Priester wird wegen Auftritt bei Duigida Predigtbefugnis entzogen

20. Januar 2015 - 22:51 | | Gesellschaft,Politik | 10 Kommentare

Dem Priester Paul Spätling wurde heute von dem Bistum Münster die Predigtbefugnis entzogen. Das heißt, dass er nun nicht mehr im Namen der Kirche sprechen darf. Das Bistum hat dies heute in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. 

 

Auf der Duigida-Demo erregte der Priester für Aufsehen, als er den Kölner Domprobst kritisierte, da dieser bei der ersten Pegida-Demonstration in Köln das Licht des bekannten Doms hatte abschalten lassen. Außerdem erinnerte Spätling an den „Kampf der Christen gegen die Türken vor mehr als 1000 Jahren“.
So etwas als Vertreter der Kirche zu äußern war wohl zu viel für das Bistum Münster. Der Pressetext ist auf der Seite des Bistums verfügbar. Wir veröffentlichen den Text aber auch noch einmal:

„Herr Pfarrer Paul Spätling, Emmerich, hat am 19. Januar 2015 an der Pegida-Demonstration in Duisburg teilgenommen. Auf der Bühne hat er sich kritisch über das Ausschalten der Lichter am Kölner Dom bei der jüngsten Pegida-Demonstration dort geäußert.

Zudem ist er auf das Verhältnis von Christentum und Islam in der europäischen Geschichte eingegangen und hat die Bundeskanzlerin wegen ihrer Aussage kritisiert, der Islam gehöre zu Deutschland.

Wir weisen die Aussagen von Herrn Pfarrer Spätling entschieden zurück. Wir distanzieren uns mit Nachdruck von seinem völlig verzerrten Bild von Geschichte und Gegenwart. Herr Pfarrer Spätling bedient mit seinen Äußerungen undifferenzierte Klischees gegenüber dem Islam. Er schürt mit seinen Aussagen eine Feindlichkeit gegen „den Islam“, die wir für gefährlich erachten. Mit solchen Äußerungen – für die Herr Pfarrer Spätling, indem er äußerlich sichtbar als katholischer Priester auftritt, auch noch seine Autorität als Pfarrer und Priester missbraucht – legt er die Grundlagen für rechte Ideologien, für Fremdenfeindlichkeit und für ein Gegeneinander der Religionen, die in der katholischen Kirche keinen Platz haben.

Die christliche Botschaft ist keine der Ausgrenzung, des Hasses und der Gewalt, sondern eine der Liebe und der Menschenfreundlichkeit. Wir sind dankbar dafür, wie viele Menschen in diesen Tagen auf die Straßen gehen und genau in diesem Sinne ein Zeichen setzen – darunter sind auch ganz viele Christinnen und Christen. Uns droht in Deutschland ganz sicher keine Islamisierung. Als Christen steht es uns gut an, den Menschen, die Zuflucht bei uns suchen, zu helfen und für sie da zu sein. Das geschieht auf ganz vielfältige Art und Weise. Zudem sind wir auf unterschiedliche Weise und auf vielen Ebenen mit muslimischen Vertretern im Gespräch und werden dies auch bleiben.

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, hat Herrn Pfarrer Spätling, der im Bistum Münster ohnehin schon nahezu keine priesterlichen Dienste mehr wahrnimmt, am 20. Januar 2015 mitgeteilt, dass er solche Reden wie die gestrige nicht „dulden kann und will“. In Bezug auf Canon 764 des Kirchenrechtes hat Bischof Genn Herrn Pfarrer Spätling heute die Predigtbefugnis entzogen und ihm damit verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen.“

 

 

Über den Autor

Themenschwerpunkt: Demos (aktuell vor allem Pegida), Gesellschaft, Antisemitismus, Flüchtlinge Ich schreibe für die Freiheitsliebe, da ich auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen will. Zum Beispiel Antisemitismus. Etwas, was eigentlich seit 70 Jahren nichtmehr existieren sollte, wird wieder salonfähig. Die vielen Anschläge auf Synagogen in Deutschland beweisen das. Außerdem geht mir der Rassismus, der vielen Flüchtlingen entgegenschlägt, ziemlich auf die Nerven. Dort will ich aufklären und zeigen, dass Leute, die Asylsuchende „Sozialschmarotzer“ nennen eindeutig rechte Parolen nachplappern. Daher mag ich so Aktionen, wo Flüchtlingen mit Blumen und dem Satz „Nice to have you here“ begrüßt werden. In ihrem Herkunftsland hatten sie schon genug Leid, das muss nicht in Deutschland weitergehen!

10 Kommentare

  • 1
    malocher sagt:

    Die Kirche entlarvt sich immer mehr als Parasit des Systems und fügt sich selber
    großen Schaden zu.
    Es ist kein Wunder das jedes Jahr immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren.

