Die letzte Instanz – Versagen bei Rassismus

1. Februar 2021 - 16:06 | | Kultur,Politik | 0 Kommentare
Screengrab Die letzte Instanz, WDR (cropped).

Die letzte Instanz ist eine Talksendung beim WDR, in der verschiedene Gäste, die unterschiedlichsten Fragen diskutieren. In der letzten Sendung ging es unter anderem um politische Korrektheit und Rassismus. Die Sendung machte dabei so ziemlich alles falsch, was falsch gemacht werden kann!

Eingeladen waren Micky Beisenherz, Thomas Gottschalk, Janine Kunze und Jürgen Milski, vier Personen, die nicht von Rassismus betroffen sind, die nun aber über Fragen wie diese abstimmen sollten: „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“ Eine Frage, die der Zentralrat der Sinti und Roma sehr eindeutig beantwortet: Ja. Die Gäste sahen das jedoch anders und hoben die rote Karte, die für Nein stand. Auch die Frage, ob die Mohrenstraße in Berlin erhalten bleiben solle, wurde intensiv diskutiert und von fast allen von oben herab belächelt. Dabei zeigte sich eine bemerkenswerte Unkenntnis von Antizganismus und Kolonialgeschichte. Besonders negativ tat sich die Schauspielerin Janine Kunze hervor, die beklagte, dass sie als blonde Frau mit großer Oberweite ähnlichem ausgesetzt sei wie von Rassismus Betroffene.

Kein überraschendes Versagen

Dabei hätte von Beginn an klar sein können, dass die Sendung zu nichts Gutem führt, bis auf Micky Beisenherz war keine Person dabei, die in der Vergangenheit durch antirassistische Statements aufgefallen war und erst Recht keine Person, die aus der Perspektive der Betroffenen hätte sprechen können. Dabei sollte klar sein, dass, wenn im Jahr 2021 über Rassismus gesprochen wird, dann sollte nicht über die Betroffenen gesprochen werden, sondern sie selbst sollten sprechen können und vor allem: Es sollte sich nicht von oben herab über sie lustig gemacht werden.

Das sich WDR sowie Micky Beiseherz und Janine Kunze im Nachhinein entschuldigten, ist gut. Doch allein dabei sollte es insbesondere für den WDR nicht bleiben, viel mehr sollte nun darüber diskutiert werden, wie so etwas in Zukunft verhindert werden kann. Die Antwort des WDR, die standardisiert an die verschiedensten Kritikerinnen und Kritiker der Sendung ging, zeigt darüber hinaus, dass noch nicht einmal die verschiedenen Kritiken angeschaut wurden.

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Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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