Weihnachten wird gestreikt gegen Leiharbeit und Befristung!

1. Dezember 2015 - 12:19 | | Gesellschaft | 1 Kommentare
Hubert Thiermeyer, ver.di

Weihnachtsgeschäft? Das bedeutet für Amazon Rekordumsätze, für viele Mitarbeiter heißt es bald wieder arbeitslos zu sein, denn sie sind nur für wenige Monate beschäftigt. Die Gewerkschaft verdi hat deswegen an den verschiedenen Amazon Standorten Streiks geplant, die die Auslieferungen verlangsamen und Druck auf das Unternehmen ausüben werden.

Die Befristung ist allerdings nur der traurige Höhepunkt. Die Gewerkschaft ver.di macht deutlich: „Die Beschäftigten bei Amazon Deutschland fordern einen Tarifvertrag, der ihnen existenzsichernde, bessere und rechtssicher garantierte Arbeitsbedingungen bietet.“ Gefordert werden auch, dass die Leistungen auf ein Niveau angehoben werden, das den Unternehmen der Branche entspricht. So erklärte Stefan Najda, Bundesfachgruppensekretär bei ver.di, uns gegenüber Anfang des Jahres: „Ein Berufsanfänger bekäme laut Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels 900 Euro Weihnachtsgeld und 1050 Euro Urlaubsgeld, Amazon zahlt aber gerade mal 400 Euro sogenanntes Weihnachtsgeld.“
Auch an anderen Fronten gibt es Widerstand so klagen ehemalige Betriebsräte auf Wiedereinstellung und die Gewerkschaft fordert vom amerikanischen Unternehmen als Verhandlungspartner anerkannt zu werden, dieses weigert sich jedoch. Um diese Forderungen durchzusetzen, wird seit gestern an 7 Standorten gestreikt. Dabei geht es, wie viele Mitarbeiter deutlich sagen, auch um Anerkennung der eigenen Leistung.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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Ein Kommentar

  • 1
    Streikfreund sagt:

    Finde ich gut. Die Notwendigkeit steht außer Frage. Ich hoffe zwar insgeheim auf ein paar traurige Gesichter an Weihnachten, aber dazu wird es wahrscheinlich, dank zu geringer Beteiligung, wieder nicht kommen.
    Bleibt zu hoffen, dass es auch wieder zu grenzüberschreitenden Streiks kommt, wie es zum Beispiel durch Solidaritätsstreiks in Poznan (Polen) bereits der Fall war. Denn allein auf nationaler Ebene ist ein Kampf gegen so ein Unternehmen auf Dauer nicht zu gewinnen. Zwar schmerzt es Amazon, wenn an einzelnen Standorten gestreikt wird, doch solange andere Standorte (ggf. außererhalb Deutschlands) als Streikbrecher auftreten können, ist das nicht allzu tragisch.

    Ich wünsche viel Erfolg!