Die Bundesregierung will jetzt Menschen aus Afghanistan abschieben

25. Oktober 2015 - 18:37 | | Gesellschaft | 10 Kommentare
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Afghan*innen sind mittlerweile nach Syrer*innen die größte und am meisten wachsende Gruppe von Asylbewerber*innen. Laut FAZ soll die EU-Kommission nun mit Afghanistan ein Rückübernahmeabkommen für abgelehnte Asylbewerber*innen aushandeln. Auch eine Abschreckungskampagne wird geplant. Seit mehreren Jahren besteht ein Abschiebestopp für Afghan*innen in Deutschland, obwohl weniger als die Hälfte von ihnen als schutzbedürftig anerkannt wird.

Die heuchlerischen Vorhaben der Bundesregierung sind wieder Mal Beweis dafür, dass zwar von „Willkommenskultur“ geschwafelt, aber in Wirklichkeit die menschenverachtende Abschottungspolitik fortgesetzt wird.
Erinnern wir uns nochmal daran, dass die USA und ihre Nato-Verbündeten wie Deutschland 2001 Afghanistan bombardierten, weil sie meinten, dass Bin Laden sich dort versteckt halten würde. Das wäre so, wie wenn die deutsche Regierung Paris mit der Begründung bombardieren würde, dass es einen Anschlag von französischen Extremisten in Berlin gegeben hätte.

Seit 2001 sind über 26,000 afghanische Zivilisten durch den westlichen Staatsterrorismus getötet worden und unzählige Menschen starben an den Folgen des Krieges. Auch Deutschland hat in Afghanistan Kriegsverbrechen begangen. Mehr als 100 Menschen starben 2009 bei einem Luftangriff in Kundus, das auf Befehl eines deutschen Oberst Namens Georg Klein erfolgte. Die Bundeswehr hat gegen Klein nie ein Disziplinarverfahren wegen des von ihm befohlenen völkerrechtswidrigen Angriffs eingeleitet. Dreisterweise wurde Klein 2013 sogar zum General befördert. Die Klage der Opfer des Luftangriffs wurde übrigens abgelehnt. Es liege keine „Amtspflichtverletzung“ vor, die die Bundesrepublik haftbar mache. Seit fast 15 Jahren beteiligt sich Deutschland am Krieg in Afghanistan und ist mitverantwortlich dafür, dass das Land zu einem „gescheiterten Staat“ wurde, in dem zehntausende Zivilisten getötet wurden, ihre Angehörigen verloren haben und zu Krüppeln geworden sind. Es wäre wohl das Mindeste den nach Deutschland geflüchteten Afghan*innen Asyl zu gewähren, um für den völkerrechtswidrigen Angriff auf Afghanistan Verantwortung zu übernehmen.

Ein Beitrag des Rappers und politischen Aktivisten Kaveh Ahangar

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10 Kommentare

  • 1
    Benjamin Israel sagt:

    …..“die menschenverachtende Abschottungspolitik“, wie sie die Flüchtlingspolitik Deutschlands diffamieren wird dazu führen, dass es hier sehr bald neue Gettos gibt, islamische Parallelgesellschaften, ein dramatisches Anwachsen von Kriminalität, von Arbeitslosigkeit, Kürzung von Sozialleistungen,
    ein Verflachen des Bildungsniveaus usw.
    Da haben sich in Afghanistan deutsche Soldaten erschiessen lassen, um für ein wenig Ordnung zu sorgen, um Mädchen zu ermöglichen, die Schule zu besuchen, um die Taliban zurückzudrängen, um den Menschen vor Ort mehr Selbständugkeit zu ermöglichen, und jetzt sollen wir zusätzlich zu Hunderttausenden und Millionen Flüchtlingen aus anderen Ländern auch noch halb Afghanistan aufnehmen, zum Dank sozusagen ?
    Es ist einfach unbegreiflich wie man ernsthaft fordern kann für alle Menschen weltweit die in welchen Schwierigkeiten auch immer stecken, hier die Türen aufzureissen. Das ist Linkspopulismus ohne jeden Verstand und mit fatalen Folgen, sollte er sich durchsetzen.
    Mit solchen Forderungen stärken sie die Flachmaten von Pegida, denen sie, was die Intelligenz hinsichtlich von brauchbaren Lösungsvorschlägen angeht, offensichtlich sehr nahe stehen.

