seiner Engstirnigkeit nur bestätigt?

    Ich wette, auch er geht bei bei Aldi (Abrecht) oder Lidl (Schwartz) einkaufen, aber labert hier dämlich rum.
    Das ist typisch für die aktuelle linke Meinungsmache; SIe ist weltfremd, gestrig, hinterhältig und verachtenswert.