Recep Ihsan Eliacik

Islamischer Theologe fordert Kampf gegen Homophobie und Frauenunterdrückung

Medial wird ein Bild des Islams vermittelt, welcher nicht mit Frauenrechten oder dem Kampf gegen Homophobie vereinbar ist, dabei ist das Gegenteil der Fall, meint der türkische Islamtheologe Recep Ihsan Eliacik. Er fordert, dass sich gläubige Muslime am Kampf gegen Frauenunterdrückung beteiligen und sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen.

Gegenüber der Wiener Zeitung erklärte er in einem Interview: „Menschen sollten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht diskriminiert werden. Man darf die Rechte der Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht verletzen. Sie müssen als Homosexuelle anerkannt werden.“ Er forderte außerdem das Schwule und Leben das Recht haben müssen heiraten zu können und Kinder zu adoptieren, wenn sie es wünschen.

In einem Interview mit der Zeitschrift Luxemburg wurde er noch deutlicher und erklärte, dass sich gläubige Muslime mit allen solidarisieren sollten, die wegen ihrer sexuellen Orientierung unterdrückt werden: „Die sexuelle Orientierung eines Menschen ist seine Privatsache, daran gibt es nichts Schamhaftes. Wo sie Unrecht erfahren, müssen wir uns mit ihnen solidarisieren.“ Auch den Kampf gegen „männliche Dominanz und für Gleichberechtigung“  solle man unterstützen.

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4 Antworten

  1. leider ist der koran, der jedem gläubigem moslem das gesetz ist, in dieser hinsicht eindeutig. wie sollen sie dem aufruf nachkommen, ohne sich in widersprüche zu verwickeln?

    1. Diesen Spagat können „frei denkende“ und freie Menschen schon seit Menschengedenken. Auch „Christen und andere Gläubige“ tun das auf der ganzen Welt – jeden Tag.

      Ich bewundere den Mut dieses Mannes der den Anfgang macht, damit es auch weitere tun können.
      Ich hoffe doch sehr, dass es noch mehr werden, die den Mantel der Menschenverachtung ablegen und wenn wir ihnen dabei helfen geht es nur schneller.

      Letztlich ist es nämlich nicht der Glaube der zählt, sondern die Taten die folgen.

      Folgen wir dem Beispiel!

    2. So? Wo steht denn im Koran etwas gegen Schwule? Wo steht etwas gegen Frauen? Nenn mir die Sure! Wenn man sich die manchmal echt schrägen Übersetzungen ansieht, merkt man allerdings, dass etwas reininterpretiert wird, was nicht da steht. Schön, wenn es langsam immer mehr islamische Theologen vieler Glaubensrichtungen gibt, die gegen patriarchale Machtstrukturen aufbegehren!

      1. REICHT DAS? :

        Sure 7, Vers 80: Und wir haben den Lot als unseren Boten gesandt. Damals als er zu seinen Leuten sagte: ‘Wollt ihr denn etwas Abscheuliches begehen, wie es noch keiner von den Menschen in aller Welt vor euch begangen hat?
        Sure 7, Vers 81: Ihr gebt euch in eurer Sinnenlust wahrhaftig mit Männern ab, statt mit Frauen. Nein, ihr seid ein Volk, das nicht maßhält.
        Sure 26, Vers 165: Wollt ihr euch denn mit Menschen männlichen Geschlechts abgeben
        Sure 26, Vers 166: und (darüber) vernachlässigen (w.(unbeachtet liegen) lassen), was euer Herr euch in euren Gattinnen (als Ehepartner) geschaffen hat? Nein, ihr seid verbrecherische Leute (w. Leute, die sich einer Übertretung schuldig machen).’
        Sure 27, Vers 54: Und den Lot haben wir als unseren Boten gesandt. Damals als er zu seinen Leuten sagte: ‘Wollt ihr denn gegen eure bessere Einsicht etwas so Abscheuliches begehen?
        Sure 27, Vers 55: Wollt ihr euch in eurer Sinnenlust wirklich mit Männern abgeben, statt mit Frauen? Nein, ihr seid ein törichtes Volk.
        Sure 29, Vers 28: Und Lot haben wir als unseren Boten gesandt. Damals als er zu seinen Leuten sagte: ‘Ihr begeht ja etwas so Abscheuliches, wie es noch keiner von den Menschen in aller Welt begangen hat.
        Sure 29, Vers 29: Wollt ihr euch denn mit Männern abgeben statt mit Frauen …

        Die konservative Auffassung des islamischen Rechts betrachtet, weniger auf den Koran als vielmehr auf verschiedene Überlieferungen Hadithe gestützt, homosexuellen Geschlechtsverkehr (liwāṭ, siḥāq) als zu bestrafendes Vergehen, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.
        Die Frage nach der Art der Bestrafung hat in den islamischen Rechtsschulen (Madhāhib) zu einem Dissens geführt. Während die Ḥanafiten als größte Rechtsschule des Islam die Entscheidung über die Bestrafung einer Person, der liwāṭ nachgewiesen wurde, in das Ermessen des einzelnen Richters stellen und eher auf Züchtigung (taʿzīr, durch Auspeitschung) plädieren, sehen andere Rechtsschulen wie die Mālikiten und die Ḥanbaliten, analog zu zinā (Ehebruch) für einen verheirateten Täter die Steinigung als Todesstrafe vor (nicht unbedingt jedoch für einen unverheirateten).
        Mögliche Strafen sind Auspeitschung (als Züchtigung) und Verbannung für eine gewisse Zeit. Die Wahhābiyya genannte Richtung des sunnitischen Islams ḥanbalitischer Richtung sieht als Bestrafung dessen, der liwāṭ begeht, ebenfalls die Todesstrafe vor. In sieben islamischen Ländern kann homosexueller Geschlechtsverkehr bei Männern mit dem Tode bestraft werden: im Jemen, Iran, Sudan, Saudi-Arabien, Nigeria (nördliche Landesgebiete), Mauretanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In vielen anderen islamisch geprägten Staaten werden Haftstrafen verhängt, während nur in wenigen islamisch geprägten Staaten wie in Albanien, in der Türkei, in Indonesien und in Jordanien homosexuelle Akte nicht kriminalisiert werden.

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