    • 1.1
      Schwarzer Kaffee sagt:

      „dass es hier sehr bald neue Gettos gibt, islamische Parallelgesellschaften, ein dramatisches Anwachsen von Kriminalität, von Arbeitslosigkeit, Kürzung von Sozialleistungen,
      ein Verflachen des Bildungsniveaus usw.“

      Dazu gehören aber immer zwei Seiten. Niemand wird sich selbstständig ausgrenzen, in einem Land, dass er vorher selbst gewählt hat. Die Bevölkerung hier wird dafür ihren Anteil geleistet haben, sollte es wirklich so kommen.
      Außerdem ist das Ganze KEIN finanzielles Problem! Lassen Sie sich nicht verarschen. Es ist genügend Geld da, jedoch WILL unsere Regierung gar nicht, dass umfassend geholfen, integriert und so weiter wird. Schließlich braucht man ja das Konfliktpotenzial um die Menschen gegeneinander auszuspielen. Und sparen wollen wir ja schließlich auch… also zumindest an sozialen Maßnahmen.
      Also rein theoretisch wäre der Ansturm an Flüchtlingen zu bewältigen (In Deutschland wurden schon größere derartige Ereignisse, in viel dramatischerer Lage bewältigt).
      Menschen wie Sie lieben es anscheinend, dass medial und regierungsseitig Ihre Ängste bedient werden und glauben diesen Unsinn von „Ohh es wird zu einer Katastrophe kommen und wir sind ja so überlastet“ auch noch. Oh man..
      Das wir nicht genügend Wohnraum haben (zumindest wird es ja so gesagt) ist ja ein selbstverschuldetes Problem und Ergebnis von jahrelangen Versäumnissen. Selbst ohne Flüchtlinge steht Deutschland da ziemlich schlecht da.
      Letztendlich bleibt zu sagen: Nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern die Regierung. Und nicht zu vergessen eine zutiefst unsolidarische und intolerante Gesellschaft.

      „Es ist einfach unbegreiflich wie man ernsthaft fordern kann für alle Menschen weltweit die in welchen Schwierigkeiten auch immer stecken, hier die Türen aufzureissen. Das ist Linkspopulismus ohne jeden Verstand und mit fatalen Folgen, sollte er sich durchsetzen.“

      Da muss ich Ihnen jedoch Recht geben. Forderungen nach dem Motto „Kommt alle her“ sind einfach nur weltfremd.

  • 2
    m sagt:

    Kaveh ist verblendet – das erkennt man an seinen Beiträgen.

    Anscheinend versteht er es tatsächlich nicht, dass „der Westen“ (,welcher als Begriff genauso dämlich verallgemeinernd ist wie „der Islam“) gegen Islamisten kämpft.

    Dreisterweise bestückt er seine Ansichten mit Worten wie „Kriegsverbrechen“ oder „völkerrechtswidrigen Angriffs“. Über die Kriegsopfer scheint er sogar zu lügen.
    Der Typ“ hat keine Ahnung, nur eine Meinung.
    Warum wird ihm hier immer wieder eine Plattform gegeben, um sich lächerlich zu machen?

  • 3
    Wanderer sagt:

    Blogbetreiber und Autor sollten sich dazu herab lassen, nachfolgend verknüpfelten Artikel zu lesen – und begreifen.

    MfG

  • 4
    Thomas sagt:

    Ich les hier ständig *innen… sieht nicht nur Scheiße aus…

    Ansonsten kann man sicherlich der Meinung sein, dass man für Afghanen aufgrund der aktiven Kriegsbeteiligung eine gewisse „Verantwortung“ trägt. Andererseits… die deutschen Politiker übernehmen doch nicht mal für das eigene Volk adäquat Verantwortung… wieso sollten sie das für Menschen tun, deren Land sie bekämpfen? Alleine aus diesem Gedankengang heraus erscheint diese Forderung absurd. Und nebenbei verdreht es die eigentliche Bedeutung von Krieg, so dumm und herzlos das jetzt klingen mag. Hätte jedes kriegführende Land die „Pflicht“, Leute aus dem angegriffenen Land aufzunehmen, wären die Amis als Volk schon nicht mehr existent und deren Kontinent wäre überbevölkert… andererseits würde dann niemand mehr Krieg führen… eine schmeichelhafte Utopie.

  • 5
    Inder sagt:

    Jedem völlig verstrahlten Linken empfehle ich mal die Hamburger Bernhard Nocht Straße, afrikanische (Flüchtlinge) Drogen Dealer in unmittelbarer nähe zur Schule und Kindergarten, wenn ich diese Zustände nur Anspreche, werde ich als Nazi diffamiert und niedergeschrien! Mir gehts nicht darum, dass es Afrikaner sind, sondern um die Kinder und das ich solche Verhältnisse nicht einmal mehr ansprechen darf in diesem Land!

    Links ist das neue Rechts!