Gewitter und Trockenheit: Neue Normalität extremer Wetterlagen

Das Extremwetter, das wir diesen Frühling erlebt haben – Gewitter wüteten über Wochen täglich an denselben Orten während andere Regionen unter Trockenheit litten – wurde schon vor Jahren von der Klimaforschung prophezeit.

Der Frühling 2018 war geprägt von außergewöhnlichem Wetter. Extreme Hitze, stehende Luft, Trockenheit vor allem in Oberösterreich, während in der Steiermark und in Kärnten fast täglich starke Gewitter herunter regneten. Wetterlagen bewegten sich dieses Jahr besonders langsam. Klimaforscher_innen konnten bereits vor einigen Jahren zeigen, dass das eine Folge des Klimawandels sein kann.

Der diesjährige Frühling war in Österreich der zweitwärmste seit Messbeginn im Jahre 1767, 2,0°C wärmer als der Mittelwert der Jahre 1981-2010. Das zeigt die vorläufige Frühlingsbilanz der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik). Nur im Jahr 2007 war der Frühling mit 2,1°C über dem Mittelwert noch wärmer. Betrachtet man April und Mai separat, ist die Abweichung noch größer. Nur der kalte März schwächt die Bilanz des gesamten Frühlings etwas ab. Der Trend der globalen Erwärmung setzt sich damit auch in Österreich fort.

Zusammenhang mit Klimawandel

Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Durch die steigenden Temperaturen werden Starkregen und Gewitter begünstigt. Allerdings steigt mit der Temperatur auch die Verdunstung. Die Folge ist Trockenheit. Österreichweit gab es diesen Frühling 15% weniger Niederschlag als im Mittel. In Oberösterreich waren es sogar 47% weniger, in Kärnten allerdings 44% mehr. Die Gewitterzellen verharrten wochenlang, während es einige Kilometer weiter trocken blieb.

Das könnte zur Normalität werden. 2012 zeigten die Klimaforscher Jennifer Francis und Stephen Vavrus, dass diese Entwicklung mit dem Klimawandel zusammenhängen dürfte. Da sich die Arktis im Zuge des Klimawandels zweimal so stark erwärmt wie der Rest der nördlichen Hemisphäre, sind die Temperaturunterschiede im Meerwasser nicht mehr so stark. Sinkt der Temperaturgradient, ziehen die Hoch- und Tiefdruckgebiete langsamer.

Auch Hurrikans werden deswegen langsamer, wie Untersuchungen des Klimaforschers James Kossin zeigen. Sie wüten dann länger an Ort und Stelle wodurch die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen zunimmt.

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