300.000 protestierten in Argentinien gegen Gewalt an Frauen

25. Juni 2015 - 12:43 | | Gesellschaft | 0 Kommentare
Ni una menos

Am 3. Juni gingen ca 300.000 Menschen in Argentinien auf die Straße um gegen Gewalt an Frauen und für besseren Schutz zu protestieren. Mobilisiert wurde für die Proteste unter dem Slogan Ni Una Menos, auf Deutsch „Nicht eine mehr“, der die Morde an Frauen ins Zentrum rückte. Die riesigen Demonstrationen waren ein Zeichen, dass die Gewalt auch in der Bevölkerung nicht mehr toliert wird.

Auslöser für den Aufruf waren neben der alltäglichen Gewalt, drei besonders grausame öffentliche Morde. Ein Mann schnitt seiner Ex-Frau die Kehle durch, vor den Augen der gemeinsamen Kinder, in einem Cafe wurde am hellichten Tag eine Frau von ihrem Ex erschossen und eine schwangere 14-Jährige soll von ihrem nur zwei Jahre älteren Ex-Freund umgebracht und dann im Garten vergraben worden sein. Diese Fälle sorgten in Argentinien für massive Diskussionen über die steigenden Anzahl an Morden gegen Frauen, die sich im vergangenen Jahr auf etwa 300 belief.
Die Aktivisitin Andrea D’Atri von der Frauengruppe „Pan y Rosas“ erklärte in einem Interview die Ursachen für die Gewalt gegen Frauen und nannte weitere verdeckte Mechanismen der (strukturellen) Gewalt: „die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, die Lohnungleichheit, die Gewalt, die durch die Medien ausgeübt wird, indem sie machistische Stereotype hervorbringen und reproduzieren, und natürlich eine der grausamsten Formen der Gewalt unter der Frauen in Argentinien leiden, nämlich der Tod durch illegalisierte Abtreibungen.“

Direkte Folgen angekündigt

In Folge der Demonstration, zu der auch Argentiniens bekannteste Fußballspieler Lionel Messi aufgerufen hatte, erklärte die Vizepräsidentin des obersten Gerichtshofs Elena Highton de Nolasco, dass zukünftig Feminizide von einem zentralen Register der Justiz erfasst werden und die Zahlen online jederzeit zugänglich sein sollen. Weitere Forderungen waren die Errichtungen weiterer Frauenhäuser, Aufklärungsunterricht in den Schulen, ein Ende der Illegalisierung von Abtreibungen und die Umsetzung des nationalen Aktionsplans zum Schutz von Frauen!

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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