    Hier Arbeiten Kirche ,Politik und Wirtschaft/Finanz gemeinsam an der Ausbeutung der Menschheit mit dem Ziel des gleichgeschalteten Einheitsmenschen.

    Faschismus in seiner schönsten Form. Ich könnte kotzen

    • 1.1
      Habnix sagt:

      Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm „halt du sie dumm,ich halt sie arm“

      Sei Wachsam: Ein Lied von Reinhard Mey.

      https://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I

      Zitat:

      „Hier Arbeiten Kirche ,Politik und Wirtschaft/Finanz gemeinsam an der Ausbeutung der Menschheit mit dem Ziel des gleichgeschalteten Einheitsmenschen. “

      Schön ausgedrückt, besser hätte ich es auch nicht sagen oder schreiben können, aber wir haben noch die Gewerkschaft vergessen mit auf zu zählen.

    • 1.2
      Florian Hohenwarter sagt:

      Richtig! Aus diesem Grund hat sich die Kirche für mich auch erledigt. Diese Anbiederung an den Zeitgeist ist einfach nur noch ekelhaft!

  • 2
    Meine Meinung... sagt:

    Faschisten im Büßergewand halt. Damit ist auch klar, warum die Kirche so gerne mit Diktatoren und Menschenschindern in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat und auch weiterhin wird.

  • 3
    rote_pille sagt:

    zur genaueren information: zwischen „hat ein mitbewohner aus dem arabischen raum“ und „getötet“ gehört noch
    „dem geständnis des mitbewohners und den angaben der polizei nach“

  • 4
    Habnix sagt:

    Recht hast du. Leute verlieren ihren Job wegen ihrer Poltischen Meinung.

    Nach dem zweiten Weltkrieg sagten viele, sie hätten nur ihre Pflicht getan, aber in Wirklichkeit hatte nur die Lohnabhängigkeit ihre Pflicht getan.

    Ein Übel unserer Zeit ist die Lohnabhängigkeit, denn die hält stehts einen Adolf Hitler bereit.

    „Als die Nazis die Kommunisten holten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten,
    gab es keinen mehr,
    der protestieren konnte.“

    Wir sollten aus der Kirche und auch aus der Gewerkschaft austreten. Ich bin schon lange nicht mehr in der Kirche und der Gewerkschaft.Das hilft dem Priester zwar nicht aber wir können auch nicht die Kirche und die Gewerkschaft so wie sie ist, mehr halten, da beide ein Unrechtsystem stütze.Die Gewerkschaft ist der SPD zu nah und hätte sich nicht mit ihnen gemein machen sollen.

    Wie können wir dem Prister helfen?

    • 4.1
      malocher sagt:

      Habnix

      Aber mit eben diesen Organisationen haben wir es heute zu tun.
      Sie haben den Kampf gegen das eigene Volk aufgenommen.
      Damals zu Hitlers Zeiten und heute.

  • 5
    Tim sagt:

    Was würde der „Löwe von Münster“ der Kardinal von Galen dazu sagen?

  • 6
    Tim sagt:

    Ein Philosoph meinte: “In demokratische Staaten, die eigentlich politisch demokratisch seien, gibt es oft eine “soziale Diktatur”. Oft werden Menschen, die nicht konform mit den Meinungen der jeweiligen “Eliten” des Landes sind, stigmatisiert und verlieren dadurch ihre Arbeit, ihr soziales Umfeld oder werden als Querulanten hin gestellt.

  • 7
    Florian Hohenwarter sagt:

    Passt nicht gerade zur Überschrift, aber ich möchte dieses Video hier trotzdem nochmal reinstellen, da mich es immer noch wundert, warum es so wenig verbreitet ist.

    Der ehemalige Spiegel Journalist Harald Schumann redet Klartext und prangert die Interne Pressefreiheit in Deutschland an.

    Schumann: “… das ist in der deutschen Presse Gang und Gäbe, dass Chefredakteure oder Resortleiter ihren Untergebenen sagen, wie sie zu denken haben. Dass Vorgaben gemacht werden, was sie recherchieren dürfen und was nicht, und dass viele junge Kollegen daran gehindert werden überhaupt kritische Journalisten zu werden weil ihre Vorgesetzten das gar nicht wollen.”

    Interviewer: “Sie nehmen ausdrücklich die ÖR-Anstallten nicht aus, warum?”

    Schumann: “Weil ich genügend Kollegen aus ÖR-Anstallten kenne, die mir genau solche Geschichten berichtet haben und mir das hundertfach bestätigt haben. Insofern, die sind da nicht aus zunehmen.”

    https://www.youtube.com/watch?v=d1ntkEbQraU