EON kauft Innogy, RWE lacht und die Beschäftigten leiden, vielleicht

12. März 2018 - 14:12 | | Meinungsstark | 0 Kommentare

Wegen des möglichen Kaufs von Innogy durch Eon sollten bei allen die Alarmglocken läuten. Jedes Mal, wenn große Konzerne fusionieren oder sich gegenseitig aufkaufen, sind die Beschäftigen die leidtragenden.

Als die Essener Verkehrsgesellschaft mit der Mülheimer fusionierte, sollte es für die Belegschaft keine Verschlechterungen geben. Nun sollen Millionen auf dem Rücken der Beschäftigten eingespart werden. Für Fahrerinnen und Fahrer bedeutet dies unbezahlte Überstunden, weniger Urlaub und mehr. Auch bei der Übernahme der Stahlbranche von ThyssenKrupp durch das indische Unternehmen Tata stehen tausende Arbeitsplätze in den Benelux-Staaten sowie Deutschland auf der Kippe. Und vor allem kennen viele die Art und Weise, wie vor Ort Einzelhandels-Geschäfte übernommen werden: Man wartet ein Jahr lang bevor man eine neue Filiale an gleicher Stelle eröffnet, damit man das alte Personal nicht übernehmen muss, sondern zu schlechteren Konditionen neu einstellen kann.

Nun möchte EON die RWE Tochter Innogy kaufen. RWE hält noch 77 Prozent an der eigenen Tochter. Im Gegenzug würde RWE 16,7 Prozent der EON Aktien erwerben. Mit diesem Firmengeflecht würde der größte Stromkonzern Europas entstehen. Für die Aktienbesitzerinnen und -besitzer bestimmt ein gutes Geschäft. „Es entstehen mehr Synergien“, wie man so schön im Pseudosprech sagt. Das bedeutet im Endeffekt Einsparungen beim Personal, vor allem in der Verwaltung. Menschen werden trotz guter Zahlen entlassen.

Ich habe starke Magenschmerzen, wenn ein solcher Konzern entsteht. Es entsteht eine Situation, in der unter Garantie ‚doppelte Verwaltungsstrukturen‘ und ähnliches abgebaut werden sollen. EON Innogy und RWE wären nicht die ersten, die trotz oder gerade wegen guter Zahlen Angestellte entlassen. Wären wir in einem Wirtschaftssystem, das nicht auf Profit, sondern Bedarf orientiert ist, wären die Städte des Ruhrgebiets nun gefragt. Diese könnten über ihre Aktienanteile Druck auf den Energieriesen ausüben. Dies wird jedoch nicht passieren, da die Städte fast ausschließlich an höheren Renditen interessiert sind.

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