Palästina Foto: Felix Jaschick

Nie wieder Nakba!

Am 15. Mai rief das linke Palästina-Solidaritätsbündnis Berlin zur Gedenkdemonstration  an die Nakba am Karl-Marx-Platz auf. Die Nakba und die Situation der PalästinenserInnen ist ein hochaktuelles Thema, meint Felix Jaschik.

Nakba (arabisch für „Die Katastrophe“) meint die gewaltsame Vetreibung von 750.000 PalästinenserInnen und die Zerstörung von über 400 Dörfern während der Gründung des Staates Israel 1948. Auch heute setzt sich die Nakba fort. Sie setzt sich fort durch rassistische Gesetze, Siedlungsbau, Kriege, Ausbeutung, Hauszerstörungen, ungleiche Ressourcenverteilung und tausende politische Gefangene. Insgesamt werden 6 Millionen Palästinensern die Rückkehr in ihre Heimat verweigert.

Dem Aufruf des Solidaritätsbündnis folgten ca. 850 Personen. Vorher gab es noch einen Flashmob von 50, in schwarz gekleideten Aktivisten auf dem Alexanderplatz. Neben PalästinenserInnen beteiligten sich Menschen verschiedener linker Gruppen, Organisationen und linken Parteien an der Demonstration, sowie linke Israelis, KurdInnen und AraberInnen, wie auch verschiedene andere migrantische Gruppen. Daher wurde nicht nur Parolen für die Freiheit Palästinas gerufen, sondern auch gegen das kapitalistische System. Als noch nicht viele Demonstranten auf dem Karl-Marx-Platz waren, lies es sich die Polizei nicht nehmen, PalästinenserInnen zu diskriminieren, indem penibel jede Fahne einzeln kontrolliert wurde. Die Blau-Weißen Fahnen der 10 GegendemonstrantInnen, die Loblieder auf IDF und Apartheid sangen, wurden nicht kontrolliert. Das Demo-Bündnis selbst rief vorher dazu auf, nur Palästina-Fahnen und Fahnen linker Symbolik und Organisationen mitzubringen. Während der Demo war unter den verschiedenen Teilnehmern eine freudige Stimmung und Zusammenhalt zu spüren. Positiv zu erwähnen ist, dass die Demo-Sprüche auf Arabisch, sowie Lautschrift und deutscher Übersetzung verteilt wurden. Dadurch konnte die Demo durch einen starken Zusammenhalt punkten und dürfte gerne auch mal auf anderen Demos übernommen werden.

Die Demo selbst zog durch den Neuköllner Kiez, über die Sonnenallee entlang und dann über den Kottbusser Damm zum Kottbusser Tor in Kreuzberg. Es war eine bunte, lautstarke, friedliche und ausgelassene Demonstration. Außerdem schlossen sich viele interessierte BewohnerInnen Neuköllns spontan dem Demonstrationszug an. Dominiert wurde sie von zahlreichen roten Fahnen und Fahnen linker Organisationen sowie palästinensischen und kurdischen Fahnen. Die Reden der Demonstrationen waren kämpferisch und solidarisch. Es wurde vom Leid des palästinensischen Volkes unter dem Besatzungsregime berichtet aber auch der Widerstand betont, dass die PalästinenserInnen sich nicht als Opfer sehen möchten, sondern als KämpferInnen gegen die Ausbeutung und Unterdrückung. Weiter gab es noch Kultur und Musik, wie Spoken-Words und Folklore.

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