Jutta Ditfurth will antizionistische Kräfte im 1. Mai-Bündnis verhindern und verliert

23. April 2016 - 11:30 | | Politik | 3 Kommentare
Palästina Foto: Felix Jaschick

Jutta Ditfurth galt lange als eine Ikone der radikalen Umweltbewegung. In der letzten Zeit galt ihr Kampf allerdings eher dem Kampf gegen Querfronten und dem was sie dafür hielt. Dazu zählt sie anscheinend auch die antizionistische Bewegung um die Gruppe FOR-Palestine, der sie nun Antisemitismus unterstellt, und deren Teilnahme am 1.Mai Bündnis in Berlin sie verhindern wollte. Nachdem ihr dies nicht gelang zog sich ihre Organisation Ökologische Linke aus dem Bündnis zurück, die Gruppe For-Palestine dagegen ist erfreut über die Teilnahme und fordert Antizionismus und Antisemitismus nicht gleichzusetzen.

In einem Interview erklären Mitglieder der Gruppe FOR, „For One State and Return in Palestine“ : „Die Position von FOR ist in zahlreichen Stellungnahmen ganz klar: Wir fordern die Abschaffung des zionistischen Kolonialsystems. Den Staat Israel möchten wir durch einen einzigen Staat ersetzen, in dem alle Einwohner*innen des Landes gleichberechtigt leben können, egal welcher Herkunft, Ethnizität oder Religion.“ Die Ökologische Linke erklärte dagegen: “ Das Bündnis Revolutionäre 1. Mai-Demo Berlin stellt sich auf die Seite antisemitischer Organisationen, die ausdrücklich die Abschaffung und Zerstörung des Staates Israel fordern“ und verließ das Bündnis, dabei scheint allerdings Antizionismus und Antisemitimus gleichsetzt worden zu sein, denn eine Ein-Staaten-Lösung ist eine in der palästinensischen und israelischen Linken offen diskutierte Position, die mit Antisemitismus nix zu tun hat

Die Gruppe macht auch deutlich was sie vom 1. Mai erwartet: „Der 1. Mai ist unser Kampftag – er gehört nicht nur deutschen linken Intellektuellen. An dem Tag wollen wir das Gleiche erreichen wie die globale Arbeiter*innenbewegung, nämlich ein Zeichen gegen Kapitalismus, Unterdrückung und Ausbeutung setzen. Dazu gehört es auch zu zeigen, dass das Proletariat nicht nur weiß, männlich und heterosexuell ist. Palästina ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass das Proletariat nicht nur gegen die kapitalistische Ausbeutung, sondern auch gegen Besatzung, nationale oder religiöse Unterdrückung oder Sexismus kämpfen muss. Heute wird der anti-muslimische Rassismus in Deutschland immer stärker, und da müssen wir uns klar dagegen aussprechen.“

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