Nürnberg: Nach Protesten afghanischer Schüler aus Abschiebehaft entlassen

1. Juni 2017 - 15:38 | | Politik | 2 Kommentare
Protest in München – Klasse gegen Klasse

Gestern Morgen kam es in Nürnberg zu Tumulten als die Polizei mit Gewalt einen afghanischen Berufsschüler aus dem Klassenzimmer holte und in Abschiebehaft stecken wollte. 300 seiner Klassenkameradinnen und -Kameraden protestierten und versuchten der Polizei den Weg zu sperren, die den Widerstand der Jugend mit Gewalt beantwortete. Nun entschied ein Nürnberger Richter, dass der junge Afghane doch nicht in Abschiebehaft muss.

Kabul am Morgen des 31.05 90 Menschen sterben nach einem Anschlag, hunderte werden verletzt, doch für die Bundesregierung ändert dieser Anschlag nichts. Afghanistan wird immernoch als sicher bezeichnet, wie De Maiziere erklärte. Wenige Stunden später in Nürnberg soll ein junger Mann nach Kabul geschickt werden, wo zeitgleich noch die Verletzten in Krankenhäusern behandelt werden und die Sicherheit nicht wieder hergestellt wird. Die mutigen Klassenkameradinnen und -Kameraden des 21 Jährigen protestieren dagegen und könnten damit wohlmöglich sein Leben gerettet haben. Den am Mittag des 01.06 entschied ein Richter, dass der junge Mann nicht in Abschiebehaft muss und erstmal weiter am Schulunterricht teilnehmen kann. Das Afghanistan nicht sicher ist spätestens klar seit der Farhad Rasuli aus Deutschland nach Afghanistan abschoben und dort ermordet wurde.

Wenige Stunden nach den Protesten in Nürnberg gab es auch an anderen Orten Proteste, so demonstrierten München, von wo aus an dem Tag Afghanen abschoben werden sollten, 400 Menschen gegen die Abschiebungen. Auf der Kundgebung selbst wurde von den Teilnehmenden gerufen: „Überall ist Nürnberg – überall ist Widerstand!“ An dieses Motto sollte überall angeknüpft werden, denn Afghanistan ist nicht sicher und eine Abschiebung dorthin kann den Tod bedeuten.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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2 Kommentare

  • 1
    Gerald Lawrenz says:

    Liebe Schüler aus Nürnberg, ihr habt etwas erreicht, was Niemand geglaubt hat. Und das erfordert Mut und Haltung. Dafür danke ich euch. Menschen in den Tod schicken ist ein Verbrechen. Und ich sag es noch einmal: Niemand hat das Recht Jemand ein Leid anzu tun, oder ihn gar zu ermorden, egal in welcher Art und Weise. Auch Menschen nach Afghanistan abzuschieben ist Mord.
    Mit solidarischen Grüßen
    Gerald Lawrenz

  • 2
    Pizza! says:

    Der junge Mann war nicht asylberechtigt – und laut Presse hat er durch sein aggressives Verhalten das auch bewiesen.
    Echt schlimm ist derweil, dass sich verblendete Kids, unterstützt von Linksextremisten, mit Gewalt gegen geltendes Recht aufzulehnen versuchen.

    Hoffentlich werden die Randalierer berstaft und hoffentlich wird der Afghane abgeschoben!